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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1034 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

erhält heftige Vorwürfe von Galathea, und zum Schluß rät sie der Fas-sungslosen, Gemahlin des Pamphilus zu werden, nur möchten sich beideihr dankbar erweisen.

Die Dichtung ist mit Geschick angelegt und auch ausgeführt und vieleStellen sind dem Leben gut abgelauscht. Die Redseligkeit der Alten istvortrefflich wiedergegeben und die Liebesszene 1 durchaus dramatisch ge-halten. Manche Szenen sind allerdings zu lang ausgesponnen, und zwarmeist deshalb, weil besonders die Alte eine nicht geringe Zahl von Sprich-wörtern und sprichwörtlichen Redensarten vorbringt. Vieles davon stammtaus Ovid, dessen Benutzung sich auch sonst kenntlich macht, wie auch dieVergils. 2 Der Dialog ist gewandt und der Ausdruck meist klar und ver-ständlich, auch die Verskunst, die Prosodie einbegriffen, läßt auf guteSchulung schließen. Die Zahl der Handschriften ist sehr groß, und dementspricht es, daß die Dichtung in sechzehn alten Katalogen genannt wird;sie wurde auch bei ihrer großen Beliebtheit ins Französische und Italienischeübersetzt.

Ueberlieferung. Alte Aufschriften s. XII in Lambach und in unbekannter Bi-bliothek Frankreichs, 3 s. XIII in Pegau, bei Richard von Fournival, 4 in Schlettstadtund in Altenburg (Niederösterreich), s. XIV in der Sorbonne, bei Bartolomeo Bachiari,in unbekannter Bibliothek Italiens, 6 s. XV in Erfurt bei Amplonius, im Colleg. Am-plonianum und in Salvatorberg, in Wien, Lüttich, Clairvaux und Bordesholm, s. XVIin Blois; dazu die französische Uebersetzung s. XIV XV im Louvre (Bibl. Protypo-graph. p. 55 N. 77 Pamphilet). Angeführt wird das Werk bei Hieremias de Montag-none und Johannes de Grapanis, vgl. Bandini, Bibl. Leopold. 2, 48, Dumeril, Poes,inedites 214 n. 5, Muratori, Antiq. Ital. 3, 914 f.; von Albertanus Brixiensis im Lib.de doctrina dicendi et tacendi, vgl. V.Rose, Verz. d. lat. Hss. d. kgl. Bibl. zu Berlin

2, 3,1143, und zwar (Argentorati, ca 1470) f. 2b 335338. 3b 107. 9b 105, außerdemim Lib. consolationis et consilii (ed. Thor Sundby) 2 p. 3, 4 Vs. 465468; 771 f. 10p, 24, 4 207 f. 26 p. 54, 25. 335338. 32 p. 71, 6 372374; 71, 11 279. 43 p. 98, 9 53 f.;von Hugo von Trimberg im Registr. mult. auct. 730ff. (ed. Huem er, Wiener SB. 116,181);von Raimund de Biterris im Lib. Kalilae et Dimnae (ed. Hervieux, Les fabulistes latins5, 380 Vs. 327330. p. 412 101; 327 f. 554 766 f. 673 769f.; 465f. 676 101); vgl. außerdemBaudouin, Pamphile ou l'Art d'etre aime p. 175; G. Paris, Rev. critique 1874 II, 197;Cloetta 1,91 adn. Hss. Vindob. 303 f. 78, 3114 s. XIV f. 197, 3219 s. XIV f. 119.Berol. theol. 381. Basil. E. III. 5. Amplon. Q 1 s. XIV f. 117, D 20 s. XIV f. 114. 6 Wra-tisl. IV Q 53 s. XIV, IV 2°. 42. Monac. 24565 s. XIVXV. Turic. C. 103/291. Mus. Brit.Cott. Titus A XX. Paris 8509A, 8430. Vatic. 2868 s. XIV f. 109. Alte Drucke bei P.Bahlmann, Zentralbl. f. Biblw.10, 467 f., dazu in Dresden s. 1. e. a. 16 f. (4°). Aus-gabe in Ovidii Nasonis Pelign. erot. et amat. opuscula (von Goldast), Francof. 1610p. 75105 und Pamphile ou l'Art d'etre aime, Comedie latine du Xe siecle ... par Ad.Baudouin, Paris 1874 (Rezens. von G.Paris, Rev. critique 1874 II, 195 ff.; 1875 II,398 ff.). Exzerpte im Berol. Diez. B. Santen. 60 f. 2. Die altfranzösische Uebersetzungist um 1225 gemacht, vgl. G. Paris, Hist. litt. 39, 455 und Litterature franc. au moyenäge p. 107. Die Uebersetzung ins Altvenezianische hrsg. von A. Tobler, Archiv, glotto-log. 10, 177 f. Vgl. Cloetta 1,8893. K.Bartsch, Albrecht von HalberstadtS. XI f. Peiper, Arch. f. Litg. 5, 539 f. W. Creizenach, Gesch. d. neueren Dramas 2 1,33.

12. DE TRIBUS SOCIIS

Von dieser Dichtung sie könnte, wie auch einige andre unsrer Komö-dien, auch unter den Begriff der Schwankes oder der poetischen Erzählung

1 Vs. 683698. 4 Mit Maximian und dem Geta zusammen.

a Vs. 55 vgl. Verg. Aen. 7, 446. 57 Georg. 6 Zentralbl. f. Biblw. 4, 142 ( = Vatic.2868

3, 207. 71 Georg. 1,145. 88 Ovid. Ep. 20, 8. s. XIV).

701 Ovid. Rem. 394. 6 Ist die Aufschrift bei Amplonius 1412

8 Delisle, Le cab. des mscr. 2, 508 N. 8. (Lehmann, 2, 14, 32).