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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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916 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

den, der das Fest veranstaltet hat; den Träger des Stabes feiert die ganzeStadt. In circumcisione domini (de festo baculi) betitelt sich noch einzweites Gedicht, das für das gleiche Fest, aber in einem, andern Jahre ge-macht ist. Der Dichter ist von Chälons abwesend und man hatte ihn dort fürdas Bakelfest eingeladen; doch konnte er nicht erscheinen, da ihn Schul-verpflichtungen auswärts festhielten, und dafür sendet er das Gedicht. Indiesem fordert er Klerus und Laien auf, fröhlich zu sein und den Stifter desFestes zu feiern. Er selbst sende statt seiner Anwesenheit diese Verse zurHebung der Freude (7, 1 Cantilenam Düectis sociis Guido mittit Hanc deBasociis, Interesse promptus His gaudiis, Nisi procul Esset in studiis). Essind sieben Strophen und zwar sechs zu je sechs Zeilen, abwechselnd je dreiVier- und drei Sechssilber mit Refrain , Pro baculo Exultet hodie Clerus cumpopulo\ und die letzte Strophe mit ebenso gebauten acht Zeilen und Re-frain. In Epiphania domini, eine Sequenz von zwölf Doppelstrophen inder die Bedeutung, die das Fest für Christus und danach für die Menschheithat, besungen wird; die Doppelstrophen 15 und 912 enthalten je dreiAcht- und einen Sechssilber, die Doppelstrophen 68 je einen Acht-,Vier- und Sechssilber. 1 De beata Maria virgine preist die Maria alsdie Spenderin des Heils und des Segens für die Menschheit und besitztneben einer Eingangsstrophe (vier jambische Achtsilber) sieben Strophen,von denen 16 aus sechs und 7 aus acht jambischen Achtsilbern bestehen. 2In einem zweiten Gedicht De b. Maria virgine wird besonders die Unbe-flecktheit der Maria breit hervorgehoben; es enthält Eingangsstrophe (dreiAchtsilber) und sieben Strophen zu je fünf Siebensilbern, die mit vier Vier-silbern abwechseln. 3 Von der Anwesenheit Guidos in St. Gilles zeugt dasGedicht DesanctoAegidio,in dem nur ganz wenig aus dem eigentlichenLeben des Heiligen, viel mehr aber von seinen Wundern erzählt wird; es be-steht aus acht metrisch gebauten sapphischen Strophen, deren erste dreiVerse Reim besitzen, während die Adonier zweier aufeinander folgenderStrophen gereimt sind, jedenfalls eine merkwürdige Verbindung antikerund mittelalterlicher Form. Auch ein zweites Gedicht auf diesen Heiligenin elf Distichen 4 ist fast inhaltslos. Mehr bietet ein drittes Gedicht an Aegi-dius, in dem erzählt wird, daß der Heilige nach Arles gekommen sei, dieTochter derTheokrita geheilt habe und nach Nimes gelangt sei; dort möch-ten sich die Goten über einen solchen Gast freuen, denn eine Hindin habemit ihrer Milch den Aegidius erhalten. Und so möge der Heilige mit seinemSchutz 5 seine Herde bewahren. Das Gedicht besitzt elf Strophen von jesechs Zeilen, und zwar bestehen Str. 19 aus je zweimal zwei trochäischenAchtsilbern und einem Siebensilber, während Str. 10 f. jambische Rhythmenbesitzen, ein Wechsel, der bei Guido nicht selten ist. 6 Das nächste Gedichtauf Johannes den Täufer ist eine Sequenz von elf Doppelstrophen auf diebaldige Feier des Tages des Heiligen. Der Dichter erzählt hier die wunder-

1 Der Reim ist bei 15 und 912 aaab 3 Reim ab ab ab aba.und cccb, bei 68 abc. 4 Ohne leoninischen Reim.

2 Der Reim in Str. 16 abb aab, in 7 abb 6 Das in der Hymnik seltene Wort aegisaa bba; zu 1,6 septiformi flumine vgl. Isid. ist 11, 3 (precum suarum aegide) wohl nurEt. 7, 3,13, zu 3, 3 seminwerbius Act. ap. des Wortspiels wegen gebraucht.

17,18. 6 Reim aab ccb, stets doppelsilbig.