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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wimdkrankheiten.

Band III. Allgem.Theä,|

sich daselbst bis zum Dezember behaupteten; dass neueBrandherde Anfang September in Bazeilles und Sedansich bildeten und dass Ende Dezember bis in den Februarhinein eine Kette von örtlich beschränkten Epidemien undEinzelerkrankungen über den besetzten Theil Frankreichsvon der Loire her bis zur Ostgrenze sich hinzog: inMeung sur Loire, Le Mans, Pithiviers, Etampes,Corbeil, Amiens, Reims, Nancy, Bar le Duc, Pfalz-burg, Dole, Gray, Morvillars; dann beobachtete manHospitalbrand nur noch vereinzelt in Strassburg; dasletzte Auftreten wurde im April aus Vendeuvre gemeldet.Entsprechend der Krankheitshäufigkeit in den Feld-und Kriegslazarethen zeigt sich das Vorkommen desHospitalbrandes im Inlande. Nachdem derselbe MitteAugust vereinzelt im Feldspital Neuberghausen beiMünchen in Folge von Einschleppung durch Verwundeteaus der Schlacht bei Wörth und bald darauf endemischin der Preussischen Grenzstadt Saarbrücken aufgetretenwar, entstehen fast gleichzeitig gegen Mitte und EndeSeptember kleinere Epidemien in Darmstadt, Karls-ruhe, Ludwigsburg, Schwetzingen, Düsseldorf,Hannover, Cassel und Berlin, sowie Einzelerkran-kungen an Wunddiphtherie und Hospitalbrand vom Westenbis Osten durch ganz Deutschland zerstreut in Mannheim,Simmern, Ehrenbreitstein, Bonn, Cöln, Paderborn,Bielefeld, Wunstorf, Einbeck, Goslar, Reichen-

bach, Liegnitz, Landsberg a. W., SchneidemiiliStargard, Stolp, Bromberg, Greifswald; im Oktobolkommen neue Infektionsherde hinzu in Starnberg, Frait]fürt a. M., Weilburg, Weilbach, Coburg, Hameln]Bützow, Ludwigslust, Braunsberg, Insterburg,Göttingen. Im November und Dezember erlöschen dilörtlichen Epidemien und meist nur vereinzelt treten Wunildiphtherie und Hospitalbrand noch an anderen Orten auf,in Gotha, Wesel, Weissenfeis, Braunschweig, Neu]brandenburg, Homburg, Wiesbaden, Hamm, Tot-dam, Breslau, Tilsit, Pasewalk. Im Januar 1871gewinnt Hospitalbrand in Düsseldorf zum zweiten Maltepidemische Verbreitung; die Zahl der Brandigen steig!erheblich. In Berlin, in Ludwigsburg und Göttingzeigen sich gleichfalls neue Erkrankungen; ausserdeilwerden aus Ems, Oldenburg, sowie im Februar atlHanau und Frankfurt a. 0., Jüterbog Wunddiphtherii|und Hospitalbrand in den Berichten erwähnt; bald daherrscht in Halle Hospitalbrand epidemisch, lin Mar!und April fällt die Kurve der Krankheitshäufigkeit eberalschnell, wie sie vom Januar ab gestiegen war; vereinzel!erscheint Hospitalbrand noch in Bremen, Lüneburg rai|Schwerin, in den folgenden Monaten bis zum August 1tauchen die letzten Fälle in den Garnisonlazarethen u\Mannheim und Frankfurt a. M. auf.

II. Krankheitsfbrmen und Krankheitsverlauf.

Die Form, in welcher der Hospitalbrand sich dar-stellte, war sehr mannigfaltig; abgesehen Von den alsWunddiphtherie" bezeichneten Fällen, welche vielleichtals eine besondere Gruppe zusammenzufasen sind, warendie geschwürigen und pulpösen Formen am häufigsten;welche von diesen beiden überwog, ist nicht zu entscheiden;in den Feldlazaretten scheint der pulpöse Brand vorherrschendgewesen zu sein, in den Reservelazarethen der geschwürige.

Bei den Epidemien in Ars sur Moselle, Amiensund Etampes handelte es sich ausschliesslich um pulpösenBrand; er überwog auch bei den Einzelerkrankungen anden verschiedensten Etablirungsorten, unter Anderem zeigteer sich bei dem zuletzt im April 1871 in Vendeuvre vor-gekommenen Falle. In der Französischen Ambulance imLyceum zu Amiens wurde nach Leroy hauptsächlich diegeschwürige Form beobachtet, welche indess für gewöhnlichmit der pulpösen vereinigt war. In den Kriegslazarethenzu Reims war nach Hueter's Bericht der pulpöse Brand

seltener, meist sah man brandigen Zerfall der Wnmlflächen. Bei den wenige Tage nach der Schlacht l*i|Wörth in München eingetroffenen Hospitalbrandig |nahm die pulpöse Form den ersten Platz ein; beivon Fischer in Forbach zuerst aufgefundenen Falle 1*1stand ausschliesslich geschwüriger Brand.

Während der Belagerung von Metz war in daldortigen Lyce"e nach Chenu's Bericht die diphtheriäkjund pulpöse Form vorherrschend.

Aus Strassburg liegt folgende Notiz vor (CheniJS. 478):

Höpital militaire de Strasbourg:

La pourriture d'hopital s'est presentee ä notre observat«|ä tous ses degres d'intensite depuis la forme diphtherique Bimp Ijusqu'ä la forme ulcereuse et gangreneuse; dans le pn»f|nous n'avions ä combattre que la forme diphtherique.

Im Feldspital Neuberghausen waren sieben vdWörth, Sedan und Orldans eingeschleppte Fälle p" r