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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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933
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D. Persönliche Dichtung 933

Utar contra vitia carmine rebelli ist gleichfalls ein lebendiger und scharferAngriff gegen die Verderbtheit der Welt und gegen die Habgier der Geist'liehen, bei Wright, Map p.36 und in den Political Songs p. 14, außer-dem in den Garm. Burana N.42 p.76ff. x Der Dichter sagt, daß seine Wortescharf seien und er nicht Galle mit dem Honig vermische, wie andere täten,bei denen unter der Löwenhaut der Esel hervorgucke 2 und die in Wortendie Tugend selbst seien, aber lasterhaft in Werken. Rom ist zwar das Hauptder Welt, aber unrein von oben bis unten, die päpstliche Kurie gleicht einemMarkte und der Senat ist käuflich. Wenn dich jemand nach Rom zieht, dannsorge nur dafür, daß du geben kannst, ohne Geld wird keine Sache verhan-delt, und nur wenn du gibst, wird dir gegeben werden; alle Beredsamkeitnützt nichts, wenn nicht eine Gabe dabei liegt. Nimm eine Handvoll Geld,dann sind Codex iuris und die Dekreta still, denn die Münze ist hier der Gott,statt des Evangelisten Marcus gilt die Mark, der Geldschrank ist mehr wertals der Altarschrein. Und kommst du zum Papste, dann nimm ein schönesGeschenk mit; anderes wird abgewiesen, denn der Papst will nur einnehmen,und bei ihm heißt es, zahle von der Mark. 3 Und so verlangen sie alle vomPapst bis zum Türsteher herab, gibst du nur einem, so gilt die ganze Sachenichts, und je mehr du gibst, desto mehr fordern sie. Und so wird die Börsegeschröpft und vergleicht sich der Leber des Tityus, 4 da sie sich immerwieder füllen soll. Denn zu Rom beherrscht Pluto (so viel wie Plutus) denHimmel und Jupiter die Unterwelt. An Deutlichkeit läßt diese Satirenichts zu wünschen übrig. Das Gedicht besteht aus neunzehn Vaganten-strophen.

Meum est propositum, 5 bei Wright, Political Songs p. 206; 21 Va-gantenstrophen zu vier Versen. Alles will, sagt der Dichter, höher hinauf,der Kleriker will seine eignen Gesetze haben. Der Philosoph ist zwar mitseinem Ruhm zufrieden, beneidet aber doch den Reichen. Ich will den freienKünsten anhangen, nachdem ich früher Gedichte geschrieben habe. Wersich der Logik hingibt, der wird sein Brot nur unter Schweiß essen, undwer den Gipfel der Künste erreicht hat, wird von den Jüngeren verspottet.Wer über den thebanischen und troischen Krieg liest, dessen Amt wird voneinem Fluche ergriffen werden, während der Jurist Gold sammeln kann.Dialektik kann nur der lehren, der von Hause reich ist. Wenn der Juristkommt, so öffnet sich alles vor ihm, du aber kannst vor der Tür sitzen.Freilich ein reicher Philosoph ist ein seltener Vogel wie ein schwarzer Schwan.Willst du die Geheimnisse der Natur erkennen, so studiere die Physik,Galien und Justinian aber geben ihren Jüngern ordentliche Einnahmen.Das Gedicht ist interessant wegen der Abschätzung der einzelnen gelehrtenStände. Es kann dem Walter aber nicht gehören, da die Auctoritates viel-fach andern Dichtern als den bei Walter gewöhnlichen entnommen sind. 6

1 Zur Kritik vgl. O. Hubatsch, Die lat. de le marc, si vis impetrare.

Vagantenlieder S. 52ff. Vgl. Strecker 4 Die stets wieder wuchs und von Geiern

a.a.O. S.187L 2 Nach Avian Fab. 5,1 f. benagt wurde.

3 Die Wortspiele in Str. 14 lassen sich nicht 6 Wohl nach Archipoeta 3,12,1 wie 7,1

gut wiedergeben: Papa... nomen habet a re, pauper et mendicus nach Archip. 6,16,1.

quiequid habent alii solus vult papare, vel 6 Nämlich Vs. 12 ist Pamphilus 1; 16 Avian

si nomen gallicum vis apocopare, paga paga Fab. 2,1; 32 Boeth. cons. phil. 1 metr. 1,1;