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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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1009
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F. Weltliche und geistliche Lyrik 1009

monasticus ecclesiasticus ordinis expers. Hierzu vgl. die Invectio ,Sacrilegis monachis'bei Wright, Latin satirical poems 2,201. Vs. 69 ist guibus est zu lesen. Ueberlieferung imVindob 984 s. XII und 3358 s. XV. Gedruckt von Röhricht, MIOeG.12, 485 undBlume, Anal. hymn. 33, 316318 N. 266.

7. BISCHOF BRUNO

Ein Bischof Bruno, dessen Zeit und Sprengel unbekannt ist, wird als Ver-fasser einer heftigen Invektive gegen das Papsttum bezeichnet. Das Ge-dicht enthält acht Vagantenstrophen, von denen sieben je eine der Artesliberales benutzen, um mit ihrer Hilfe in boshafter Weise Papst und Klerusanzuklagen. So heißt es in der 8. Strophe, daß die Astronomen aufhörensollten, die Sonne als Lichtspender hinzustellen; denn der Papst selbst,die Sonne der Kirche, strafe dies Lügen, indem er die ganze Kirche in Fin-sternis setzen wolle.

Str. 8,1 Taceant astrologi Amplius probare Solem astris ceteris Lucern ministrare: Papasol ecclesiae Studet hoc jalsare, Qui lotam ecclesiam Vull obtenebrare. Ueberschrift Carmenepiscopi Brunonis invehentis contra papam. Aus der Hs. Sterzing L 26 gedruckt vonZingerle, Wiener SB. 54, 313f. und von Blume, Analecta hymnica 33, 327 N. 271.Vgl. P. Lehmann, Die Parodie im MA. S. 79f.

8. BERTERUS VON ORLEANS

Von Berterus ist wenig bekannt, da er unmittelbar nur von Walter vonCliatillon in dessen Gedichtsammlung W 3, 8, 1 im Verein mit Stephan vonOrleans und Petrus von Blois als rhythmischer Dichter gepriesen wird. 1Später nennt ihn Roger von Hoveden in seiner Chronica zum Jahre 1187und berichtet von ihm, 2 daß dieser Magister von Orleans durch ein Liedviele Leute zur Teilnahme am (dritten) Kreuzzug bewogen habe, und ersetzt dann dieses Lied wegen seiner Bedeutung in den Text seines Geschichts-werkes. Vielleicht wurde Berter Archidiakon in Cambrai, denn unter denBriefen des Stephan von Orleans finden sich fünf Stücke, die an denCambraier Archidiakon Berter gerichtet sind, nämlich N. 99.123; 190,208und 241; literarisches wird hierin nicht erwähnt.

Das von Roger aufgeführte Lied ist im ernstesten Ton gehalten und nimmtzum Vorbild die Threni des Jeremias, an die es sich besonders im Anfangstark anlehnt. Es besteht aus sechs Strophen, deren letzte nur zur Hälftenoch vorliegt; doch es bleibt ungewiß, ob es sich hier um ein Strophenfrag-ment handelt, oder ob Str. 6 vom Dichter so ausgeführt ist. Die fünf erstenStrophen bestehen aus je zwölf Versen und einem Refrain von sechs Versen,nämlich zweimal drei Acht-, zwei Sieben- und einem Sechssilber und derRefrain aus zweimal zwei Vier- und einem Siebensilber. 3 Das Lied besagt:Wie in den Threni des Jeremias ist Jerusalem untröstlich, denn kein Be-sucher kommt am Festtage zum hl. Grabe. Aber gegen des Propheten Wortwird hier niemals das Gesetz untergehen, wo Christus den Leidenskelchtrank. Das Heer folgt dem Kreuzeszeichen, das durch die Macht des hl. Gei-

Vs. 1531 (vgl. Alberti Stadensis Troilus ed. dam clericus dictus magister Berterus Aure-

Merzdorf p. 203 Vs. 153), d.h. Petrus lianensis, qui ad crucem accipiendam mul-

Sanctonensis De excidio Troiae 1. torum animos excitavit dicens: luxta ihre-

1 K.Strecker, Moral.-sat. Gedichte Wal- nos etc.

ters v. Chatillon 3, 8, 1 S. 41. 3 Reim aaabbacccddc/eefggf.

2 Chronica ed Stubbs 2, 330 Eratque qui-H. d. A. IX 2, 3 64