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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1016 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Matthäus, so daß man denken könnte, Matthäus habe entweder in derSchule oder aus den Stücken des Vitalis gelernt. Vitalis beruft sich nunin der Aulularia auf Plautus und vindiziert diesem die Fehler, deren manihn selbst zeihen könne: Er folge dem Plautus und habe ihn verkürzt under trage dazu bei, daß Plautus wieder Gefallen errege. Das ist natürlich in-sofern einzuschränken, als dem Vitalis nur Prosabearbeitungen plautinischerStücke vorlagen. Für den Ampitryon oder Geta war es eine Bearbeitungdie auch Bischof Jonas von Orleans benutzt hat, 1 und für die Aulularia wohldie bekannte Prosaversion des Querolus. Einen gewissen Zusammenhangmit der alten Komödie verraten auch die Beigaben des Vitalis, denn er hatjedem seiner zwei Stücke, einArgumentum und einen Prologus, vorangestelltwo er im Argumentum eine kurze Inhaltsangabe der Komödie bietet, wäh-rend er im Prolog über sich selber spricht.

Zeugnisse. Zu den zwei Stücken vgl. Aulul. 27 (Vitalis Blesensis Amphitryon etAulularia eclogae ed. Fr. Osannus, Darmst. 1837 p. 34) Amphitryon nuper nunc Aululariatandem Senserunt senio pressa Vitalis opem. Das Zitat beiMatthäus von Vendöme im Darm-stad. 739 f. 141 s. v. lentus, vgl. bei Osann p. VIII und C.W. Müller, Vitalis Bles. Getacomoedia, Bern 1840, S. 5. Alter des Bern. 702 bei H. Hagen, Catal. codd. Bern. p. 504;Müllenbach, Gomoediae elegiacae p. 13 n. 1. Berufung auf Plautus Aulul. 11 (Osannp. 33, Müllenbach p. 53) Qui releget Plautum mirabitur altera forsan Nomina personisquam tnea scripta notent; 20 crimina Plautus habet. Absolvar culpa, Plautum sequor; 23Ilaec mea vel Plauti comoedia nomen ab olla Traxit, sed Plauti quae fuit illa mea est. Cur-tavi Plautum: Plautum haec iactura beavit; Ut placeat Plautus scripta Vitalis emunt. ImProlog zum Amphitryon spricht er sich darüber aus, daß es töricht sei, Gedichte zu ver-fassen, da jetzt alles nach Geld trachte, Vs. 19 (p. 2 Osann) Utilius tacuisse foret quamscribere versus, Scriptor enim pretio scriptaque laude carent. Quem iuvat iste labor, soli sibiscriptitet ille.

a) Amphitryon (Geta). 2 Da Amphitryon auf der hohen Schule in Athenstudiert, beschließt Jupiter dessen schöne Frau Alcmena zu besuchen undbefiehlt dem Merkur, sich in die Gestalt von Amphitryons Sklaven Geta zuverwandeln. Auf die Nachricht, der Gatte kehre zurück, läßt Alcmena freu-dig das Haus schmücken und Jupiter will ihr in der Gestalt des Gattennahen. Alcmena aber befiehlt dem Sklaven Byrrhia an die Küste zu eilenund sichere Nachricht zu bringen. Jupiter in der Gestalt Amphitryons undMerkur als Geta treten bei Alcmena ein und Jupiter läßt, als sich dieFrau seiner Liebe hingibt, die Türen verschließen. Unterdes geht derfaule Byrrhia zum Strande. Als Amphitryon wirklich ankommt, schicktdieser Geta mit seinen Büchern voraus, um die Ankunft zu melden. Byrrhiaerkennt ihn von weitem und verkriecht sich in eine Höhle, verrät sichaber, als Geta vorbeigeht und mit seiner erlernten Philosophie prahlt. Sogewahrt ihn Geta endlich, meint aber zu ihm, daß er gar nicht Byrrhiasei, bis dieser wirklich hervorkommt und von Geta den Auftrag erhält,die übrigen Bücher zu holen, vor deren Last er ihm bange macht; Getageht dann nach Hause, Byrrhia holt die Bücher. Als aber Geta vorsHaus kommt, bleibt alles verschlossen und still, und Merkur (in Getas Ge-stalt) weist ihn ab, da Amphitryon drinnen sei. Geta weiß nicht, was erdazu sagen soll, da ihm der andre Geta sagt, Byrrhia sei schon zurück, undda er sieht, daß er selbst zu zwei Personen geworden ist. 3 Schließlich will

1 Vgl. Bd. 1, 378ff. sed non sum qui loquor unus, Ergo nihil

2 Vgl. Faral, Romania 50, 323329. Geta est, nee nihil esse potest. 290 Non leve

3 279 (Osann p.19) Omne quod est unum est, ne Geta sit duo sitve nihil.