D. Persönliche Dichtung 943
Ovid Fast. 1, 225. 177 col. 465D Verg. Aen. 2, 774. 181 col. 468A Hör. Ep. 1,17, 35. 274col. 532B Hör. A. P. 169. Suppl. 11 col. 550B Juv. 10, 342. 24 col. 557C illud Aviani ver-bulo paululum immutato . . . respondebo Avian. 5,18 (semper amicus). Spuren von Allite-ration 5 col. 314B camelo culicem (Matth. 23, 24) cedro carduum (4. Reg. 14, 9) HylamHerculi comparantes. — Für die Altersbestimmung Stephans ist wichtig N. 274 col. 532 B,wo es heißt super me prope iam tremulum senem . .,, si bene recolo, septuagesimum annumbiennio minus complevi.
Außer den Briefen hat Stephan noch 31 Predigten hinterlassen sowie einen Kommentarzum Decretum seines Jugendfreundes Gratian. Doch scheinen weder Briefe noch Predigteneine große Verbreitung gefunden zu haben; beide werden zuerst erwähnt im Katalog vonSte. Genevieve saec. XII (Delisle, Le cab. des mscr. 2, 514) N. 65 Sermones episcopiTornacensis, 66 Littere eiusdem. Die Briefe stehen im Paris. 8630 A s. XIV, 8566 A s. XIII,2923 s. XIV, Valenciennes 4. B. 4. 98 s. XIII. Guelferb. Gud. 309 s. XIV. Ausgaben vonMasson, Paris 1611, von C. du Molinet, Paris 1682, von Migne 211, 309—562 und vonJul. Desilve, Lettres d'Etienne de Tournai, Valenc. et Paris 1893. Die Sermones findensich im Paris. 14935 f. 1—50, die Summa super Decreta im Berol. Phillipp. 2010 = Meerm.97s. XII (ist in der Ausgabe von J. F. Schulte, Gießen 1891 [nach Berol. lat. qu.193 s. XIII und andern Hdschr.] nicht benutzt); zu den Sermones vgl. Migne 211,567_ 576 . _ Vgl. Hist. litt. 15, 524—587.
15. GUALO VON GAEN
Gualo, wahrscheinlich der Freund des Balderich von Bourgueil, hat sichin der Zeit des Kirchenstreites um 1090 als satirischer Dichter hervorgetan.Er gehörte wohl dem Kloster Caen an, auf dessen Abt er eine grimmigeSatire schrieb, und war wohl englischer Abkunft. Das Gedicht, das sich vonihm erhalten hat, widmete er seinen Freunden Hugo von Die, 1 der LegatGregors VII. in Frankreich war und zum Erzbischof von Lyon hinaufstieg(f 1106), und dem Bischof Hugo von Soissons (f 1103). Er erscheint inseinem Gedicht als strenger Anhänger der Reform, indem er sich sowohlgegen Simonie wie gegen die Verweltlichung der Äbte wendet.
Balderich von Bourgueil widmet ihm das Gedicht N. 31 (ed. PhylliaAbrahams, Les oeuvres poetiques de Baudri de B. (Paris 1926) 325); Bal-derich sagt hier von sich Vs. 15 Anser raucus ego strepo sedulus inter olores,.er schickt dem Galo seine Gedichte und bittet ihn um deren Verbesserung.Außerdem kommt Balderichs Gedicht N. 231 in Betracht, das in 60 Di-stichen die große Hinneigung und Verehrung des Dichters zum Freundeausspricht: wenn er Kaiser wäre, so würde er die Verse Galos fürstlich be-lohnen, so aber könne er ihn nur lieben und ihm seine eignen minder-wertigen Verse schicken. Doch glaube er mit Unterstützung Galos weiterzu kommen, denn dieser sei ein großer Gelehrter und Dichter, während erselbst keines von beiden sei. Galo habe nun seine Gedichte gelobt undBalderich müßte sich daher gegen seine Neider verteidigen; seine beste Ver-teidigung aber sei die Freundschaft zu ihm, die immer bleiben möge. 2
Zeugnisse. Vgl. Fierville, Not. et extr. 31,1,142, und Haureau, Not. et extr. dequelques mscr. 5, 228ff. Haureau legt dar, daß vier Zeitgenossen des Hugo von Die unddes Hugo von Soissons den Namen Gualo führten, nämlich der Bischof Gualo (Galon)von Paris (scheidet nach Fierville p. 144 aus) und dessen gleichnamiger Neffe Gualo*Bischof von Leon, und Gualo, Freund des Balderich von Bourgueil. Als Verfasser des Ge-dichts aber hat Gualo von Caen zu gelten, wie Haureau p. 229ff. darlegte, und nicht.Serlo von Bayeux. 3
1 Dessen Tod beklagt Balderich von Bour- 3 Die Hist. litt, gibt das Gedicht an viergueil in Carm. 86. Stellen vier Verfassern, nämlich dem im
2 Zu lesen ist hier 41 nequeant. 75 fumum Audom. 115 eingangs genannten Nikolaus,.dat momentanea. 87 laudando. 95 Clari- dem Marbod, dem Gualo und einem Wi-ficas (?). 100 torruerit. chard, vgl. 8, 362. 10, 376. 11, 421,12, 444.