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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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D. Persönliche Dichtung 917

bare Geburt des Johannes, seine Flucht in die Wüste, die Taufe Christi,dessen Verkündigung ihn größer erscheinen lasse als die alten Propheten.Strophe la10b haben drei Zeilen und zwar la3b, 5a7b zwei trochä-ische Acht- und einen Siebensilber, 4ab zwei jambische Acht- und einenSiebensilber, 8ab drei jambische Achtsilber, unregelmäßig gebaut sind 9a10b; Str. Ha hat drei trochäische Acht- und einen Siebensilber, Hb dreijambische Acht- und einen trochäischen Siebensilber. Die beiden folgendenGedichte haben es mit dem hl. Lupentius zu tun, einem alten Abte vonChälons. Das erste in sieben sapphischen Strophen 1 berichtet von den Qua-len und dem Tode des Märtyrers auf Anstiften der Königin Brunichildisund dann von dessen Wundern. Das zweite besteht aus acht rhythmischenStrophen zu je acht jambischen Achtsilbern 2 und erzählt die wunderbareGeschichte von der Passion und der Bestattung des Heiligen. Lupentius abermöge seine Herde vor den Angriffen räuberischer Wölfe 3 beschützen.

Das Gedicht De sancto Remigio ist eine sehr mannigfaltig gebauteSequenz von zwölf Doppelstrophen, und zwar lab je drei jambische Acht-silber, Reim aab ccb; 2a3b je drei trochäische Achtsilber mit demselbenReim; 4a-5b je fünf Sechssilber, Reim aaaab ccccb; 6a7b je sechs tro-chäische Siebensilber aabbab aabbab; 8a12b je drei Viersilber und vierSechssilber, Reim abcbdbe, auch hier die Strophenpaare durch ihre letztenVerse gereimt. Der Dichter spricht zunächst von der Vaterstadt des Remi-gius und von der Missionstätigkeit des Reimser Erzbischofs, dann von derwunderbaren Sendung des Heiligen und von seinem frühzeitigen Wundermit der Muttermilch, darauf von seinem Priestertum und mehreren beieiner Feuersbrunst durch ihn bewirkten Wundern. Christus habe ihm danndas paradiesische Öl gesandt, mit dem er den König von Paris gesalbt hat.Schließlich wird derApostel der Franken" gebeten, die Gläubigen zustützen; 4 das Gedicht ist inhaltlich wie formal sehr lebendig gegeben. ImGedicht De sanctis Rufino et Valerio handelt es sich um zwei Mär-tyrer von Soissons, von deren hoher Abkunft sich der Dichter sofort zu ihremMartyrium wendet. Der Rhythmus enthält sechs Strophen von je zehnZeilen, zerfallend in Halbstrophen; diese können in Zeile 14 jambischeoder trochäische Achtsilber sein, die sogar paarweise abwechseln, währendZeile 5 stets ein trochäischer Siebensilber ist. 5 De sancto Stephano istfür den Tag des Heiligen gedichtet: die Kirche solle ihn mit Psalmen, Hym-nen und Lobliedern feiern, der sein Leben für die Wahrheit hingab. SechsStrophen zu je acht Zeilen, davon 15 trochäische Siebensilber, 6 einFünfsilber und der Refrain Domine Suo sanguine. 6 Eine Sequenz ist das Ge-dicht auf den neuen Märtyrer De s.Thoma Cantuarensi: Thomas istnicht nur des apostolischen Namens würdig, sondern hat auch den Tugen-den und Verdiensten der Apostel nachgeeifert. Daher wurde er von demTyrannen Englands verbannt und mußte fliehen und er kam zu dem fried-

1 Aber ohne Reim, also anders als das erste spiel mit dem Heiligennamen, ebenso wieGedicht auf St. Gilles. vorher oleum paradisiacum rex Parisia-

2 Mit dem Reim abcd abcd, stets zwei- cus.

silbig. 5 Reim aabbc dd ee c.

3 Hier das Wortspiel lupus Lupentius. 6 Reim abcbdbee.Hb, 4 tuae remigio Sanctitatis ist Wort-