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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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908
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908 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

Vielleicht stammt aus der Zeit nach seinem Eintritt ins Kloster ein weiteresangeblich grammatisches Gedicht De diversis modis versificandi,denndas Gedicht auf den Marculfdichter Robert erscheint hier als N. XIII unddas Simoniegedicht als N. XIV wieder. Hätte Serlo wirklich sein Themabehandelt, so wäre er zu einem ähnlichen Werk wie Matthäus von Vendömeoder wie Galfredus de Vino salvo gelangt. Doch scheint er sich über die Be-deutung des Themas gar nicht klar gewesen zu sein; er faßt es ganz ober-flächlich und begnügt sich, die Verzierungen zu nennen, die der Dichter zumVariieren von Hexameter und Pentameter anwenden kann. Und diese be-ziehen sich hauptsächlich auf den Reim. Einige der hier benutzten Gedichtesind schon gedruckt, 1 aber das Ganze ist noch unveröffentlicht. Die Ausfüh-rung ist sehr lückenhaft, wenn man sie mit den anerkannten Fachschriftenauf diesem Gebiete vergleicht. 2 Serlo beginnt mit neun Distichen ohne jedenReim, aber in höchst verkünstelter und rhetorisch gehaltener Konstruktion.Es folgen zehn leoninische Hexameter, wo in jedem Verse sämtliche Wortemit demselben Buchstaben beginnen, also eine ähnliche Spielerei wie inHucbalds Ecloga de calvis und Carmina Cantabrig. N. 30. In fünf leoninischenDistichen (Parisius Paridi) wird geschildert, wie die Stadt Paris sich nachder Rückkehr eines Paris sehnt. In weiteren Gedichten wendet sich dieStadt Rom an den Papst und bittet um dessen Schutz. Mit N. 11 (SerloRogerio) werden wieder fünfzehn einfache Leonini vorgeführt. Der Rogerist wieder ein Bastard Heinrichs I., nämlich Roger von Gloucester, der Bischofvon Worcester, denn es heißt Vs. 14 non rex, sei regius esto und 7 Pene Ionsuper es, sin pene Iovinus es heres. 3 An den gleichen Roger wohl wendetsich das nächste Gedicht in einfachen Distichen. Zu den Gedichten XIIIund XIV an den Marculfdichter Robert und an König Ludwig VII. vgl.oben; da wir sie auch in unsrer Mustersammlung finden, müssen sie vonSerlo hochgehalten worden sein. 4 An letzter Stelle endlich finden wir einLoblied auf eine nicht genannte Stadt, die am Meere und am Fuße der Alpennahe am Wege Hannibals nach Italien lag. Der Unterschied beider Samm-lungen, soweit sich nach den dürftigen Mitteilungen Haureaus urteilenläßt, besteht jedenfalls darin, daß Serlo als Mönch erotische Stoffe zu be-handeln vermied.

Aus dieser späteren Zeit, da Serlo schon Abt von Aumöne war, bringt WalterMap in seiner Schrift De nugis curialium 2, 4 5 eine Erinnerung an ihn.Nämlich Abt Serlo habe ihm erzählt, wie er einst beim Zisterzienserkapitelmit dem Erzbischof Petrus von Tarentasia zusammengetroffen und dieservon einem Mönche gebeten worden sei, dessen kranken Fuß zu heilen; auchdie weitere Geschichte im nächsten Kapitel 2, 5 verdankt Walter dem Serlo.Und auch Giraldus Cambrensis erinnert sich im Speculum ecclesiae 2, 33, 6

»Von Dom Brial, Hist. litt. 15 p.VI f. 3 Vgl. Hau re au, Not. et extr. 29, 2,338

unter der falschen Voraussetzung, daß es * Im Gedicht an den König Ludwig VII.

sich um Serlo von Bayeux handelt. Hau- fehlt hier der Eingangsvers RegiFrancorum

reau erkannte aus der Zeit der erwähnten minimus sie Serlo suorum.

Personen, daß es Serlo von Wilton war, 5 ed. M. R. James p. 66f.

vgl. Not. et extr. 29, 2, 334. 8 Giraldi Cambrensis opera ed. Brewer

2 Namhaft gemacht von W. Meyer, 4,104f.Münch.SB.1873,71f.;derInhaltS.7390.