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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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920
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920 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Zeugnisse. Erwähnung der Apologie in Ep. 36 vgl. Wattenbach, Neues Archiv16, 112. Zu den Vorwürfen seiner Gegner vgl. Wattenbach, Berl. SB. 1893, 397)Sepe . . . vestra sinceritas . . . me rogavit, ut quasdam maculas detractionis obiectas nieismoribus et auribus vestris iniectas . . . excusatione delerem . . . Quod autem huic petüionivestrae . . . parere tarn diu disluli . . . (p. 399) opponunt. . . michi, quod ab adolescentie pri-mordiis . . . duabus viis terram ingressus sim sub sacre pagine maledicto, cum intus perversasit michi conversatio . . . Obiciunt . . . secundo . . . quod animi languore depressum . . , undenee audeam nee valeam immo nee debeam ad alieuius eminentie pervenire seu promotionisascensum. Tercius . . . reprehensionis est locus in eo, quod quasi neglecta cura rei familiarisme dieunt inaniter colere studia litterarum, vacare lectionibus, meditationibus intendere scrip-turarum, darauf die wörtlichen Anklagen der Gegner p. 400401. Das dritte Buch (p. 406)hat die Ueberschrift De tribus speciebus in duobus generibus hominum etc.

Zur Angabe seiner Quellen für Geographie f. 40 (Wattenbach p. 418) Ut cum in ocioet quiete degenti simul et legenti revelet scriptura maris ac terre non solum proxima sed remotanota non tantum sed etiam pandat oeculta ? Wie er seine Quellen zerdehnt, ergibt sein Berichtüber Germanien p. 419, der aus den wenigen Zeilen von Isidor Et. 14, 4, 4 Gignit avesviridem und Solin 20,13 p. 98, 8 stammt.

Die Aufschrift zur Apologie Inc. prologus in libro apologie contra maledicos über primusmit späterer Einschiebung (nach apologie) vel cronosgraphie id est excerpta vel abbreviationesdiversarum hystoriarum. Beginn der Einleitung zur Chronographie (Wattenbach p. 420)Ecce qui scriptwarum studiis intendentes reprehendere non erubescitis. Kleine Stücke ausdem Geschichtswerk gab Waitz, MG. SS. 26, 216ff.; sehr stark benutzt wurde es von Al-berich von Trois Fontaines und einen Bericht über das ganze Werk gab Graf Riant,Revue de Champagne et de Brie 1 (1876), 18. Das Ende mit dem Schluß gab herausA. Cartellieri, Ex Guidonis de Bazochiis cronosgraphie libro septimo, Jena 1910; diesStück umfaßt die Zeit von der Jugend Heinrichs VI. und Philipps II. bis zum Tode Ri-chards I., begreift also die Zeit des dritten Kreuzzuges und dessen Folgen. Auch aus diesemgrößeren Stück geht Guidos Vorliebe für Wortprunk und Wortschwall 1 deutlich hervor,worunter die geschichtliche Darstellung stark leidet, vgl. p. 1 Philippus autem .. . novellaquamvis adhuc plantatio, nee pusillus nee pusillanimis, plus animis quam lacertis, non ociumsed negocium amplexus armorum, non thalamos sed tela voluit, non calamos sed caslra coluitetc. Der Schluß p. 19 Finis eius Francie regnum et Anglie pace componit et armorum litigio...septimo quoque nostre libro cronosgraphie finem imponit. Explicit über undeeimus cronosgraphie.

U eberlief erung. Die Briefe stehen in einer Hs. in Luxemburg (aus Orval, vgl.Waitz,Archiv 8,596), meist gedruckt von Wattenbach, Neues Archiv 16, 71112. Apologieund Geschichtswerk im Paris. 4998 s. XII, die erstere z. T. gedruckt Berl. SB. 1893, 397416, von dem zweiten das Ende des 7. Buches bei A. Cartellieri (s. oben).

12. WALTER VON CHATILLON

Einer der bedeutendsten Dichter und zugleich Gelehrten des 12. Jahr-hunderts ist Walter von Chatillon, 2 der in Lille 3 geboren war und daher heiseinem Freunde Johannes von Salisbury Galterius oder Walterus de In-sula heißt. Da er mit diesem im Jahre 1166 vielfach über wichtige englischeReichsangelegenheiten brieflich verkehrte, so möchte ich seine Geburt nichtspäter als 1135 ansetzen. Seine Studien trieb er in Paris und dann in Reims,hier unter dem berühmten Lehrer Stephan von Beauvais. Vielleicht trat erdann selbst in Paris als Magister auf 4 und er leitete dann die Schule zuLaon. Von dort begab er sich nach Reims, wo er ein Kanonikat erhielt. Dochscheint er hier nicht lange geweilt zu haben, denn er begab sich in den Hof-dienst und trat in die Kanzlei König Heinrichs IL ein. Er muß sich hier baldausgezeichnet haben, denn er erhielt wichtige kirchenpolitische Aufträgeund machte 1166 im Auftrage des Königs eine Reise nach England. SeineStellung scheint schwierig gewesen zu sein, denn während er als Beamter

1 Vgl. auch in dem Zitat aus p. 1 den starken sur-Marne.

Hang zum Reime; mit der Reimprosa im ge- 3 Und zwar in der Villa Roanium, wie es

wohnlichen Sinne begnügt sich Guido nicht. in seiner kurzen Vita im Paris. 8359 heißt.

2 Es ist nach Peiper, Walter v. Chatillon, 4 Vgl. F. A. G. Müldener, Diss. de vitaBreslau 1869, wahrscheinlich Chatillon- Phil. Gualteri ab Insulis p. 36.