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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1012 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

der antiken Mythologie und Philosophie zeigte, und über die Artes. Darauffolgt die Geschichte der Patriarchen und Mosis, der Weg der Israeliten insgelobte Land und die jüdische Geschichte bis zur Perserherrschaft. Hieranschließen sich die Propheten und Stücke aus Frechulph von der Schöpfungbis auf Tiberius. Nunmehr folgt die Geschichte von Christi Jugend, LehreLeiden 1 und Himmelfahrt; an die Apostelgeschichte schließt Herrat Stückeaus Frechulph über die Sendung der Apostel und über die römischen Kaiserbis auf Phocas. Darauf folgen Mitteilungen über Verhältnisse in der Kircheund Stücke aus Ivos Dekretalien über den Primat des Papstes. Schließlichgelangt die Darstellung zum Wirken des Antichrist und zum jüngsten Ge-richt und es erfolgt die Beschreibung des himmlischen Jerusalem, wobeidas Gedicht Cives coelestis patriae 2 ganz angeführt wird. Hiermit ist dasHauptwerk in Wort und Bild beendet, doch folgen noch einige wichtigereStücke, nämlich Auszüge über das gesamte kirchliche Dogma sowieüber das moralische Lehrgebäude der Theologie, eine Papstliste, ein voll-ständiges Kalendar und Ostertafeln bis 1707. Die zeitgenössische Ge-schichte aber läßt Herrat völlig unberücksichtigt; vielleicht hielt sie sie alsaußerhalb der Erbauung für Nonnen liegend.

In das Ganze hat nun Herrat eine größere Anzahl von Gedichten ein-gelegt, wie ein solches ja auch das Werk beginnt und sich mehrere amSchlüsse finden. Die meisten scheint Engelhardt 3 abgedruckt zu haben.doch ist die Reihenfolge im Druck wohl vielfach geändert. Die im Schluß-gemälde angebrachten Hexameter 4 sind weder stofflich noch formal vonBedeutung, ein Teil ist monosyllabischen Ausgangs und besteht aus Trininisalientes, andere sind leoninisch. Die zwei Schlußgedichte auf Hohenburg(Odilienberg) sind rhythmisch und bestehen aus zehn und sechs Strophen,die sich aus je sechs Versen, nämlich vier Viersilbern und zwei Siebensilbernzusammensetzen. 5 Im ersten preist Herrat die Nonnen glücklich, daß sieim Kloster den biblischen Nektar trinken und von irdischer Liebe unberührtden himmlischen Bräutigam verehren, und im zweiten beglückwünscht siedie Nonnen, daß sie sich in heiligem Drange an Christus hingeben und ihnschauen werden.

Unter den Gedichten befinden sich einige Weihnachtslieder, 6 deren erstessechs Strophen zu je fünf Versen besitzt; diese bestehen aus Siebensilbern,sind gereimt und haben monosyllabischen Ausgang, 7 wodurch der Eindruckdes Tiradenreims verstärkt wird. Das Gedicht bringt hauptsächlich die typo-logischen Beziehungen auf Christus aus dem alten Testament und ist dahersehr reich an Bildern. 8 Im zweiten feiert Herrat Christus als die Blume, dieaus Maria Schöße herauswuchs. Auch dies Gedicht besitzt einen allegorischenBilderreichtum und ist poetisch erdacht. Es hat fünf Strophen von je siebenVersen zu sieben Zeilen, und zwar folgen auf drei Achtsilber ebensoviel Sie-

1 Dies beginnt Herrat mit dem erwähnten 6 Mit dem Reim aab ccb; S. 128132. Beiunbekannten Gedicht Anselms. 2, 2, 3 (p. 131) ist Sancta cohors virginumm

2 Das Gedicht vgl. unter Marbod. Es sind lesen.

16 Strophen zu sechs Zeilen von steigenden 6 Engelhardt S. 132f.

Achtsilbern. 7 Mit Ausnahme von Str. 1 und 3, II.

3 Vgl. a. a. O. S. 121169. 8 4, 1 und 5, 2 ist virga, 5, 3 ist Caro zu

4 S. 126f. lesen.