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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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Band III. Allgem. Theil,

I. Abschnitt: Wundrose.

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rose in den Lazarethen zahlreichere Fälle von Erysipel inder Civilbevölkerung.

In Berlin nahm Erysipelas zu verschiedenen Zeit-räumen bei den Verwundeten eine grosse Verbreitung an.Gleichzeitig brach es aus in dem grossen Barackenlazarethauf dem Tempelhofer Felde, in dem Reservelazareth (Ulanen-Kaserne) zu Moabit, in mehreren Lazarethen der Stadtßelbstund in Privathäusern. Nach v. Steinberg's Angabebetrug die Erkrankungsziffer an Wundrose in den Reserve-lazarethen zu Berlin 1:50. In dem Barackenlazarethallein erkrankten nach Virchow's Zählung 170 Mann.Die verschiedenen Baracken hatten gemäss Ritzmann'sUntersuchungen einen sehr verschiedenen Prozentsatz vonKrvsipelkranken; einige blieben nahezu oder ganz frei. Oefterskamen Häufungen von Wundrosen in einer Baracke in derWeine vor, dass kurz nach einander mehrere Krankheits-fälle entstanden und theilweise noch gleichzeitig verliefen.Diese Häufungen beobachtete man fast ausschliesslich imWinter während der Zeit des öfteren Auftretens der Roseüberhaupt. In einzelnen Baracken mehrten sich EndeOktober und Anfang November die Krankheitsfälle, dochliess sich ein zeitliches Zusammenfallen von Einzel- oderMassenerkrankungen in den getrennten Baracken kaumerkennen; die verschiedenen Baracken zeigten sich vielmehrin Bezug auf das zeitliche Auftreten der Erysipelfälle selbst-ständig. In der III. Gruppe 1 ) des Barackenlazarethskamen nach Ritzmann's Zusammenstellung im Sep-tember 6, Oktober 5, November 16, Dezember und Januarje 17, im Februar 9, März 8, April 4, Mai 5 Erysipelas-Komplikationen vor. In dem Lazareth der MoabiterUlanen-Kaserne gewann nach Goltdammer's Bericht dieWundrose zweimal grössere Verbreitung: im Novemberund im Februar; beide Male herrschte neblige, nasskalteWitterung; zu derselben Zeit waren in der Stadt selbstund/in anderen Lazarethen Berlins Erysipele häufiger.

In Potsdam zeigten sich bereits im August 1870im Garnisonlazareth mehrfach leichte Wunderysipele, imJohanniter- Zweiglazareth Ihrer Königlichen Hoheit derFrau Prinzessin Carl ein vereinzelter Fall. Im Septemberund Oktober wurden im letztgenannten Lazareth die Er-krankungen zahlreicher, selbst in dem neu errichtetenKrankenzelt; auch in dem Reservelazareth der Kasernedes 1. Bataillons 1. Garde-Regiments z. F. kam im OktoberWundrose vor. Im Februar 1871 stellten sich zerstreuteFälle im dortigen Garnisonlazareth und im Reservelazarethder Ulanenkaserne ein. Eine grössere Zahl der Erkrankungenwar schwererer Art und verlief mit Rückfällen.

Hannover war insofern begünstigt, als in dem Re-servelazareth No. 5 in der Weifenkaserne bis zum November,im Reservelazareth No. 3 im Welfenschloss sogar bis zumDezember Erysipelas nur ausnahmsweise gesehen wurde.

] ) Wegen der Gruppen -Kintheilang des Lazareths siehe I. Bd.dieses Berichts, Seite 341 ff.

Die Reservelazarethe zu Göttingen theilten im No-vember Einzelfälle von Rose mit. Ende Dezember schlössensich in der dortigen Reitbahn einige leichte Erkrankungenan, sodann im Februar im Reservelazareth No. 3 (altesAuditoriumgebäude) 1 Fall bei einer von Hospitalbrandergriffenen Schusswunde am Daumen.

In Bremen trafen im Februar mehrere Verwundetemit Erysipelas behaftet ein, welches angeblich währenddes Transportes entstanden war; im März folgte 1 ver-einzelter Fall im Lazareth selbst.

In dem Kriegsgefangenen-Lazareth auf Fort Leopoldbei Stettin nahm Erysipel im Februar 1871 eine ende-mische Verbreitung an, indem es theils zu unbedeutendenVerletzungen, theils zu Zugpflaster-Wunden hinzutrat. Zuderselben Zeit wurde in dem auf einer Anhöhe abgesondertgelegenen, auf drei einzelne Häuser vertheilten Pocken-Lazareth in Petrihof bei Stettin unter den KriegsgefangenenGesichtsrose als Nachkrankheit nach Pocken ziemlich häufigbeobachtet.

Dem Barackenlazareth zu Breslau ging im MonatDezember eine grössere Zahl Verwundeter nach einemTransport von 8 Tagen und 9 Nächten mit Erysipelaszu, welches in mehreren Fällen zu ausgedehntem Brandeführte; nach wenigen Wochen war die Wundrose ver-schwunden; eine weitere Verbreitung fand nicht statt;auch war in anderen Lazarethen Breslaus zur Zeit vonRothlauf nichts bekannt.

Im Reservelazareth Samter langten im Dezembermit einem Krankentransport aus Posen 5 Verwundete an.Der Reisetag war ein frostiger und windiger; unter denVerwundeten befanden sich 3 mit noch nicht geheiltenSchussVerletzungen; alle 3 wurden am 3. Tage von aus-gebreitetem Erysipelas ergriffen, welches, ohne die Wund-heilung merklich zu stören, 8 bis 14 Tage andauerte.

In das Barackenlazareth bei Aachen wurde nachdem Bericht von Adenaw und von Kaven Wundrosezunächst durch einen bereits Entlassenen, welcher nachwenigen Tagen mit Erysipelas wiederkehrte, eingeschleppt.Daran schloss sich eine grosse Anzahl von Fällen, welcheindess mit Ausnahme eines einzigen günstig verliefen.Einzelne Verwundete wurden 2 bis 3 Mal heimgesucht. Indem Mariahilf-Hospital zu Aachen konnte Rothlauf in derZeit vom August bis Ende Oktober nur vereinzelt wahr-genommen werden.

Co In hatte im Marien-Hospital im November mehr-fache Erkrankungen aufzuweisen, als gleichzeitig in derStadt Erysipele häufiger waren.

Das Reservelazareth (Kriegsschule) zu Eng er s warim August ziemlich gleichzeitig mit 6 hierhergehörigenKranken belegt.

In Coburg erkrankten im März und April an Rosewiederholt Verwundete, welche in sehr üblem Zustande ausLazarethen bei Orleans angekommen waren.

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