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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1036 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Besonders witzig ist der Kontrast zwischen den gelehrten Herren, die überHimmel und Hölle herrschen, und dem schlichten Bauern, der sie doch ander Nase herumführt.

Ueberlieferung im Vat. reg. 344 s. XII XIII f. 37. Ausgabe von Delisle, Noticeset extraits 29, 2, 322324, und Wattenbach, Anz. f. Kde d. dtsch. Vorzeit 22 343 fVgl. Cloetta 1, 93 f. und Faral p. 377 f.

14. DE MERCATORE

Kaum noch den Namen einer Komödie verdient die Geschichte vomKaufmann, in ihrer ältesten GestaltModus Liebinc" genannt (Cambrid-ger Lieder Nr. 14; vgl. S. 971), umgedichtet, bekannt unter dem NamenSchneekind". Diese Sage vom Schneekind ist nach Amarcius 1, 440f.(Bd. 2, 573) verbreitet gewesen und hat natürlich auch andre Versionen er-halten. Die wichtigste, De mercatore betitelt, entstand etwa in der zweitenHälfte des 12. Jahrhunderts und enthält fünfzig Distichen, deren Hexa-meter nur zum Teil gereimt sind und weder Hiat noch Verschleifungzeigen; in der Anwendung der Antithese, der Häufung der Worte, desWortspiels und der Wortstellung gleichen die Verse sehr denen des Mat-thaeus von Vendöme. Ihr Inhalt entfernt sich aber durch Erweiterungenund Zudichtungen sowie durch wesentlich andre Angaben ziemlich weitvom Modus Liebinc und auch eine weitere Umdichtung des Stoffes,Ridmus de mercatore kürzer und unbedeutender als De mercatoreweicht in manchem ab. So geht De mercatore sehr ausführlich auf dieLaszivität des Weibes ein (Vs. 344), während der Ridmus 2, 1 ff. dieGeschenke des zurückkehrenden Kaufmanns an seine Frau und dann 14,315, 4 die zweite Reise des Kaufmanns nach Indien ausmalt. Außerdemfindet sich eine spätere Fassung des Schwankes in zehn Distichen De viroet uxore moecha, 2 die wohl von De mercatore abhängig ist 3 und ein kur-zes Exzerpt dieses Gedichts darstellt. Dann hat Gaufred von Vinsauf inseiner Poetria nova Vs. 713717 ein kurzes Exzerpt aus dieser Fassunggegeben 4 und hat wieder aus diesem Exzerpt zwei kleine Auszüge von jezwei Hexametern hergestellt (Vs. 733 f. 735 f.). 5 Aber auch der Dichter vonDe mercatore hat sein Gedicht auf zwei Distichen zusammengezogen, dessenletzter Pentameter den Wortlaut des letzten Verses vom Mod. Liebinc be-nutzt zu haben scheint. 6 Endlich findet sich noch ein Distichenpaar in einerZüricher Handschrift, das vom Schneekind handelt und vielleicht vom Rid-mus abhängig ist, da hier wie dort von Äthiopen die Rede ist.

Den Inhalt des Schwankes gebe ich nach dem Modus Liebinc, da dieserentschieden die ursprüngliche Gestalt darbietet, indem alle späteren Fas-sungen Zudichtungen enthalten oder Exzerpte darstellen. Ein schwäbischerKaufmann aus Konstanz fuhr mit seinen Waren über See und ließ seine

1 Im Mod. Liebinc heißt es Vs. 17 Duobus dis, Gaufr.722 Rebus in augendis; Dumerilvolutis annis exul dictus revertitur, De mer- Vs. 4 De nive conceptus fingitur, Gaufredcatore 51 septeni circulus anni, im Ridmus llkDeniveconceptumfingit; Dum. 5Mutua1,3 in octavo (sc. anno) senciens stimulum fraus, Gaufr. 724 Fraus mutua.amoris . . . cupiens redire. 5 Die Stücke bei Leyser p. 901 und 903.

2 Dumeril, Poes, inedites p. 419. < Ztschr.f.dtsch. Altertum 19,122 Niveum

3 Vs. 11 Rebus ab augendis, De mercat. 1 sol liquefecit eum nach Mod. Lieb. 49 quemaugendis rebus. genuit nix, recte nunc sol liquefecit.

4 Dumeril p. 419 Vs. 11 Rebus ab äugen-