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ersinnend. Der hinter ihm stehende bewun-dernde Jüngling deutet auf die grofse Ver-ehrung der kommenden Geschlechter, beson-ders der Caracci und der andern Bolognesenhin. Wir sehen Tizian, den Malerfürsten vonVenedig, mit dem ganzen Gefolge der Bellini,Palma, Giorgione und Veronese. Der grofseVenetianer hält eine Naturstudie zu der Land-schaft seiner »himmlischen und irdischen Liebe«in der Linken, als der Begründer der Land-schaftsmalerei im modernen Sinne. Vor alleinaber fesselt die Gruppe, welche darstellt, wieder erfolgreichste aller modernen Kunstmäcene,Papst Julius IL, umgeben von den kunst-sinnigen Cardinälen Giovanni und GiulianoMedici (Leo X. und Clemens VII.), den Plander Peterskirche studirt, welchen der gröfsteArchitekt Italiens, Bramante, erläutert. In derHand hält der Papst die erste Uebersetzungdes Vitruv von Fra Giocondo, des Werkes,welches als ein unfehlbarer Leitstern in derganzen Renaissance-Zeit galt. — An diehohe Kunstpflege der kleinen Höfe Italienserinnern drei Frauengestalten: die Herzoginvon Urbino, die Herrin jenes Hofes, welcheran edler Vornehmheit und als »hohe Schulefeinster Geselligkeit« alle anderen in Italienübertraf, so lange die Montefeltri lebten, bisder Ruhm nach ihrem Aussterben auf dieGonzagen in Mantua überging. Als derenvornehmste Repräsentantin sehen wir Isabellad'Este auf dem Bilde. Jene edle Frau, deren