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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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G. Weltliches und geistliches Drama 1025

läßt beim Urteilsspruche deutlich durchblicken, daß er den Frieden seinerEhe nicht mehr stören werde. Das Stück mag um 1160 gedichtet sein undbesteht aus 128 Distichen.

Ueberlieferung im Vindob. 303 s. XIV und 312 s. XIV; vielleicht befand sich dasStück in einer deutschen Bibliothek nach Berol. theol. qu. 140, wo es im Katalog heißt EtOvidium de milite et de Afra. 1 Matthäus nennt das Stück in seiner Ars versificatoria 3, 43(ed. Faral, Les arts poetiques du Xlle et XHIe siecle, Paris 1924) p. 177 und zitiert einDistichon daraus. Ausgabe von M. Haupt, Exempla poesis Latinae medii aevi (1834)p 19 ff. Vgl. Cloetta S. 78 ff. Groeber, Grundriß d. rom. Phil. 2, 412. Faral, Romania50, 348351.

Miles gloriosus. Dies Stück ist wie die Lydia von Endlicher 2 aus reinäußerlichen Gründen dem Matthäus beigelegt worden. Dagegen ist Cloetta 3 mitRecht aufgetreten, aber es wird noch genauer Untersuchung bedürfen, um Klarheitzu schaffen. Diese Komödie von 182 Distichen hat folgenden Inhalt.

Im Beginn ruft der Dichter die Thalia an und führt einen jungenarmen Ritter 4 ein, der nach Rom kommt und über den Glanz der Stadtstaunt. Beim Puteal trifft er auf einen sehr reichen Mann namens Civis,auf den sich das Gold des Paktolus, Hermus und Tagus vereint zu habenschien. Dieser bietet dem jungen Ritter Teilung seines Vermögens an,wenn jeder dem andern die Hälfte seiner Einnahmen abgebe. Als aberder Ritter von ihm Abschied nimmt, nachdem sie jenen Bund geschlossen,wirft die Frau des Reichen ein Auge auf den jungen schönen Mann und ver-liebt sich völlig in ihn. Schon am nächsten Tage läßt sie ihn rufen und bietetihm ihren Reichtum für seine Liebe; ebenso wie ihr Mann sie gekauft dennsie sei an einen Civis vermählt, so kaufe sie ihn jetzt, da sie große Mittelhabe. Der Ritter willigt ein und bringt dann dem Civis die Hälfte des er-worbenen Geldes, da er nicht ahnt, daß der von der Frau leichthin ge-nannte Civis derselbe sei, mit dem er sich verbunden hatte; ja er erzähltdem Civis sogar den ganzen Hergang. Der Alte erkennt, daß das Geld vonihm stamme, und um sicher zu werden, fordert er den Ritter auf, die Ge-liebte wieder zu besuchen, begibt sich aber sofort zu den Brüdern seinerFrau, mit denen er sie überraschen will. Die Frau ist aber klüger als er, sieverbirgt den Ritter und weiß sich vollständig zu verstellen, so daß der Altesich selber mißtraut. Aber die Wiederholung der Geldteilung und die er-neute Erzählung des Ritters beseitigen jeden Verdacht einer Täuschung,und der Alte fordert den Ritter von neuem auf, der Frau zu nahen. Dieserund ein weiterer Fall enden auf die gleiche Weise, und ein letzter Versuchdes Alten, den Ritter des Ehebruchs zu überführen, mißglückt ebenfalls,da der Ritter, mit der völlig verkleideten Frau zu großer Gesellschaft ge-laden, eben im besten Erzählen seiner Liebesabenteuer ist und, von der Frauheimlich bedeutet, nicht fortzufahren, seinen ganzen Bericht als einen Traumausgibt. Civis wird nun von seinen Schwägern gröblich mißhandelt undunter Zurücklassung seiner großen Schätze aus dem Hause gejagt und dieHochzeit 5 des Ritters mit der Frau wird prunkvoll begangen.

1 Vielleicht aber bezieht sich die Angabe tus zu stammen braucht, hat L. Müllerdes Katalogs auf die Tragödie De Affra et (Fleckeisens Jahrbücher 97,733f.) bemerkt;Flavio. vgl. Cloetta S. 82 n. 4 und K. v. Rein-

2 Catal. codd. phil. Vind. p. 162f. hardstöttner, Plautus S. 616.

3 A.a.O. S. 79ff. 6 Hierbei werden Vs. 349360 Gemälde* Er heißt bald Miles bald Eques. Daß erwähnt, deren Stoffe aus dem trojanischen

nicht einmal der Titel des Stückes aus Plau- Kriege entlehnt sind.

H. d. A.IX2, 3 65