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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1047
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G. Weltliches und geistliches Drama 1047

den sie richtig auf einen gewaltigen König beziehen. Diesem wollen sieGeschenke darbringen, als sie Boten des Herodes begegnen, die sie umden Grund ihrer Reise befragen und denen sie mitteilen, daß sie von einemStern geleitet worden seien. Die Boten eilen nun zu Herodes und berichtenihm von dem Glauben der drei Könige, und jener schickt zornentbranntzum Hohenpriester und teilt ihm diese Umstände mit; der Hohepriesteraber rät ihm, mit den Königen säuberlich zu verfahren. Die Könige meldennun, daß ein Stern ihnen die Geburt des Herrn der Welt verkündethabe, worauf ihnen Herodes eine verstellte Antwort erteilt. Sie be-geben sich dann fort, und während sie über den Stern disputieren,verkündet ein Engel den Hirten die Geburt des Herrn, 1 was ihnen aberder Teufel als Lüge auszureden sucht. Infolgedessen sind die Hirtenim unklaren, und der Engel fordert sie daher auf, mit ihm zur Krippezu gehen. Doch der Teufel sucht wieder Streit anzufangen und dieHirten geraten aufs neue in Zweifel, doch als die Engel dasGloria"angestimmt haben, begeben sie sich zur Krippe. Sie beten das Kindan, und als sie zurückkehren, treffen sie auf die drei Könige, die nundie Krippe aufsuchen und dem Kinde ihre Geschenke darbringen undsich dann schlafen legen; im Traum erscheint ihnen ein Engel, der sieermahnt, den Herodes nicht wieder aufzusuchen (Matth. 2, 12). Dieserfühlt sich von den Magiern verspottet und fordert den Hohenpriesterauf, ihm Aussprüche der Propheten über das Kind mitzuteilen. Das ge-schieht (Matth. 2, 6), und Herodes befiehlt dann seinen Soldaten, alleKnaben zu töten, worauf die jämmerlichen Klagen der Mütter ein-setzen. Herodes aber soll nun von Würmern aufgefressen werden, denToten sollen Teufel von dannen führen und seine Herrschaft auf seinenSohn Archelaus übergehen. Mit der Weisung des Engels an Joseph, mitden Seinen nach Ägypten zu fliehen (Matth. 2, 13), und einem Distichonder flüchtenden Maria schließt dieser zweite Teil, das eigentliche Weih-nachtsevangelium, das sich mit Ausnahme des Anfangs nur in den Regie-angaben nahe an den biblischen Wortlaut hält, während den Inhalt derGesänge freie Dichtungen geben.

Nun beginnt der dritte und letzte Teil, dessen einzige gedankliche Ver-knüpfung mit dem zweiten darin besteht, daß zu Anfang der König vonÄgypten auftritt, dessen Begleitung der Dichter, sonderbar genug, zweiauch sonst in den Carm. Burana (N.80 und 161 H.) überlieferte, durchausweltliche Lieder in den Mund legt. Diese Lieder besingen den Frühlingund Sommer und die Liebe, Venus und Jupiter spielen darin eine Rolle;vielleicht soll durch die frohen Lieder das Glück ausgedrückt werden,das die Ägypter über den Besuch Christi in ihrem Lande empfinden. Nunaber folgt ein höchst sonderbarer Bestandteil, nämlich die Begleitung desKönigs singt ein Lied 2 auf die sieben Artes, ihre Begründer Pythagoras,Sokrates, Plato und Aristoteles und auf ihre Verbreitung nach dem Westen.Daran schließt sich ein zweites, ebenfalls weltliches, auf das gegenwärtigeFest, in dem Bezug genommen wird auf die babylonische und ägyptische

1 Allerdings in einer für diese kaum ver- 2 Abwechselnd Acht- und Siebensilber,ständlichen Sprache.