926 Vierter Abschnitt. Die Dichtung
Darauf erfolgt der erste feindliche Zusammenstoß mit den Persern, ferner diegewaltigen Rüstungen des Darius mit Hervorhebung des Glanzes, mit dem derKönig ins Feld rückt, die Krankheit Alexanders und seine Heilung durchPhilippus und der Beginn der großen Schlacht bei Issus, 1 deren Verlauf dannim dritten Buche erzählt wird, dabei die Gefangennahme der persischen Für-stinnen, die von Alexander so vornehm behandelt wurden. Es folgt der Zugnach Ägypten, 2 der Besuch des Ammontempels und der Wunsch des Königsgegen die Aethiopen und den äußersten Süden und Osten zu ziehen. Im viertenBuch reiht sich an den Tod von Darius' Gemahlin die Trauer Alexanders umsie, des Darius Gesandtschaft, das Begräbnis der Fürstin und die Bildwerkeauf ihrem Grabmal (aus der Bibel von der Schöpfung an bis auf Esra, angeb-lich von dem Juden Apelles) sowie der Ausbruch des neuen Kampfes. Dasfünfte Buch schildert die Schlacht bei Arbela und die Ankunft Alexandersin Babylon, das sechste den Luxus dieser Stadt und das Verderben, das sieden Makedoniern brachte, sowie die Fortsetzung des Kampfes, das siebentedie Aufstände gegen Alexander und die Tötung des Darius durch Bessus.Im achten Buche unternimmt der König seinen Zug gegen Hyrkanier undAmazonen und bezwingt die Skythen, im vorletzten zieht er gegen dieInder, bekämpft den Porus und besiegt weitere indische Fürsten. Im letztenBuche kehrt der König aus Indien zurück und faßt neue gewaltige Pläne.Aber die Natur selbst beschließt nun seinen Untergang, und der Held, demEisen und Stahl nichts anhaben kann, stirbt durch Gift. Mit der Schilderungdes ebenfalls durch einen angeblichen Apelles 3 verfertigten Grabmals desKönigs schließt das große Gedicht.
Zeugnisse. Die enge Anlehnung an Curtius 1 ermöglichte M. Bacherler (Berl.philol. Wochenschr. 1917, 663 ff. 698 ff. 730 ff.) die Untersuchung nach dem benutztenText; er fand, daß Walters Curtiustext am meisten Aehnlichkeit mit den A-Hss., mitP und Flor. G besaß und sich keiner der erhaltenen Hss. ganz nähert. Zu Justin vgl.Christensen S. 135—140, zur Epitome des Julius Valerius S. 141—149, zu JosephusS. 149 ff., zuIsidorS. 153 ff. Zur Prosodie vgl. Christensen S. 71, zum Reim S. 67ff.,zu den Versschlüssen S. 66 f., zu der Zäsur S. 58 ff., zum Hiat und der Elision S. 60ff.,zum epischen Vergleich S. 77 ff. und zur antiken Götterwelt S. 85 ff. Eigentümlich istübrigens, daß Walter 3,142—153.157 aus einem seiner rhythmischen Gedichte (Strecker3,14, 1—12 S. 43) entnommen hat, wie Christensen S. 83 n. 2 darlegte. Zur freienErfindung des Dialogs zwischen Alexander und Aristoteles (mit Benutzung der Secretasecretorum) vgl. Christensen S. 129—135. Zum Plan Alexanders 3, 400 licet aflec-taret adustas Aethiopum gentes et inhospita Memnonis arva, Aurorae sedes atque inviasolis adire. 3, 455 nare sagaci stammt aus Fort. V. Mart. 3, 329.
Ueberlieferung. Das Epos wird in 18 alten Katalogen in 26 Exemplaren erwähnt,und zwar s. XIII bei Richard von Fournival, s. XIV in Heiligenkreuz, Avignon und Dover(2), s. XIV/XV in zwei Katalogen des Louvre, s. XV in Straßburg, bei Benedikt XIII.,bei Amplonius (2), in Pavia (2), Bibliothek Este, in Florenz San Spirito, bei Paulico,in Lüttich, Clairvaux (5), Bordesholm (2) und 1514 in Altzelle. Die Zahl der Hss. ist groß,allein 19 befinden sich in Paris, wie 5644. 5645. 8359 s. XIV, Sangerm. 536. 537. Noch auss. XIII stammen Berol. Ham. 20, Meerm. 190 und Lat. oct. 74 (Fragmente), Monac.14557,Vindob. 246, 5 Admunt. 128, Amplon. O 90, Holkham 424, Cantabr. Corp. Chri. Coli. 406,Reichenau Fragm. 162; ferner Cantabr. Trin. Coli. 3, Oxon. Bodl. 1269 und Laud. H 6 undK 89. Exzerpte im Berol. Diez. B. Santen. 60 s.XIVf. 22—24. Ausgaben: Straßburg 1513.1558; Ingolstadt 1541 (O. ab Eck); Lyon 1558; St. Gallen 1659 (Gugger) =Migne209,
1 2, 317 ff. Erinnerung an die Rhone und ter Zoloas, der nur durch Alexander ster-das Martyrium der thebäischen Legion bei ben will.
Agaunum. Die Schlacht am Granikus wird 3 Vgl. über diesen Christensen a.a.O.
nur 342 kurz erwähnt. S. 156 n.l.
2 Vs. 141—187 über den in Naturkunde 4 Hierzu vgl. Christensen S. 102—13o.und Astronomie gewaltig erfahrenen Aegyp- 6 Wien besitzt acht Hss.