II
möglich; wir sehen den Architekten, denMaler und den Bildhauer in voller Thätigkeit.Letzteren unterweist ein alter Mönch, auf dieantike Zeus-Büste hindeutend, damit er an ihr
lerne, seine heiligen Gestalten darzustellen.
Das Renaissance-Bild, welches dem grie- Höchstechischen gegenüber die eine Hauptwand ein-nimmt, stellt die Kunst — ihrem Wesen in
Blüthe derKunst inderener Epoche entsprechend — dar im Dienste Renaissance.
der Kirche. Inmitten eines herrlichen Parksthront auf erhabenem Marmorsitz eine edle,ernste Gestalt: die Kirche, umgeben von dengröfsten Künstlern und Mäcenen, welche alleherbeieilten, ihr zu dienen. Links sehen wirdie Italiener, rechts die Deutschen, Spanierund Niederländer. Der in dieser Zeit be-ginnende Zug der nordischen Künstler nachdem Süden ist auf diese Weise dargestellt.Die Verbindung stellt die Freuudschafts-bezeugung zwischen Rafael und Dürer dar.Zu Füfsen der Kirche sitzt — ein armes undein reiches Kind belehrend — Fra Bartolommeo,welcher ihr in jener Zeit am nächsten standals Mönch und begeisterter Freund Savonarolas.Dann folgen alle die hochberühmten Männerund Frauen jener Zeit, deren Namen gleichSternen strahlen werden, so lange es eineGeschichte der Menschheit giebt: der tief-sinnige, stets studirende Lionardo; MichelAngelo, einsam abgesondert von den Uebrigen,schweift er von seinem vergleichenden Studiumzwischen Anatomie und Kunst ab, Gewaltiges