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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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II. Kapitel: Wundkrankheiten.

Band III. Allgem. Theil.

In Frankfurt a. M. wurden in der Zeit vom 3. bis8. Februar 1871 kurz nacheinander 9 Verwundete in ver-schiedenen Lazarethen von Rose befallen und zwar 4 in denBaracken 24, 2, 25 und 23 auf der Pfingstweide, darunter

2 Operirte, 2 im Garnisonlazareth in getrennten Zimmern(Zimmer 19, das andere im Seitenbau), 3 im Rothschild-schen Hause, gleichfalls in gesonderten Räumen; im Märztrat 1 neuer Fall in einer Baracke auf; im April kamen

3 weitere Fälle in Baracke 23 hinzu, obgleich schon derzuerst Erkrankte abgesondert worden war; auch im Juniund Juli war die Krankheit nicht erloschen.

Beiläufig bemerkt wurden im April aus dem Reserve-lazareth Fulda mehrere gleichzeitige Fälle von idiopathi-scher Gesichtsrose gemeldet.

Aus dem Reservelazareth Schwetzingen, einem derschönsten und besten Hospitäler, rühren Mittheilungen übervereinzelte Fälle von Wundrose, welche in den MonatenSeptember und Oktober 1870 in verschiedenen Sälen verpflegtwurden; im Dezember und Januar zur Zeit der lebhafterenSplitter-Losstossungen war die Häufigkeit der Wundrosegrösser. Nur einmal konnte man bei der Erkrankung eineWunde nicht auffinden. Einige Verwundete wurden 2 Mal,andere 3 bis 4 Mal, ja noch weit öfter flüchtig von Roseergriffen.

Mannheim hatte zwei heizbare grosse Baracken, inwelchen in der 12. Belegwoche (Oktober November) diedaselbst noch vorhandenen Verwundeten fast sämmtlich (26)an Erysipelas erkrankten.

In Karlsruhe waren nach Socin's Bericht im Bahnhof-lazareth innerhalb 3 Monaten (Mitte August bis Mitte No-vember) 20 Fälle von Wundrose vorgekommen; eine gleicheAnzahl entstand in den dortigen Baracken während nahezu7 Monaten und zwar

11 in Baracke No. I,9 in Baracke No. II.

Im Ganzen befiel in Karlsruhe Wundrose 6.5$ der Ver-wundeten. Das Bahnhoflazareth, welches seit dem 10. Augustbelegt war, blieb während der 3 ersten Wochen frei. Am1. September trat der erste Erysipelfall auf, dauerte 3 Tage.Erst am 16. zeigte sich der zweite, welcher von lOtägigemBestände war; der dritte erschien am 24. September. Vonda an bis zur Schliessung des genannten Lazareths, am14. November, hatte dasselbe fortwährend Erysipelatöseaufzuweisen, nie mehr als 5, nie weniger als 2, bei einerBelegungsstärke von 120 Verwundeten als niedrigster und210 als höchster Zahl. In Baracke No. I wurden gleich beider Eröffnung am 17. September aus dem Bahnhoflazareth2 Erysipelatöse hinübergeschafft, welche erst nach 14 Tagenfieberfrei waren. Durch sie wurde am Ende der erstenWoche ein Amputirter infizirt; bei diesem hielt die Rose

4 Tage an, er machte 2 Tage darauf einen leichten, nur2mal 24 Stunden dauernden Rückfall durch. Bis zum8. Oktober trat eine Pause ein, dann wurde wieder beieinem Verwundeten mit Oberschenkelfleischschuss ein

schweres, lltägiges Erysipel beobachtet; während dieserZeit überstand sein Nebenmann eine leichte, nur 5 Ta»eanhaltende Rose. Darauf zweite Pause bis zum 28. Oktober,an welchem Tage zwei Fälle zu gleicher Zeit auftraten,beide verliefen ganz leicht (4 und 6 Tage). Ausser Ver-bindung mit diesen Fällen erkrankte während des MonatsNovember ein Ellenbogenresezirter 3 Tage nach der Ope-ration (8. November) an schwerem Erysipel, welches ver-einzelt blieb. Am 10. Dezember wurde einer der zuerstErkrankten wieder heftig ergriffen und bevor bei ihm ditRose abgeblasst war, suchte sie von Neuem den Ellenbogen-resezirten heim; zu dieser Zeit infizirte sich dann auchnoclein dritter ganz leicht (2 Tage lang). Den Schluss bildetegegen Ende Januar ein sehr leichtes Erysipel bei einem anFusse Verletzten. Von da an erschien bis Ende ManRose nicht wieder. In der Baracke II fing sie erst MitteNovember an und hatte bis gegen Weihnachten 4 voieinander anscheinend unabhängige Erkrankungen verur-sacht. Nach längerer Pause, Ende Januar, erwarbenänebeneinander liegende Kranke zu gleicher Zeit das Wunä-leiden. In den Monaten Februar und März gelangte nurje ein Fall zur Behandlung.

In Darmstadt waren nach Lücke's Bericht wahren!der Monate September und Oktober unzweifelhafte Fällevon Erysipelas öfter in dem grossen Orangeriehause und iidem Pavillon beobachtet worden; in den dortigen Baracke«blieben die Erkrankungen vereinzelt; nur einmal wurde (Nachbar eines Verwundeten angesteckt, damit hörte aberdie Endemie in dieser Baracke auf. Etwas hartnäckigererwies sich eine ebensolche in den auch sonst immer zuKrankenpflege benutzten Räumlichkeiten des Spitals derbarmherzigen Schwestern und wurde auch einmal naebeiner Baracke verschleppt, in welcher sie aber gleich wiedererlosch.

In dem Barackenlazareth zu Heidelberg ereignetees sich, dass in Baracke I in der Zeit vom 18. März \i>zum 14. April 5 Fälle von Erysipelas, theils von Wunden,theils ohne nachweisbare Verletzung vom Gesicht an-gehend (sowie 2 Fälle von akuter primärer Hirnhaut-entzündung), zur Entwickelung gelangten. Als die Baracttgeräumt und die in derselben liegenden Kranken in einezur Zeit leer stehende andere (IV) gebracht wurden, kamenweitere Krankheitsfälle nicht mehr vor. Soldat B. (auf-genommen mit lleotyphus am 28. Februar) erkrankte iRekonvaleszent am 18. März an einfacher Gesichts- undKopfrose, und am gleichen Tage Soldat W. (aufgenommenmit Typhus, Ohrspeicheldrüsen-Entzündung und DruckhranJam 28. Februar) an einem Rothlauf, welcher von der Ein-schnittssteile in der Parotisgegend beginnend über GesiclitKopf und den grössten Theil des Körpers sich ver-breitete. Am 7. April brach bei Soldat St. (aufgenommeiam 12. März) während eines Typhus-Rückfalls Kopferysipelaus; am 11. April entwickelte sich bei dem Typb*

kranken U. (aufgenommen am 29. März) ein von

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