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II. Kapitel: Wundkrankheiten.
Band III. Allgem. Theil
Jn Meung s. Loire gingen in dem dortigen hygienischinigünstig beurtheilten Schlosse 3 Verwundete an Hospital-brand zu Grunde. Bei den Epidemien in Reims und Amienssowie bei der Epidemie im Tabaks-Manufakturgebäude inNancy ereignete sich kein Todesfall. Im FeldspitalNeuberghausen bei München starben von 39 Hospital-brandigen 3 und zwar waren diese 3 in hoffnungslosemZustande dem Lazareth zugegangen; von den 32 im Spitalselbst Infizirten ging keiner zu Grunde. Im ReservelazarethDüsseldorf betrug die Sterblichkeit unter 71 Hospital-brandigen 6 = 8$. Im Berliner Barackenlazareth sindnach Heiberg's Zusammenstellung von 116 Hospital-brandigen 7 = 6$ gestorben, alle an Pyämie, keiner mithospitalbrandiger Wunde. Auch diese gehörten zu denSchw 'rverwundeten und nur bei zweien, die in Folge von
Blutungen erlagen und bei welchen pyämische Verändere^vermisst wurden, konnte Brand als eigentliche Todesursaelangesehen werden; hiernach beschränkt sich die Prozender an Hospitalbrand Gestorbenen für dies Lazareth auf 2jVereinzelte Todesfälle unter Hospitalbrandigen ereignet«!sich im Kriegslazareth zu Forbach, einem BayerisiFeldlazareth zu Corbeil, sowie in den Reservelazaretkizu Saarbrücken, Sulzbach, Ziehwald, DarmsiFrankfurt a. M., Cassel, Göttingen, HannoverReichenbach, Liegnitz, Ludwigslust, SchwetzingeiAus den vorliegenden Mittheilungen ist jedoch nidimmer mit Sicherheit zu ersehen, ob wirklich der Hospfolbrand bezw. dieser allein den tödtlichen Ausgang h<geführt hat.
Y. Entstehung und Verbreitung.
Von den Erfahrungen, welche über die Entstehungdes Hospitalbrandes und die Art seiner Verbreitungwährend des Krieges 1870/71 gemacht wurden, verdienenzunächst diejenigen Beachtung, welche beweisen, dass derHospitalbrand zu seiner Entstehung keines Hospitales be-darf. Der von Fischer in Forbach beobachtete Fallwar geradezu auf dem Schlachtfelde zur vollen Ent-wickelung gekommen; bei ihm hat sich, wie Fischerhervorhebt, „der Hospitalbrand weit ab von allen Kontagienim Waldesgrün entwickelt, und es ist kein anderer Umstandfür seine Entstehung zu entdecken, als die durchausmangelnde Wundpflege". Ein am 18. August 1870 ver-wundeter Grenadier befand sich seit dem 25. August zuBerlin in Privatpflege, dennoch wurde er am 29. Sep-tember nach plötzlichem Wiederaufbruch der Schussver-letzung von Hospitalbrand ergriffen. (Vergl. 111. Bd., Spez.Tb., S. 388 No. 2.) Das Auftreten von Wunddiphtherieund Hospitalbrand in Privathäusern zu Düsseldorf,Hameln, Coburg, Gotha ist bereits erwähnt. Beiden Hospitalbrandigen, welche dem Privatspital SeinerMajestät des Königs von Bayern in Neuberghausen beiMüneben in der Zeit vom 12. bis 14. August 1870 zu-geführt wurden, darf man annehmen, dass die Erkrankungenauf dem Wege vom Schlachtfelde bei Wörth bis in dasLazareth zur vollen Blüthe gelangt waren. In gleicherWeise kam bei zwei Verwundeten, welche mit einem vonVirchow geführten Sanitätszuge aus der Umgebung vonMetz in Berlin im Oktober eintrafen, der Hospitalbrandunterwegs zur Entwicklung. In einem anderen Sanitäts-zuge, welchen Professor Heine von Nancy nach Karls-ruhe führte und welcher in einer feuchtkalten Nacht vorStrassburg übernachten musste, wurden drei Verwundetevon Wundbrand befallen. So ein giebt an, dass dieselben
unzweifelhaft mit beginnendem Hospitalbrand in Karruhe aufgenommen wurden, während Heine selbst erklär:bei der Auflösung des Lazareths in Nancy auf daDeutschen Abtheilungen keinen einzigen Fall von Hospitbrand mehr besessen zu haben. In Göttingen traf ein Viwundeter mit Hospitalbrand, unmittelbar von St. Quem::kommend, ein, ohne dass er vordem in einem Lazareth jewesen war; bei einem zweiten Verwundeten desselben Traports, gleichfalls von St. Quentin kommend, zeigte mdie Wundkrankheit wenige Tage nach seiner Ankunft.
Fernerhin liegen sichere Beobachtungen darüber njdass Hospitalbrand in neugebauten, bestgelüfteten Baracke.oder in anderweitigen, hygienisch tadellosen, nur voriitegehend als Lazareth benutzten Gebäuden bereits nach knnjZeit der Belegung zum Ausbruch kam.
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„Aus den Erfahrungen, welche aus den DarmstädtjLazarethen über Hospitalbrand zu Gebote stehen, sehen «'dass diese Erkrankung auch in bestgelüfteten Bäumen zur Eni- einerwickelung kommen kann; der Brand entstand spontan in d" emeBaracken, ausserdem in dem sehr geräumigen, gi"" :Orangeriesaal, dessen Ventilation nicht schlecht war; endii«in einem pavillonartigen Gebäude. Am wenigsten hat wohl™Entstehung der Seuche in der Turnhalle Wunder genormn"da dieser Baum am wenigsten den augenblicklichen BegrÜvon guter Ventilation entsprach, obwohl Alles gethan war. udie Lüftung möglich zu machen. Ausserdem war der Bodtmit Lehm belegt. Der Unterschied in der Güte der Oertlicbkgab sich aber dadurch kund, dass in den erstgenannteBaracken, dem Orangeriehaus, dem Elisabethstift, dem Hmder barmherzigen Schwestern die Fälle von Hospitalbrand v<>einzelt blieben, in der Turnhalle dagegen sich eine Ende»!entwickelte. Die Mehrzahl der Fälle trat allerdings hier glzeitig auf, doch folgte den ersten eine wenn auch kleineanderer Erkrankungen nach."
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