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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1026 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Ueberlieferung im Vindob. 312 und 303 s. XIV und Vat. reg. 344 s. XIII f. 521Fragmente auch im Oxon. Bodl. 851 s. XV f. 5. Ausgabe von E. Dumeril, Les origineslatines du theatre moderne (1849) p. 285297. Vgl. Cloetta S. 80 ff. und 153 ff »istlitt. 22, 59 ff. Faral p. 352358.

6. LYDIA

Daß dies Stück von dem Dichter des Miles gloriosus stammt, ist wegenseiner Sprache und Ausdrucksweise wenig wahrscheinlich. Die Lydialehnt sich nämlich mehrfach an antike Dichter an, 2 besonders an Vergildessen Schilderung der liebeskranken Dido nicht selten für die Verliebt-heit der Lydia zur Unterlage diente. Außerdem beschränkt sich derDichter in der Lydia nicht so ganz auf die Erzählung selbst wie der desMiles, sondern er wird viel breiter und ausführlicher, namentlich im Anfang,wo besonders die Versuche der Kupplerin Lusca, den Liebhaber Pyrrhus fürdie verheiratete Lydia einzuf angen, recht eingehend dargestellt werden. Außer-dem findet sich manches mythologische Beiwerk, wie auch im Eingange derBetrug Jupiters bei Amphitryon berührt wird. Auch in diesem Stück wirdeine orientalische Erzählung behandelt, nämlich die von den drei Proben,die einer Gattin von ihrem Liebhaber aufgegeben und von ihr bestandenwerden, und von der vierten und Hauptprobe auf und unter dem Birnbaum,wo die Frau ihren Gatten zum Zeugen seiner Beschimpfung macht und ihmsogar die Überzeugung beibringt, daß alles das, was er gesehen habe, nurEinbildung gewesen sei.

Ueberlieferung im Vindob. 312 f. 3140 s. XIV. Ausgabe von E. Dumeril, Poesiesinedites du moyen äge (Paris 1854) p. 353373. Vgl. V. Leclerc in Hist. litt. 22, 62 ff.Cloetta S. 81. 83. Zur Benutzung der Fabel bei Späteren (Boccaccio hat die Lydia imDecam. 7, 9 paraphrasiert) vgl. R. Peiper, Arch. f. Lit.-Gesch. 5, 536 und Cloetta S. 83.Faral p. 358ff.

7. PAMPHILUS UND GLISCERIUM

Diese Komödie von 104 Distichen besitzt als Rahmenerzählung die Dar-stellung einer Reise von Lisieux nach Paris und der Rückreise über Ev-reux nach Lisieux, falls die von Lohmeyer 3 vorgeschlagenen Textände-rungen richtig sind. Der Dichter war jedenfalls ein Geistlicher, der zur ZeitKönig Heinrichs IL wohl in Lisieux lebte und dort zur Umgebung des Bi-schofs gehörte. Die Erzählung selbst ist so lebendig und so einfach gehalten,daß Lohmeyer 4 wohl mit Recht annimmt, daß der Dichter ein wirklichesEreignis in satirischer Beleuchtung behandelt. Es treten drei Personen auf,Pamphilus, sein Sklave Birria und seine Geliebte Gliscerium, 5 welche Namenvielleicht aus der Andria des Terenz stammen. Benutzt hat der Dichtervielfältig den Amphitruo des Vitalis, wie Lohmeyer nachwies, dagegen 6ist mir die unmittelbare Anlehnung an alte Dichter nicht aufgefallen. 7

Pamphilus hört, daß seine geliebte Gliscerium in Frankreich sei. Er be-steigt ein Pferd, während sein Diener Birria zu Fuß gehen muß, und sie

1 Vgl. Haureau, Not. et extr. 29, 2, 351. 5 Natürlich aus Glycerium verderbt.

2 Vs. 17 vgl. Hör. Ep. 1, 3, 30. 54 vgl. 6 A. a. O. S. 155.

Aen. 4, 2. 501 vgl. Aen. 2, 725. ' Abgesehen von 55 piscis aristo, (vg.

3 Ztsclir. f. deutsches Altertum 41, 149 Auson. Mos. 85. 119) und 67 coclana, vgl.Vs. 163 und S. 150 V. 195. Juv. 3, 85 und Glossae in Juv. 3,85 (Goetz,

4 A. a. O. S. 154. CGI. 5).