G. Weltliches und geistliches Drama 1019
Magier und weiht zwei Freunde ein, die ihn bei Querulus als mächtigenZauberer einführen sollen. 1 Diese zwei Spitzbuben führen ihre Rollen auchgewandt durch, indem sie wie in einem zufälligen Gespräch den Magier inden Himmel erheben 2 und den dabei zuhorchenden Querulus auf das höchsteneugierig machen. Als sie fortgehen, stürzt er ihnen nach und im Hause desMagiers finden sie diesen auf hohem Thron. Er erzählt dem Querulus dessenGeschicke und die Konstellation bei seiner Geburtsstunde, so daß er ihnvöllig sicher macht. Nun ziehen sie unter Beschwörungen in das Haus desQuerulus und heimlich vor diesem erheben sie den Schatztopf und führenihn fort. Aber als sie mit ihm in Sicherheit sind, erweist sich dieser alsAschenurne, und Paulus beklagt nun sein Schicksal, daß er die Asche desTripericius, des Vaters von Triperus 3 (die Namen sind verderbt aus Trie-rinus Tricipitini filius [Aulularia ed. Peiper p.46, 2]), statt des erhofftenSchatzes besitze. Und so werfen sie die Urne durch einen Spalt in das Hausdes Querulus wieder hinein, wo sie zerbricht und das Gold herausstürzt.Und in seiner Freude über den großen Reichtum geht Querulus auf den Aus-spruch eines Schiedsrichters ein, der dem geständigen Paulus den ihm einstversprochenen Lohn zuweist. — Auch dieses Stück hat größere Episoden auf-zuweisen, die namentlich in den Unterhaltungen der drei Sklaven bestehen.So wird auch hier der Gang der Handlung öfters wesentlich unterbrochen.Die Sprache ist meist einfach, schlicht und verständlich, doch ist das Stückmehr erzählend als handelnd und es besitzt nicht ganz die durchsichtigeKlarheit wie der Geta, was vielleicht mit dem Stil der Prosa-Aululariazusammenhängt, wenn diese wirklich die unmittelbare Vorlage des Vitalisgewesen ist, was ich bei der großen Inhaltsverschiedenheit nicht ohneweiteres zugeben möchte. Jedenfalls hat die Nachwelt über dies zweiteStück nicht so günstig geurteilt, wie über den Geta, denn die Aulularia wirdnur selten angeführt und die Zahl ihrer Handschriften ist sehr gering. BeideStücke des Plautus haben später Moliere das Vorbild zu einer Komödiegegeben, der Amphitruo zum Amphitryon, die Aulularia zum l'Avare.
Anführungen bei Hugo von Trimberg im Registr. mult. auct. 760. 762 (Wiener SB.116,182) und 764 f. die beiden ersten Verse; 4 im Florileg. Gottingense N. 124 (Roman.Forsch. 3, 294) Vs. 783. 782 und N. 213 S. 301 Vs. 363 f. Aufschriften aus mittelalter-lichen Bibliotheken lassen sich kaum auffinden, da die Rhein. Mus. 47 Ergänz. S. 101von mir gegebenen Stellen ■— sie sind durch Lanthony s. XIV und Fulda s. XVI zu ver-mehren — sich jedenfalls auf die Prosabearbeitung beziehen. Hss. Lambac. 100 s. XIIf.45b und 33 (kürzlich im Handel); Duac. 371 s. XIII f. 46b, außerdem die Hss. desCommelinus zur ersten Ausgabe (Plauti Querolus sive Aulularia etc. 1595). Ausgabenvon Fr. Osann, Vitalis Blesensis Amphitryon et Aulularia eclogae (Darmst. 1836) p. 33;von E. Müllenbach, Comoediae elegiacae 1, 53. Vgl. Müllenbach S. 23 ff. K. v. Rein-hardstoettner, Plautus (Leipzig 1886) S. 270—274. Cloetta, Beitr.z.Lit.-Gesch.d.MA.u. d. Renaiss. 1, 69 f. Dumeril, Poes. ined. p. 443—445. Osann a.a.O. p. IX. XVIII;vgl. Faral a. a. O. p. 329—333. W. Creizenach, Gesch. d. neu. Dramas 2 1,19—26.
1 Vs. 353 p. 68 Sit persona magi, Romani Lambaeensis .Comedia Triperi'. Die wirk-lingua, potentis Vultus, philosophi sermo, liehen Namen s. Aulularia ed. Peiperstudenüs opus. — 399 genus esse deorum p. 46, 2f.
aus Verg. Aen. 4, 12. 465 labor Herculeus 4 7 60 Querulus et Merulus his adiciantur . ..
vgl. Hör. C. 1, 3, 36. Nam Querulus falsidicus tolus est iocosus. Zu
2 Vs. 493 p. 75 Castigat mentem Iovis: invito den Flores, die Verse aus der Komödie be-lovemultaEsseiubet.sicestluppiteripselovi. sitzen, s. Müllenbach p. 52.
3 Daher die Auf- und Unterschrift im