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3. Chirurgischer Theil A (1890) Die Verwundungen durch Kriegswaffen bei den Deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71 : Allgemeiner Theil
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78
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I. Kapitel: Kriegschirurgische Anschauungen zur Zeit des Deutsch-Franzosischen Krieges u. s. w. Band III. Allgem. Th

Vierter Abschnitt.Evakuation.

(Verwundeten -Transport.)

Vorbemerkung.

Nachstehende Mittheilungen sind dazu bestimmt, dasIV. Kapitel im I. Bande dieses Berichtes in ähnlicher Weise zuergänzen, wie es hinsichtlich der Kapitel III, VI und VII jenesBandes durch den voranstehenden (III.) Abschnitt geschah.Nachdem im I.Bande 1 ) zifi'ernmässig festgestellt ist, in welchemUmfange die Rückbeförderung von Kranken und Verwundetenin heimische Lazarethe thatsächlich stattgefunden hat, und inwelcher Ausdehnung mit Rücksicht auf die Leistungsfähigkeitder mobilen Sanitätsanstalten solche Rückbeförderung statt-finden musste, wird in Nachstehendem die Rücksendung derVerwundeten 2 ) einer besonderen Betrachtung unterzogen,welche als hauptsächlichstes Endziel einem begründeten Urtheildai'über zustrebt, wie die Krankenzerstreuung auf die Trans-portirten gewirkt hat.

Die während des Deutsch - Französischen Krieges aufDeutscher Seite wohl bis zur Grenze des Erreichbaren durch-geführte Krankenzerstreuung stellt neben der Vervollkommnungder ersten Hilfe durch die Schaffung beweglicherer Sanitäts-anstalten die wichtigste und durchgreifendste Neuerung aufdem Gebiete des Europäischen Feld-Sanitätswesens dar, welcheim Kriege des Jahres 1870/71 in die Erscheinung getreten ist.Dieselbe entsprach so sehr den schon vorher zu allgemeinerAnerkennung gelangten Lehrsätzen der Heeres- und Lazareth-

1 ) Siehe daselbst insbesondere S. 254 bis 2G0.

2 ) Betreffs des Einflusses der Evakuation auf eine vorzugsweisein Betracht kommende Gruppe Kranker (Typhöser) siehe VI. Banddieses Berichtes, 8. 337 bis 341.

Hygiene, dass sie dem Grundgedanken nach schon während iKrieges der allseitigen Zustimmung gewiss sein durfte. In der!That ist wie im I. Bande dieses Berichtes (Seite 260) hervoJgehoben ward- schwerlich irgendwo ein Zweifel daran enlfstanden, dass die ausgedehnte Rückwärtsbeförderung der Kampaunfähigen für den gesunden Theil der Heere, ebenso für dilauf dem Kriegsschauplatze verbleibenden Verwundeten injKranken nur Vortheile gehabt hat; der Streit der Meinung;!hat sich immer nur auf das Schicksal der Transportirtelerstreckt. Allerdings wird kein statistisches Ergebniss an daebenfalls im I. Bande (a. a. 0.) betonten Nothwendigkeit etändern, einerseits durch Fortbildung der Transportmittel ider Verbandmethoden die Fortschaffung unbedenklichermachen, andererseits durch Improvisirung geeigneter Unter]kunftsräume den Zwang zur Fortschaffung Schwerverletztezu vermindern; ebensowenig wird irgendwie bezweifelt werde!können, dass ein neu aufgestellter Grundsatz bei seiner erste)umfassenden Durchführung im Einzelnen gelegentlich misslverständliche Anwendung erfahren hat, bei der Wichtigkeifder Sache aber und angesichts der sich geradezu widerlsprechenden Urtheile, welche die nachstehenden ErörteruDgeieinleiten, kann sich ein die gesammten Sanitäts-Angelegenlieitalumfassender Bericht der Aufgabe nicht entziehen, an einer!grösseren Materiale die Richtigkeit der Aeusserungen zu prüfeilwelche auf Grund des beschränkten Beobachtungskreises Eiilzelner gethan worden sind, und die näheren Umstände zu 1leuchten, welche bei bestimmten Gelegenheiten das Handel]der Feldärzte beeinflusst haben.

I. Aeusserungen von Kriegschirurgen über die Handhabung der Evakuation.Umstände, Avelche die Evakuation beeinflussten. Art und Weite des Transportes!

Der kcnsultirende Generalarzt Wilms berichtete unterdem 13. Februar 1872 an die Preussische Militär-Medizinal-Abtheilung wie folgt:

Das Krankenzerstreuungssystem ist während des Kriegesin der ausgedehntesten Weise zur Ausführung gekommen undvon den segensreichsten Folgen gewesen. Den bestenBeweis liefert die grosse Anzahl von geheilten Schussbrüchendes Oberschenkels, welche ich in den Reservelazarethen desInlandes zu sehen Gelegenheit hatte."

Pirogoff) wurde von der energischen Durchführungder Krankenzerstreuung mit einemGefühl der Be-friedigung" erfüllt.

] ) Pirogoff, Bericht über die Besichtigung der Militär-Sanitäts-anstalteu in Deutschland u. s. w. Leipzig 1871.

Mac Cormac schreibt in seinem schon oft erwähnt!Werke:

Das System der schnellen Evakuation, welches von iDeutschen vermittelst ihres vortrefflichen Etappen -Wesens igründlich durchgeführt wurde, bietet grosse Vortheile dar,dem es die Nachbarschaft grosser Schlachtfelder vonenormen Massen von Verwundeten befreit, welche der gigantisctlMaassstab neuerer Sehlachten nach sich zieht. Das System mfreilich auch seine Schattenseiten, da es unter den Transportirimanchen Todesfall verschuldet und für die Verletzten viel Harte*mit sich bringt, wenn das Wetter sehr schlecht und die Keilsehr lang ist."

In seinen Anmerkungen zu der Schrift des vwjnannten Chirurgen äussert sich Strorneyer über einfj

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