Bandlll. Allgem. Theil.
I. Abschnitt: Wundrose.
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Rückfälle bei Einzelnen 3 bis 4 mal und noch öfter flüchtigvor. Im Johanniter-Zweiglazareth zu Potsdam wurdenebenfalls Kückfälle mehrfach behandelt; unter Anderemgesellte sich Rose mehrere Male zu einem Schussbruch beieinem Kranken, welcher dauernd in einem Zelte lag, 1 malnahm der Rückfall von der Nase seinen Ausgang. InFrankfurt a. M. wurde ein Mann mit Oberschenkel-Schussbruch im Juni 3 mal von Wundrose befallen, im Julinoch 2 mal, jedes Mal unter erheblicher Störung des All-gemeinbefindens, bedeutender Schmerzhaftigkeit und untersekundärer Entzündung des Kniegelenks. Im BerlinerBarackenlazareth waren von im Ganzen 146 Erysipelen(4 spontanen Gesichtsrosen und 142 Wundrosen) 19 Rück-fälle = 13 g. Auf 127 primäre Erysipele kommen demnach19 Rückfälle, d. h. auf 6.6 schon 1 Rückfall.
Die 19 Rückfälle kamen bei 17 Kranken vor; eswurden nämlich ergriffen:
110 Mann je 1 mal,1° » n ^ „
^ 5) » *» „ .
Die Zwischenzeit, innerhalb welcher die Rückfälle auf-traten, betrug bei einzelnen Kranken nur wenige Tage, beianderen mehrere Monate.')
Der Verlauf der Rückfälle war oft ein sehr flüchtiger.
Komplikationen.
An Erysipel im Gefolge von Schädelwunden schlosssich, ohne dass aber immer ein unmittelbares gegenseitigesAbhängigkeitsverhältniss zu ersehen war, in einigen FällenHirnhautentzündung an, welche zuweilen den Tod ver-schuldete. Beispiele dafür finden sich in der Kranken-geschichte No. 12 auf S. 93, sowie in den Kranken-geschichten No. 11 und 12 auf S. 102 des SpeziellenTheiles dieses (III.) Bandes. Andere Male verlief dieschwere Komplikation verhältnissmässig günstig. Mus-ketier M. P. (III. Bd., Spez. TL, S. 102 No. 9) genasnach der Hirnhautentzündung so weit, dass später Lähmungeines Beines und erhebliche Sehstörung zurückblieb, derenAbhängigkeit von der Hirnhautentzündung übrigens mehrals zweifelhaft erscheint. In der Krankengeschichte No. 10auf S. 102 des Speziellen Theils wird die spätere Geistes-schwäche auf die überstandene Kopfrose und Hirnhaut-entzündung bezogen.
Katarrhe der Luftwege, Brustfell- und Lungen-entzündung 2 ) wurden an verschiedenen Orten mehrfach alsKomplikation von Wundrose beobachtet; ein Zusammenhanglässt sich nur insofern nachweisen, als Lungenentzündungund Wundrose einige Male gleichzeitig unmittelbar nachlängeren Transporten bei einzelnen Verwundeten zum Aus-bruch kamen.
1 Versl. Speziellen Theil dieses (III.) Bandes, S. 148 No. 20,S- 689 No. 71. S. 805 No. 277, S. 1033 No. 94.
2 ) Vergl. Speziellen Theil dieses (III.) Bandes, S. 102 No. 6,8- 824 No. 114, S. 871 No. 132, S. 964 No. 273 (?).
Hospitalbrand und Wundrose traten nicht ganzselten gleichzeitig auf.')
Ueber Pyämie im Anschluss an Erysipelas liegt einebeträchtliche Reihe von Mittheilungen vor; ebenso überErysipelas, welches sich zu schon bestehender Pyämiehinzugesellte. 2 ) Fischer berichtet im Uebrigen, dass inseinen Lazarethen septische Rose nicht beobachtet wordensei, und in dem Berliner Barackenlazareth konnte ein be-günstigender Umstand für das Auftreten von Wundrose invorhandener Pyämie nicht bemerkt werden, insofern von146 Erysipel-Kranken nur 2 vorher pyämisch waren; beideErkrankungen kamen während einer Häufung von Erysipel-fällen vor und zeigten in Bezug auf den Verlauf keineBesonderheiten.
Von anderweitigen Komplikationen wurden Ent-zündungen der Lymphgefässe und Lymphdrüsen anden Gliedmaasen häufiger beschrieben. In Rouen z. B.komplizirte sich Wundrose 11 mal mit Lymphangitis; unterdiesen Fällen sind 2 bemerkenswerth, weil bei ihnen dasErysipel sprang; es stand in beiden Fällen in der Ellen-beuge und entwickelte sich in 1 bis 2 Tagen von Neuemaus der Achselhöhle heraus (Periadenitis erysipelatosa) undzwar so, dass nur ein schmaler rother, am Oberarm ver-laufender Lymphstrang die Verbindung zwischen beidenHerden herstellte.
Gelenkentzündungen wurden als Komplikation fastausschliesslich im Berliner Barackenlazareth gesehen. Bei146 daselbst vorgekommenen Erysipelen folgte 8 mal Gelenk-entzündung, und zwar blieb die Entzündung 2 mal einevorübergehende, nicht eitrige, 6 mal ging sie in Vereiterungüber, 3 mal war der Ausgang ein tödtlicher; 3 mal betrafdie Entzündung ein der Stelle der Verwundung fernes Gelenk,bei allen übrigen Kranken trat sie in dem der Stelle derVerwundung nächstliegenden Gelenke auf. Von den ein-zelnen Gelenken waren befallen: Schultergelenk 1 mal,Kniegelenk 3 mal, Fussgelenk 4mal. Ausserdem meldetedas Garnisonlazareth zu Potsdam 1 Fall von akuter Ent-zündung der Kniegelenkkapsel bei Erysipelas, welches voneiner Schusswunde am Unterschenkel ausging und sichüber die Hälfte der Gliedinaasse ausbreitete 3 ); auch dasBarackenlazareth auf der Pfingstweide bei Frankfurt a. M.berichtete über eine sekundäre Entzündung des Kniegelenksnach einer innerhalb zweier Monate 5 mal rückfälligenWundrose bei einem Oberschenkel-Schussbruch.
i) Vergl. Speziellen Theil, S. 525 No. 9, S. 1054 No. 209, S. 1188No. 232. — Weiteres hierzu siehe im folgenden Abschnitt: Hospital-brand.
2 ) Vergl. insbesondere Speziellen Theil dieses (III.) Bandes,S. 21 No. 13, S. 102 No. 8, S. 229 No. 42, S. 691 No. 95, S. 802No. 235, S. 803 No. 248, S. 907 No. 306, S. 1052 No. 200, S. 1082No. 358 (?), S. 1108 No. 486, S. 1111 No. 498 (?), S. 1112 No. 503,S. 1144 No. 56, S. 1191 No. 245, S. 1194 No. 257. - Siehe imUebrigen den dritten Abschnitt dieses Kapitels: Pyämie und Septicämie.
3) Vergl. Speziellen Theil dieses (III.) Bandes, S. 1167 No. 143.
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