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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1022 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

seinem Aufenthalt in Sizilien eine Erzählung bekannt wurde, die manauf Menander zurückführte und die ins Lateinische übersetzt wordenwar. Allerdings ist vielfach Anlage und Charakter einer griechischen Ko-mödie gewahrt, wenn auch mittelalterliche Verbrämung eine nicht ge-ringe Rolle spielt. Ferner macht Lohmeyer darauf aufmerksam, daß dieFabel des Stückes eine gewisse Verwandtschaft mit einer Stelle derHist. VII sapientum zeigt. 1 Für die Herleitung des Stoffes aus Menanderist aber wichtig, daß ein Stück AvSpoyuvo? von diesem existierte und ehe-dem in der Amplonianischen Bibliothek sich die Alda unter dem Titel An-drogynaculum befand. 2 Wilhelm bekennt, daß er zu der alten Fabel man-ches hinzugesetzt habe, und er stellt seinem Stücke ein Argument mit kür-zester Inhaltsangabe sowie einen persönlich gefärbten Prolog vor, in demer sich über die Herkunft der Fabel und über seine Behandlung derselbenausspricht und verteidigt.

Das Stück beginnt mit einer sehr langen Klage 3 des Ulfus bei der Nieder-kunft seiner Gattin Alda mit einer Tochter, der die gebärende Mutter mitzwar echt menschlichen, aber auch zu lang ausgedehnten Trosteswortenbegegnet. Darauf stirbt die Mutter. Doch ersetzt dem Vater die TochterAlda allmählich die Gattin. Sie blüht in großer Schönheit heran, hat abererwachsen nach dem Willen des Vaters noch keinen Mann gesehen außerden eignen Vater. Vom Ruhm ihrer Schönheit angelockt empfindet einreicher Jüngling Pyrrhus zu der noch nie Erblickten rasende Liebe und seinabschreckend häßlicher Sklave Spurius 4 soll ihm Hilfe gewähren. Dieserhält ihm eine lange Rede von der Habsucht, wobei der Ausfall gegen dieGötter (Vs. 215224) ein versteckter Hieb gegen die Habsucht der Kuriesein könnte. Er redet seinem Herrn zu, die Alda mit Geschenken zu ver-suchen und zu diesem Zwecke seinen geizigen Vater zu bestehlen. Als diesgeschehen, formt Spurius eine Pastete und füllt sie mit jungen Hühnernund Schweinefleisch auf der Grundlage von Pfeffer. Er freut sich ins-geheim, daß er nun diese köstliche Speise genießen werde, und eilt zuseiner Geliebten Spurca, die in einer elenden Hütte wohnt und den Gelieb-ten erst mit Unmut empfängt, aber dann freudig mit ihm das herrlicheMahl und dann das völlig zerrissene Lager teilt. Am Morgen kehrt er zuPyrrhus zurück mit der Meldung, daß er nur Schläge bei Alda empfangenhabe, der Herr müsse auf anderes sinnen. Da offenbart sich Pyrrhus deralten Amme seiner ihm sehr ähnlichen Schwester und diese verkleidet ihnin die Gewänder der Schwester, so daß er dieser völlig gleicht. Nun machter sich zu Alda auf, die er beim Spinnen findet. Er teilt ihr mit, daß er ge-kommen sei, sie zu belehren, so daß sie auch nach dem Tode berühmtwerde; sie solle nur alles nachmachen, was er angebe. Alda hat kein Arg,

1 Vgl. P. Cassel, Mischle Sindbad, Se- diese Deutung des verderbten Wortes ge-cundus etc. (1891) S. 24 ff. Außerdem vgl. kommen.

Hist. VII sapient. ed. Hilkal,26ff. (Hei- 3 Der Leser bleibt zunächst darüber im

delbergl912) die Geschichte der Juvenis unklaren, daß Alda bei ihrer Geburt der

femina. Mutter das Leben kosten solle.

2 Vgl.P. Lehmann 2,li,20musaBlesen- 4 Die Schilderung Vs 171192 hat Aehn-sis egregia de antropynaculo i. e. de mascula lichkeit mit der Selbstsrhilderunff des Mer-virgine. Lohmeyer p. 15f. ist zuerst auf kur-Geta im Amphitruo des Vitalis