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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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928 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

lieh scharf voneinander, deren erste kaum vom Dichter selbst zusammen-gestellt ist. Fraglich erscheint auch, ob die Sammlungen anfänglich irgend-eine stoffliche Anordnung erhalten haben, was nach dem heutigen Befundekaum angenommen werden könnte. Die zweite Sammlung hat wohl imLaufe der Zeit einige Stücke verloren und Strecker hat erwiesen 1 daßes sogar noch eine dritte Sammlung gab, die anscheinend nur ganztrümmerhaft erhalten ist. Vergegenwärtigen wir uns kurz den Inhalt beiderSammlungen.

0. Strecker S. XIII hat mit Recht hervorgehoben, daß die Arundel-sammlung (London, Arundel 384), obwohl sie zwei Stücke von 0 enthältnichts mit Walter zutun hat, da ihre Kunstformen weit über Walter hin-ausgehen, der sich in dieser Beziehung auch nicht mit dem Archipoetamessen kann; dessen Formen sind zwar auch einfach, aber streng durch-geführt, was bei Walter nicht immer der Fall ist. Von den 33 Liedernsind 14 geistlich, und zwar in einer Hauptrichtung gedichtet. Sie gehenauf das Weihnachtsfest und beschäftigen sich mit Christi Menschwerdungund Erlösungswerk, deuten Alttestamentliches auf Christus und besingenwohl auch Maria (N. 10) und den hl. Nikolaus (N. 11). Die Sprache dieserGedichte bewegt sich meist in den gewohnten Bildern und die rhythmi-schen Formen sind zwar mannigfaltig, aber doch einfach. In ihrer Aus-dehnung gehen die Gedichte über fünf Strophen nicht hinaus, dagegensind zwei von den vier satirischen Gedichten von längerem Ausmaß. Dasbezieht sich nicht auf N. 14, das sich an einen Geistlichen, vielleicht einenAbt, 2 richtet, im Anfang gestörte Überlieferung besitzt und die allgemeineSittenverderbnis beklagt, und auch nicht auf N. 29, das sich gegen die Hab-sucht wendet und verkürzt in die Carm. Burana als N. 86 überging. 3 Aus-führlicher tritt Walter in N. 12 gegen die Verderbtheit der Welt auf, ineinem Gedicht, das doppelte Bearbeitung erhielt; die eine, um Strophe 4vermehrt, findet sich in O, 4 die bedeutend längere wird mehrfach, aberstets in andrer Strophenzahl überliefert. Großer Beliebtheit hat sich dasGedicht N. 27 erfreut, das auch in die Carm. Burana (N. 71) und in dieArundelsammlung (N. 24) überging und in den Distinctiones monasticaeangeführt wird (dort auch N. 8 Str. 1. 2); es richtet sich in scharfer Weisegegen die Sitten der Prälaten und wird vielfach überliefert, allerdings insehr verschiedener Strophenfolge. 5 Zwei Stücke beziehen sich auf Zeit-ereignisse, nämlich N. 16 die Klage gegen Heinrich II. wegen der Ermor-dung Thomas Beckets und N. 30 ein mehrfach überliefertes Gedicht aufdie Krönung Philipps IL August durch dessen Oheim Wilhelm von Reims,dem Walter ja später seine Alexandreis widmete; es entstand zwischenNovember 1179 und Mai 1180. 6 Alle übrigen Stücke sind Liebesgedichte

1 Die Gedichte Walters von Chatillon 4 Im ganzen nur vier Strophen, von denenS. XVI. Nämlich Oxon. Bodl. Add. A44 ent- aber zwei je einen Vers mehr bieten als diehält neben einzelnen Stücken der ersten andre Ueberlieferung.

Sammlung (aber anders geordnet) auch den 6 Strecker S. 49 hält die Vertauschung

in W 9 eingelegten Weihnachtshymnus Dum von Str. 5 und 6 für angemessener.

medium silentium. 6 Vgl. Strecker S. 57, der das Gedicht

2 14, 3,1 die Anrede ,pater l . (Ztschr. f. deutsch. Altert. 61, 215 f.) erst

3 3, 1 ff. vergleicht sich mit Archipoeta richtig hergestellt und beurteilt hat.10, 42 verbum laudabile do das.