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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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949
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E. Streitgedichte 949

ein Hexameter oder auch Pentameter und ein elegisches oder auch hexa-metrisches Distichon angehängt werden. Doch ist der Dialog nicht scharfnach diesen sechszeiligen Strophen gegeben, sondern der Beginn der Redebeider Personen fällt nicht nur zuweilen mitten in die Strophe, sondernder Streitende begnügt sich in der Rede auch mehrfach mit einem ein-zelnen Distichon. Einzelne Distichen wie auch das Endurteil fehlen in derHandschrift.

Zunächst begrüßen beide Streitenden den Gott Amor. Acis schmeicheltihm und rühmt von sich, daß er ihm stets gedient habe, Polyphem dagegenstellt sich mit gröberen Worten als den Klagenden hin. 1 Dann fängt Acisden Streit an und Polyphem verspottet ihn wegen seiner Armut und preistin ungefüger Rede seinen eignen Reichtum, worauf sich Acis über seinrauhes Äußere lustig macht, das wenig zur Liebe passe; zum Frohsinn seier geboren, während Polyphem auch den Todschlag nicht verabscheue. Undals er ihn wegen seines einen Auges höhnt, vergleicht Polyphem dieses mitder Sonne, die auch alles sehe. Das verweist ihm aber Acis, indem er ihnauf die Schwärze seines Körpers aufmerksam macht. Und am Schlüssebitten beide den Amor um den Besitz der Schönen. Das Urteil Amors aberfehlt. Der Ausdruck des Gedichtes ist oft etwas dunkel, die poetische Redegehorchte dem Dichter nicht, und es scheint, daß er sich damit hat abquälenmüssen. Dies zusammengenommen mit der nicht gerade geschickten Formläßt auf eine Schulübung schließen, der das Gedicht seinen Ursprung ver-dankt. Die Überlieferung und Reime wie recondi: mundi verweisen es nachFrankreich 2 und ins 12. Jahrhundert.

Ueberlieferung im Paris, nouv. acq. lat. 1544 f. 91a92b. Ausgabe von Walther,Das Streitgedicht in der lat. Lit. des MA. S. 224ff. N. XIV. Vgl. Haureau, Not. et extr.de quelq. mscr. 6, 308 und Walther a. a. O. S. 90f.

Erwähnt sei hier, daß ein Liber de iudicio Paridis, der in diese Umgebung gehörenwürde, sich einst in Canterbury befand, vgl. M.R.James, The anc. libr. etc. p. 73 N. 644.

7. CONFLICTUS MUNDI ET ABRENUNTIATIONIS

Dies Gedicht ist von besonders künstlicher Bauart. Es enthält 9 Strophenvon je 16 Versen, deren acht erste eine Vagantenstrophe mit dem Reimaabccbdd darstellen, worauf zwei Viersilber, ein jambischer Achtsilber, zweitrochäische Achtsilber, zwei Viersilber und ein trochäischer Achtsilber folgenmit den Reimen eefgghhf.

Der Dichter schilt zunächst auf die Welt, daß sie ihm das nicht gehalten,was sie ihm versprochen habe, und daß er daher Abschied von ihr nehme.Die Welt redet ibm zwar zu, keine Furcht zu haben und bei ihr zu bleiben,doch der Dichter zeiht sie der größten Falschheit, 3 und als die Welt ihnwieder auffordert, zu ihr zurückzukehren, 4 da wirft er ihr vor, daß sie nichtsals Lüge kenne. 5 Die Welt fragt nun, ob er wisse, daß sie alles regiere,Kaiser und Papst, Bischof und Kardinal, Mönch und Presbyter.Nein",meint der Dichter,alle, die dir dienen, machst du zuschanden und schickstsei in den Tod; schon die ersten Menschen hast du berückt, also weiche

'3, 4 ist 7Me ego zu lesen. 7,798.

2 Vgl. Walther a.a.O. S.91. 4 4,16 Ut sis dux et rex hominutn.

3 3,1 sprichwörtlich Litus aras nach Aen. B 5, 9 Sic pro melle Potas feile.