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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1046 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

actions of the Wisconsin Academy 17, 299395 (1914), XX (1922). University of Wisconsin, Studies in Language and Literature 4 (1919). 10. Cohen and Young, Romania44, 359368. M. Rudwin, A hist. and bibliograph. survey of the Germari relisiousdrama, Univ. of Pittsburgh 1925. V. de Bartholomaeis, Le origini della poesia drammatica Italiana, Bologna 1924. H. Brinkmann, Xenia Bonnensial06143 (Bonnl92q\~J. Schwietering, Zeitschr. f. d. Alt. 62, lff. (1925). N. C. Brooks daselbst 62, 91 ffK. Dürre, Die Mercatorszene im lat.-liturgischen . .. religiösen Drama, Göttingen 1915A. Bäschlin, Die altdeutschen Salbenkrämerspiele, Mulhouse 1925.

1. DAS BENEDIKTBEURER WEIHNACHTSSPIEL

Aus dem Zusammentreten mehrerer liturgischer Feiern zu einem Ge-samtdrama ist im 12. Jahrhundert das große Weihnachtsspiel entstandendas im 13. Jahrhundert in die Carmina Burana aufgenommen wurde undsich aus einer Menge größerer und kleinerer Gedichte, aus zahlreichenBibelstellen und reichlichen Begiebemerkungen zusammensetzt.

In der Mitte der Kirche thront Augustin, rechts Isaias und Daniel, linksder jüdische Hohepriester. Mit einigen Siebensilbern nach Isai. 7,14 so-wie diesem Vers selbst und Luc. 1, 32 eröffnet Isaias das Stück undDaniel gibt in einigen Sieben- und Sechssilbern seine Prophetie überChristus und offenbart seine Vision (7, 7). Darauf besingt die Sibylle inSechssilbern die wunderbare Geburt Christi 1 und rezitiert das GedichtIudicii signum" aus August, civ. dei 18, 23. Dies Thema wird durchAaron fortgesetzt, der das Grünen seines Stabes 2 auf Christi wunderbareGeburt deutet. Hierauf erscheint Balaam auf der Eselin und der Engelrichtet sein Gebot an ihn nach Num. 22, 35 und Balaam läßt seine Pro-phezeiung ergehen (Num. 24, 17).

Bis dahin bleiben die Juden still, nun aber erhebt sich der Hohepriesterund verwirft alle die vorgebrachten Prophezeiungen, so daß der Episcopuspuerorum 3 und die Propheten den Augustin um seine Entscheidung bitten.Dieser fordert natürlich den Hohenpriester auf zu glauben, aber der ant-wortet in langer spitzfindiger und dialektisch gewundener Rede, 4 und dasWortgefecht beider geht hin und her. Als Augustin die Prophetien be-kräftigt, leugnet sie der Hohepriester, und dieser wird schließlich von denPropheten aufgefordert, wenigstens den sibyllinischen Versen zu glauben.Augustin fordert die Juden gleichfalls auf zu glauben und bereitet danndas Interesse der Zuschauer für etwas Neues, nämlich die Geburt Christi,vor. Damit schließt der erste Teil des Stückes.

Die Propheten setzen sich wieder, und nun beginnt die Verkündigungsowie Marias Besuch bei Elisabeth, geschickt in die einzelnen Stadien nachLuc. 1, 28 bis 1, 46 zerlegt, und hieran reiht sich die Geburt (so Vs. 253 DeinMaria vadat in lectum suum . . . et pariat filiiim). Dann erscheint der Sternund die drei Könige kommen aus verschiedenen Himmelsrichtungen. Alledrei geben in längeren Gedichten 5 ihre Verwunderung über den Stern kund,

1 Darin findet sich (R. Proning, Das gewählte Bischof.

Drama des MA. S. 878) Vs. 36ff. (Carm. 4 Vs. 144 Quando virgo pariet, f anth ?>

Burana p. 81) Benutzung der auf Prophe- retro propera wie Verg. Ecl. 1, 59 ff.; lof

tie gedeuteten Stelle Verg. Ecl. 4, 7 [E celo virgo puerpera nach Prud. Cath. 9,19.

labitur Veste sub altera Nova progenies). 6 Der erste spricht 32, der zweite 34 bie-

2 Nach Vs. 62 war es ein Mandelstecken, bensilber und der dritte 32 Vaganten-

3 Der von den Chorknaben aus ihrer Mitte zeilen.