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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1032 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

ist froh darüber, einen Mann zu lieben. So söhnt sie sich mit allem vorigenaus und erbittet sogar für den Boten eine kostbare Gabe; als er sie er-halten, wünscht sie mit ihm zurückzukehren. Doch auf dem Wege nachHause fallen sie den Eltern des Mädchens in die Hände; diese fragen denBoten aus, wer er sei und was er mit dem Mädchen habe, und als er inSchweigen verharrt, rufen sie:Es ist ein Verbrecher und er muß an denGalgen." 1 Darauf gebraucht der Bote eine List, er erzählt, daß er dasMädchen eben von dem Strick abgeschnitten habe, an dem sie sich er-henkte, und sie habe dann stets gerufenCare veni, venias pro te quia veni tldoch wisse er nicht, wem das gegolten habe. Nun danken ihm die Elternfür seine Hilfe und fragen ihn, ob man das Mädchen fesseln und einsperrensolle. Als er davon abrät, fragen die Eltern das Mädchen um ihren Kum-mer, und die Tochter antwortet, man möge sie nur ruhig durch den Strickenden lassen, nur Liebe werde sie besänftigen; schließlich verlangt sie dieBestrafung des Boten. Dieser läuft davon und das Mädchen hinter ihmher; er bittet schließlich die Eltern um ihre Hilfe und diese wird ihm auchzugesagt. Endlich kommt es zur Schlägerei zwischen Mädchen und Bo-ten und damit endet das Gedicht, das allerdings, wie P. Lehmann 2 wohlrichtig vermutet, auch in der Überlieferung der Vaticani seinen wirklichenSchluß nicht besitzt. Das Stück gehört zu den besten seiner Art, manfindet in ihm eine gewisse Charakteristik, und der Situation sehr ent-sprechend sind Worte wie 260. 265.

Ueberlieferung im Vindob. 303 s. XIV f. 112b, 3114 s. XV f. 225a, 13685 s.XVf. 231, Erlang. 849 s.XV f. 155 b, Einsidl. 328 s.XV p. 143156. 3 Cracov. 2233 s.XVp. 104 und die beiden vollständigsten Vat. 1602 s. XIV und Vat. Pal. 910 s. XV, un-benutzt noch Klagenfurt, bischöfl. Bibl. XXXc 29 f. 269278 b, vielleicht mit demnoch fehlenden Schluß; außerdem Exzerpte 4 im Berol. Diez. C. 4°. 79 f. 69a; dreizehnVerse im Halberstad. 71 s. XV. Versl06f. und 125 nach P. Lehmann bei J.Werner,Lat. Sprichwörter etc. p.85 r 37 und p.101 u 75, Vers 2 f. in einem Liebesbrief beiM. Haupt, Des Minnesanges Frühling S. 262 (ed. Fr. Vogt, 1920). Alte Drucke beiJahnke p. 13 ff. 17 f. Neue Ausgabe von Rieh. Jahnke, Comoediae Horatianae tres(Lips.1891) p. 6987; die letzten 78 neuen Verse (298375) bei P.Lehmann, Ztschr.für roman. Phil. 46, 699705. Zur Metrik und Grammatik Jahnke a. a. O. p. 3542,zur Kritik p. 43 ff.

Anlehnung an ältere Dichter: Vers 37 Maximian El. 1, 85; Vers 39 ib.l, 95; Vers 42ib. 1, 93, Ovid. Met. 3, 422; Vers 87 Cat. Dist. 1, 5, 2.

11. PAMPHILUS DE AMORE

Ohne Zweifel haben wir es hier mit dem Titel eines Gedichts undnicht mit einem Dichter Pamphilus zu tun. Wenn es in Goldasts Aus-gabe 5 heißt, daß ein Vers aus dem Gedichte 6 unter dem Namen desMaurilianus im Prisciankommentar eines Guermundus angeführt werde,so ist das Fiktion oder Verwechslung wie auch Goldasts DichternamePamphilus Maurilianus. Das Gedicht ist unter allen ähnlichen weitausdas bekannteste, es hat eine sehr große Verbreitung gehabt und ist inalter Zeit häufig gedruckt worden. Dazu hat wahrscheinlich das ihm

1 Bis hierhin (Vs.297) ging der Druck bei nis; die Hs. scheint nirgends benutzt zu sein.

Jahnke. In den folgenden Versen offen- 4 Vgl. auch Jahnke a.a.O. p. 33f.

bart der Bote erst seine wirkliche sagacitas. 6 Francof. 1610 p. 26.

\ Ztschr. f. roman. Phil. 46, 705. " Vs. 397 (bei Goldast nach der gewöhn-

3 Summi victoris fratrem es miser om- liehen Zählung 395).