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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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D..Persönliche Dichtung 921

des Königs dessen Auffassung zu vertreten hatte, wurde er von seinem FreundJohann dringend ersucht, sich für Thomas Becket zu verwenden. Er mußtedes Königs Dienst bald wieder verlassen und wurde nun Lehrer in Ghatillon,in welcher Stellung er viel Ruhm davongetragen haben wird, da er fortan inder gelehrten Welt danach benannt wurde; hier schrieb er seinen Dialoggegen die Juden und erlangte durch seine lyrischen Gedichte großen Ruhmin ganz Frankreich. Er ist aber dann nach einer alten biographischen Notiznach Bologna gegangen, um hier das kanonische Recht zu studieren, undhat auch Rom kennen gelernt, über dessen sittlichen Niedergang er dasLied Propter Syon non tacebo dichtete. Doch seine frühere Zugehörigkeitzur Reimser Kirche brachte ihn schließlich in die Nähe des ErzbischofsWilhelm, als dieser im Jahre 1176 sein Erzbistum Sens mit dem von Reimsvertauscht hatte: Wilhelm erhob den gelehrten und geschäftskundigenMann zum Notar und zum öffentlichen Redner, und zum Danke widmeteihm Walter um 1184 ein Werk, das er während seines Reimser Aufenthaltesschuf und das wegen seines Stoffes und wegen seiner hervorragenden Formin der Dichtung des Mittelalters eine der ersten Stellen einnimmt, nämlichdie Alexandreis. Wilhelm zeigte sich aber für diese Widmung dadurch er-kenntlich, daß er dem Walter eine Kanonikusstellung in Amiens verschaffte.Übrigens wurde der Dichter, wie Johannes de Garlandia mitteilt, von einerSeuche befallen und dichtete zum Trost den Rhythmus Versa est in luctumcythara Waltheri. 1 Auch vermutet Novati, daß er vielleicht in gleicherZeit ein Epos Georgica verfaßt hat, von dem sich nur in einem Pariser Flo-rileg Reste erhielten, die anscheinend mit nicht hierzu gehörenden Versenversetzt sind. In Amiens aber soll er an den Folgen häufiger Geißelungengestorben sein; die Zeit seines Todes ist unbekannt und es läßt sich auchnicht feststellen, ob er ein weiteres Epos gedichtet hat, worauf einige Worteam Schlüsse der Alexandreis ja hindeuten könnten.

Zeugnisse. Die Vita im Paris. 8359 (und sehr ähnlich im Wratisl. Rhed. S. IV. 2 a. 6s. XIV, vgl. Peiper, Walter von Chatillon, Breslau 1859) berichtet: In territorio igiturInsulensi villa Röanio quidam Gualterus nomine oriundus fuit. . . Hie ex eo quod apudCastelionem Galie oppidum scolas rexerit, Galterus de Castelione dictus est. Denique GuillermoScenonensi archiepiscopo chatedre Remensis dignitatem adepto idem Galterus apud eum notariioratorisque funetus officio eius benevolentiam captans in honore illius gesta magna Alexandriekganti stilo composuit ea ratione ut quot litteras hoc nomen Guillermus habet, tot libros illudinsigne Volumen contineret, et ordine quo littere in nomine continentur libri ab eiusdem litterisineiperent, et ut clarius fiat quod dieimus prineipia librorum ponimus et super unumquodqueprineipium litteram super minio denotamus. 2 Eine andere Vita im cod. Matthiaeus undähnlich im Guelferbytanus, gedruckt von F. A. G. Müldener, Diss. de vita mag. PhilippiGualteri ab Insulis p. 35 und Peiper p. 4: Parisius et Remis sub magno Stephano Belvacensistuduit, Laudino scholas rexit deinde ad Castellionem se transtulit. Multum laboris et parumulilitatis 3 esse in liberalibus diseiplinis animadvertens Boloniam* se transferens decreta addi-dicit. Reversus ergo ad familiam b Remensis archyepiscopi Guillelmi reeeptus et Remis gratiamadeptus est. Remensis archyepiscopi interventu Ambianensis ecclesie canonicus effectus ibi

1 Im Paris. 1093 f. 31 und 8447 f. 5 Magis- deinde venu Castellionem ut superius habi-ter Gualterus, qui composuit Alexandreida, tum est.cum percuteretur a lepra dixit , Versa est in 3 So wohl statt utilis.luctum cythara mea' id est Gualteri gaudium, 4 Bestätigt durch die Ueberschrift voncf. Haureau, Not. et extr. 27, 2, 62. Das W 9 Bodl. 603 f.54a Sermo recitatus Bo-Gedicht in den Carm. Burana N. 123 (Hilka) nonie und Paris. 3245 predicans scolaribusP-49. Vgl. Novati, Romania 18, 283. Bononie, vgl. Strecker, ZfdA. 54, 97f.

! Nachtrag am Rande: Parisius autem 6 So wohl statt familiärem,studuit sub magistro Stephano Belvacensi