1010 Vierter Abschnitt. Die Dichtung
stes stets voran ist. Tapfre Männer müßten jetzt ausziehen zur Abwehraber keine Jünger des Epikur, die ihre Haut pflegen. 1 Mit dem Kreuzesinkt der Glaube und wer ihn hochhält, der möge das Kreuz erlösen. DieGläubigen aber mögen sich nicht um Schätze kümmern, sondern imGlauben leben; der Leib Christi genüge ihnen als Wegzehrung. Christusselbst sagte, als er sich seinem Peiniger überlieferte: Wenn du nicht ster-ben willst für den, der für dich starb, so erfüllst du deine Pflicht gegenden Schöpfer übel. Und der am Kreuze für dich starb und seine Armenach dir ausstreckt, wird unwillig werden. So nimm denn das Kreuzund weihe dich dem, der mit seinem Leib und seiner Seele dich erlöste.Im Petropol. Q. IV. 4 s. XII finden sich von Magister Berterus Verse De Ludo-vico rege, vgl. N. A. 5, 610.
Walter von Chatillon (bei Strecker, Moral.-satir. Gedichte Walters v. Ch. p. 41 N.3, 1, 4) Inter quos sunt quatuor rithmice dictantium, Qui super hoc retinent sibi Privile-gium: Stephanus flos scilicet Aurelianensium et Petrus qui dicitur de Castro Blesensium.Istis non inmerito Berterus addicitur Ueberlieferung außer bei Roger im Oxon. Bodl AddA 44 s. XIII und Einsidl. 250 p. 425 s. XII/XIII. Druck Migne 155, 1289.
9. HERRAT VON LANDSBERG
Die Nonne Herrat hat einen beträchtlichen Teil ihres Lebens wissen-schaftlichen und künstlerischen Bestrebungen gewidmet. Sie wurde nachdem Tode der Belindis 1167 Äbtissin des im Elsaß gelegenen KlostersHohenburg und vollendete als solche das längst von ihr begonnene WerkHortus deliciarum, das sie zur geistlichen und geistigen Erbauung ihrer Mit-schwestern verfaßte. Aus zwei Daten, die sich darin finden, ergibt sich,daß sie damit spätestens im Jahre 1159 begann und es vielleicht noch 1175vollendete. Nachdem sie 28 Jahre ihr Kloster geleitet hatte, starb sie imJahre 1195.
Hortus deliciarum. Das außerordentlich bedeutende Werk, dessenOriginal leider verloren ist, 2 beginnt mit einem Rhythmus von 24 gereim-ten Strophen zu je vier trochäischen Siebensilbern. Herrat begrüßt hier ihreNonnen als deren Mutter, rät ihnen, die Welt zu überwinden, und wünschtihnen dazu Gottes Beistand. Sie würden die Stürme der Welt glücklich be-stehen, wenn sie ihren Weg nach Sion nähmen, wo Christus sie erwarte.Möge dieses Buch ihnen nützlich und angenehm sein 3 und möchten sie sei-nen Inhalt immer im Herzen tragen und sie es nicht nach Straußenart ver-gessen. 4 Auf diese Rhythmen folgt eine kurze Prosawidmung: Sie meldetals Äbtissin ihren Nonnen, daß sie das Buch Hortus deliciarum aus verschie-denen heiligen und gelehrten Schriften wie eine Biene zusammengetragenund zu einer Honigwabe vereinigt habe. Fleißig möchten sie darin lesenund ihre Fürsprecher bei Christus sein. Hiermit leitet Herrat ihr Werk ein,das eine gewaltige Kompilation darstellt, deren Grundlage der biblischeBericht von der Erschaffung der Welt bis zum Ende von Christi Herrschaftbildet. Wir finden hier eine systematische Sammlung von Auszügen aus der
1 2, 9 non mollitis Epicuris . . . Cutem cu- vom 24./25. August 1870 vernichtet.rant sumptibus (Hör. Ep. 1, 4, 15f.). 3 23, 1 Sit hie Über utilis, Tibi delectabüis
2 Die Handschrift wurde beim Brande nach Hör. A. P. 343. .der Straßburger Bibliothek in der Nacht 4 24, 1 Ne more struthineo Surrepat oblino