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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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993
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F. Weltliche und geistliche Lyrik 993

die Endverse, soweit bekannt, sind Str. 1 Ovid. Rem. 41. 2 Dist. Catonis 3, 10, 1.3 0vid. Pont. 1, 6, 44. 4 Hör. Ep. 1, 2, 54. 5 Claud. cons. Hon. IV, 305. 6 Juv. 14, 139.7 Hör. Ep. 1, 2, 57. 9 Dist. Cat. 4, 10, 2 (aus Vindob. 883 s. XIV bei Blume, Anal. 33,221 f. N. 229). In dem Gedicht De Avaritia von zehn Strophen zu je zehn Zeilen (zwei-mal vier trochäische Acht- und ein Siebensilber) 1 erzählt der Dichter, daß er auf einergroßen Wiese alles von Menschen versammelt sah: Adam, Abraham, Noah, Plato,Moses, David, Cato, Herodes, Pilatus, den Zöllner, das kananäische Weib, Juno, VenusPallas. Hier wurden die Prophezeiungen der Propheten gelesen, hier trieben Mönche,Bischöfe, Aebte, Künstler, Musiker und Zitherspieler ihr Gewerbe; schöne Gefäße, neuerWein, Gold, Edelsteine, schöne Frauen waren zu sehen, die Lerche sang hier mit derNachtigall, Einhorn, Hirsch und Löwe trieben hier ihre Spiele. Dazwischen aber habe erein entsetzliches Ungeheuer gewahrt, das in seinen gewaltigen Bauch alles Lebende zuverschlingen trachtete: die Habsucht, die nichts verschonte (aus Stiriac. L 26 s. XV beiBlume, Anal. 33, 222f. N. 230). In der Exhortatio bona ad clerum von fünfzehnVagantenstrophen (vier trochäische Sieben-, vier Sechssilber) ermahnt der Dichterseine Mitkleriker, man müsse Christus schenken, was man habe, und nicht denken, daßdazu noch Zeit sei, denn man kenne die Länge seines Lebens nicht und der Böse werdeeinst den Höllenqualen überliefert werden (aus Vorauiensis 374 s. XIV bei Dreves,Anal. 35, 300ff. N. 261). Die Adhortatio ad terrorem omnium enthält eine leben-dige und verständliche Ermahnung an den Klerus: alle Geistlichen vom höchsten biszum niedersten sind zu bestrafen, wenn sie weltliche Schätze sammeln; es geht ihnenwie der Wassersucht, je mehr sie erhalten, um so mehr wollen sie. Aber alle Habsuchtist Wahnsinn, denn im Grabe erhält der Mensch ein dürftiges Gewand, und zudem istalles vergänglich, was er besitzt. Möchten doch die reichen Kleriker den Armen nichtvon der Tür weisen, denn nachdem sie gepraßt haben, empfangen die Armen kaum dieReste des Mahls. Jene können andern wohl Reue und Buße auflegen, aber sie vergessen,daß sie einst mit ihrem eignen Maße gemessen werden. Die Welt ist jetzt verkehrt wor-den, der König ist seiner Verehrung verlustig gegangen und das Recht wird gebeugt.Also mögen sich die Geistlichen das Leben andrer zum Beispiel nehmen (aus Vorauiensis376 s. XIII bei Blume, Anal. 33, 289ff. N. 258). In dem Gedicht mit dem Beginn Inmundo degentium (vier Vagantenstrophen) 2 wird ausgeführt: Die Gebärenden und dieAmmen ertragen Schmerzen, den Menschen reißt die fleischliche Begierde fort, vielefröhnen wie das Vieh nur dem Bauche und viele leben nur um Geld zu sammeln (ausVindob. 883 s.XIV/XV bei Dreves, Anal. 21,131 N.188). De pugna contra luxuriamist eine Sequenz von vier Doppel- und einer Endstrophe; Str. 1. 2 haben zehn Zeilen,3 hat 11, 4 hat 12, die Endstrophe acht Zeilen, und auch die sonstige Form ist sehrmannigfaltig. Zunächst wird hier das Heldentum des Herkules seiner Hingabe an Jolegegenübergestellt; dann werden seine Heldentaten und sein Abgleiten zur Liebe dar-gestellt; der Dichter aber meint, er sei stärker als Herkules, da er die Liebe fliehe undnichts von ihr wissen wolle 3 (aus Laur. Plut. 29, 1 s. XIII bei Dreves, Anal. 21, 154f.N. 221). Ein Gedicht von drei Strophen zu je zwölf Zeilen (viermal je zwei jambischeAcht- und ein Siebensilber, Reim aabaabccdccd) wendet sich gegen die Liebe; derDichter fragt, welchen Nutzen sie habe, sie gewähre nur kurzes Glück und verwandleHonig in Wermut. Stets bedenke man das Ende der Liebe und wie töricht sie den Men-schen mache, 4 außerdem aber, wie nahe der Tod sei (aus Stuttgard. HB II Asc. 95 beiDreves, Anal. 21, 156f. N. 223). In der Exhortatio ad monachos de contemptusaeculi, die aus 34 Strophen von je sechs Versen besteht (zweimal je zwei trochäischeAcht- und ein Siebensilber, Reim aabccb) und in zwei Teile von je 17 Strophen zerfällt,hält im ersten Teil der Dichter den Zisterziensermönchen das Leben der Laien als üblesBeispiel vor Augen, im zweiten Teil macht er auf die Religiosität der Mönche in altenZeiten aufmerksam und ermahnt schließlich den Leser, das eigne Leben zu bessern (ausVindob. 883 und Matrit. 2 N. 4 s. XIII/XIV bei Blume, Anal. 33, 208ff. N. 221).De contemptu omnium vanitatum besteht aus fünfzehn sechszeiligen Strophen(zweimal je zwei Sieben- und ein Sechssilber, Reim aabccb) und hier begleitet derDichter den Menschen von seiner Geburt bis zum Tode, wo er ins Grab gelegt wird,und hält diesem Bilde die Eitelkeit der Welt entgegen; seine Freunde bittet er, Strömevon Tränen für ihn zu vergießen (aus Matrit. 2. N. 4 s. XIII/XIV bei Blume,Anal. 33, 259f. N. 241).

1 Reim aaaabccccb (zweisilbig). Quod novi, Ab amore spiritum Sollicitum

2 Vs. 7 f. jeder Strophe ist ein Hexameter. Removi.

"s. 1, 7f. ist Juv. 6, 593. 2, 7f. 3, 7f. Juv. 4 2, 7 Fies rides salis aestuas, DiffidisH, 11. 4, 7 f. Hör. A. P. 476. speras fluctuas, Mutabilis ignoras Quid velis

Str. 4 b, 7 0 Lycori valeas, Et noveas, quidve renuas.

H.d.A. 1X2, 3 63