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II. Kapitel: Wundkrankheiten.
Band III. Allgem. Theill
des Schienbeins und blieb während der ganzen Dauer aufdie betreffende Gliedmaasse beschränkt. In Potsdamschwankte die Dauer zwischen 14 bis 19, in Coblenzzwischen 5 bis 20 Tagen. In Karlsruhe währte die Mehr-zahl der Wundrosen nicht über 10 Tage, verhältnissinässigam häufigsten waren die nicht über 5 Tage anhaltenden;es dauerten dort:
5 „ 1010 „ 15
2 bis 5 Tage 18 Fälle,14 „6 „15 und mehr 4 „ .
Im Berliner Barackenlazareth schwankte die Zeit-dauer zwischen 1 bis 23 Tagen, als Durchschnitt ergabensich 8.i Tage; die grosse Mehrzahl hatte einen Bestandvon nur 1 bis 15 Tagen; von längerer als lötägiger Dauerkamen wenige Fälle vor; eine 3- bis 12tägige Erkrankungwar am meisten und ziemlich gleichmässig vertreten, nurdie 10 Tage währenden Rosen waren besonders häufig.Die an den Gliedmaassen beginnenden Erysipele zeigtendie grössten Schwankungen in der Dauer, namentlich diean den unteren Gliedmaassen, indem hier nicht nur die-jenigen längster, sondern auch fast ausschliesslich diejenigenkürzester, 1- bis l'/stägiger, Frist auftraten. Die durch-schnittliche Dauer an den einzelnen Körpertheilen war trotzder grossen Verschiedenheiten der Schwankungen einenahezu gleiche:
beim Ausgang vom Kopf........ 7.3,
„ „ von den oberen Gliedmaassen . 8.2,
„ „ von den unteren Gliedmaassen . 8.4,
„ „ vom Rumpfe....... 9.5 Tage.
Im Berliner Barackenlazareth schien die Länge desVerlaufs der Erysipele, ebenso ihre Verbreitung, derSchwere der Verwundung zu entsprechen; die Mitthei-lungen aus anderen Lazarethen liefern jedoch für dieseEinzelbeobachtung keine Bestätigung.
Hinsichtlich der die Wundrose begleitenden Fieber-erscheinungen stimmen die an den verschiedensten Ortengemachten Beobachtungen darin überein, dass der Beginnmit Frost als Regel gelten kann; beispielsweise begannenbei der Epidemie in Rouen von 22 Wundrosen 18 mitSchüttelfrost. Meist blieb es bei einem einmaligenSchüttelfrost; derselbe wiederholte sich nach einigenStunden, wenn die Fieberkurve mit 2 Schüben anfing(Socin), und auch während des weiteren Verlaufes bei Ver-schlimmerungen der erysipelatösen Entzündung. Letztereswurde mehrmals im Berliner Barackenlazareth und imReservelazareth zu Coblenz beobachtet. Die Dauer desersten Schüttelfrostes dehnte sich bis auf mehrere Stundenaus; demselben folgte mitunter ein deutlich ausgeprägtesHitzestadium und Schweissabsonderung (ReservelazarethCoblenz). Das zeitliche Verhältniss zwischen dem Auf-treten des Fiebers, insbesondere des einleitenden Frostes,und dem Sichtbarwerden der Wundrose war verschieden.
In Rouen zeigte sich die erysipelatöse Entzündung 1 |l2 Tage, im Berliner Barackenlazareth bei der groseMehrzahl der Kranken bereits einige Stunden nach daFrost, selten erst nach Ablauf von 24 Stunden.
Die Fiebertemperaturen wurden allgemein, auch inden nicht mit Frost beginnenden Erkrankungen, als ]bezeichnet, waren jedoch in den seltensten Fällen an sielbesorgnisserregend. Soweit Messungen vorliegen, schwankte)!die höchsten Temperaturen zwischen 40 bis 41.5; in Karls!ruhe lag das Minimum nie unter 39.5 während 6 bis 10 Tagen!im Berliner Barackenlazareth betrug dasselbe nur selteil39.o während 4 bis 12 Tagen; an beiden Orten wurde naellgewiesen, dass das Fieber mit grosser Heftigkeit einsetzt!und die Steigerung der Körpertemperatur schon innerhaltlder ersten (12) Stunden seine höchste Höhe erreicht«!Der weitere Temperaturverlauf war überaus verschieden mlunregelmässig. Bei der Hälfte der Karlsruher Krankeilwurde die Anfangstemperatur später nicht mehr über!schritten, bei allen anderen war sie nur um einige Zelniedriger als der in der Folge erreichte Gipfel. DeJAbfall der Temperatur war durchschnittlich ein rascheinicht selten wurden dauach subnormale Temperaturen mKollapserscheinungen beobachtet. Bei einer der in Karl:ruhe vorgekommenen Kopfrosen fiel die Temperatur übelNacht von 40.5 auf 35 0. Von den übrigen Fiebererschelnungen traten vornehmlich in den Feldlazarethen Verldauungsstörungen in den Vordergrund; Delirien wareilseltener.
Auf die Beschaffenheit der Wunden hatte dalHinzutreten von Rose vielfach keinen nachtheiligen Ein!fluss, mitunter schien sogar die Vernarbung beschleunig!zu werden; nicht selten jedoch wurde beobachtet, das!bereits vor dem Sichtbarwerden des Erysipels zur Zeit (ersten Frostes schon Veränderungen an der Wunde auftraten.!Schmerzhaftigkeit nebst ödematöser Schwellung der Sändeilund Granulationen. Späterhin nahm die Eiterung zu oies zeigte sich sogenannter croupöser und diphtherischWundbelag mit brandigem Zerfall, so unter Anderem iEtampes, Amiens, Versailles, Sagan, wo bei 5 Er-|krankungen an Wundrose 3 mal gleichzeitig Wunddiphtherilauftrat, ferner in Benrath, Coblenz, Cassel, GotBerlin. 1 ) Meist trat mit Ablauf des Erysipels Bessena|der Wundheilung wieder ein.
Rückfälle von Wundrose wurden vielfältig beobachtet!vornehmlich in den Reservelazarethen.
In Rouen folgte unter 22 Fällen bei 2 kurz hii*ieinander ein Rückfall. Im Barackenlazareth Aachen wurde!einzelne Verwundete 2 bis 3 mal befallen. Im Reserve!lazareth Ludwigsburg trat, wie erwähnt, bei einen!Kranken 3 mal Wundrose auf, jedesmal nach Evidementd«!Fersenbeins. Im Reservelazareth Schwetzingen kameil
») Vergl. auch Speziellen Theil dieses (III.) Bandes, S. 925 N& 1 !S. 960 No. 241, 8. 1054 No. 209, S. 1106 No. 477.
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