F. Weltliche und geistliche Lyrik 1007
strophen, davon gleich 1—3. 1 9. 13 und 7. 8. 10, alle übrigen verschieden(aus Assis. 695 s. XIII, Paris. 15615 s. XIII und vielen andern Anal. 55,200f. cf. Misset p. 170). [Enge Beziehungen zu diesem Gedicht 2 hat Dedecollatione s. Johannis Baptistae, das aus Laon stammt und von einemNachahmer Adams verfaßt wurde; es stellt den Tod des Johannes sehr aus-führlich dar in neun Doppelstrophen, davon 1—8 gleich; aus Paris. 1086und 1139 s. XII/XIII und vielen andern Anal. 55, 202f.] Höchst lebendigin Gedanken, Worten und Reimen ist das Gedicht De s. Johanne evangeli-sta, das mit dem Verhältnis des Johannes zu Christus und Maria beginnt,dann Züge aus seinem Leben bringt und seine Bedeutung für das Christen-tum würdigt (neun Doppelstrophen, davon gleich 2—4. 6. 8; aus Piacent,capit. 65 ca. 1200, Assis. 695 s. XIII und vielen andern Anal. 55, 215f. Mis-set p. 174). In De s. Katherina wird die Geschichte der hl. Katharina, mitchristologischen Bestandteilen durchsetzt, nach ihrer Lebensbeschreibungvorgeführt (zwölf Doppel- und eine Endstrophe, davon gleich Str. 1—11;aus Carnot. 530 s. XIII, Assis. 695 s. XIII u. a. Anal. 55, 236f. cf. Missetp. 172). In De s. Laurentio besingt Adam die Qualen des Heiligen bei seinerMarterung, seine Standhaftigkeit und seinen endlichen Sieg (dreizehn Dop-pelstrophen, davon gleich 1. 2. 4. 11 und 3. 5. 6. 8—10, fünf verschiedeneRhythmen; aus Paris. 1086 s. XIII, 1139 s. XIII u. a. Anal. 55, 245. Mis-set p. 205). In De s. Michaele et angelis stellt der Dichter in den Vorder-grund den feierlichen Sieg der Engel, der mit Lob und Freude angesichtsder Bewohner des Himmels gefeiert werden soll. Repräsentant aller Engelin Kampf und Sieg gegen den Teufel und dessen Scharen ist Michael, unterdessen Schutz Frieden auf Erden und im Himmel eingezogen ist (die Se-quenz von zehn Doppel- und einer Endstrophe ist in der Form sehr abwechs-lungreich, da sie sechs verschiedene Rhythmen bietet; aus Paris. 778 s. XII,903 s. XII/XIII u. a. Anal. 55, 288f. Misset p. 214f.). In De s. Paulo preistder Dichter die Heiden glücklich, daß sie den Paulus als Missionar gewan-nen, der erst ein reißender Wolf war und dann ein Schaf wurde 3 und dasEvangelium lehrte 4 (große Mannigfaltigkeit in der Form: vier Doppel- undvier Einzelstrophen, alle verschieden außer 10. 11; aus Paris. 1139 s. XII—XIII, 1086 s. XII/XIII, Assis. 695 s. XIII u. Anal. 55, 308. Misset p. 200).In conversione s. Pauli erfaßt die Bekehrung des Paulus dichterisch undträgt sie mit Schwung vor (fünf gleiche Doppelstrophen, aus Paris. 14452s. XIII und 14819 s. XIII Anal. 55, 313. Misset p. 181). Die hauptsäch-lichen Taten des Petrus aus der Apostelgeschichte besingt die Sequenz Des. Petro (neun Doppelstrophen von sehr verschiedenen Rhythmen aus Paris.778 s. XIII, 1139 s. XII/XIII u.a. Anal. 55, 313 f. Misset p. 199). EinGedicht von großer formaler Mannigfaltigkeit 5 und Schönheit De sanctis
14, 1 Agnum monslral in aperto Vox lupus ante rapax vestitur vettere molli.
damantis in deserto wie in der Sequenz ' 8,4 Raptus ad caelum tertium Videt pa-
Anal. hynin. 55, 207 N. 182, 3, 1 Vox cla- trem et filium.
mantis in deserto Ciamal tubat in aperto 5 Alliteration 7, 2, 1 Petrus praeit prin-
und Carm. Burana 10 p. 14 Str. 1, 1 Ecce cipalu, Paulus pottet magistratu. — Weit
sonal in aperto Vox damantis in deserto = übertrieben in Anal. 55, 318 N. 286, wo in
Anal. 54, 404 Str. 1,1. den sechs Doppelstrophen alle Worte mit
Vgl. Blume, Anal. hymn. 55, 203f. p anfangen.
Zu 3, lff. vgl. Prud. Dittoch. 189 Hie