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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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905
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D. Persönliche Dichtung 905

cilianus, der ihn in einem Gedicht angebettelt hatte; unerträglich sei es,wenn jemand fordere, daß man ihm das Ohr mit Lob und die Hand mit Ge-schenken fülle. 1 In N. 6 teilt er einem Scaeva mit, es nütze nichts, wenndieser alle Mittel versuche, seine alte Herrin wieder jung zu machen, denn(12) Multiplicatque cutem multiplicata dies. N. 7 richtet sich an einen Jüng-ling und an ein Mädchen, die sich liebevoll anschauten; sie verrieten dadurch,daß sie zueinander gehören wollten, und die Augen seien nur die Vorbotenkünftiger Vereinigung. N. 8 wendet sich an übermütige Lebensgenossenvon ehedem: Der Dichter gibt kund, daß er im täglichen Leben mit ihnenseine Tugend vorsichtig verhehlt habe, um sicher zu leben, und er klagtsich an, daß er dies getan habe. 2 In N. 10 (Quomodo pauperi vel diviti sitdonandum) sagt er, dem Armen gib das, was ihm hilft und was ihn nichtärmer macht, aber dem Reichen gib, was ihm Ansehen bringt; und gibstets so, daß du gern gegeben zu haben erscheinst. N. 15 endlich (VersusLandrici de Anschitillo) ist ein scherzhaftes Gedicht 3 an einen Mönch, demder Dichter Zwiebeln mitgebracht hatte, die dieser ohne Wein und in großenMengen genoß; er bittet ihn am Ende um Entschuldigung.

Ueberlieferung: Vatic. 189 und 537. Bern. 568 s. XII f.l84a186b. Aus den rö-mischen Hss. stammen die alten Ausgaben, zuletzt von J. A. Giles, Arnulfi Lexov. epi-scopi epistolae (Oxon. 1844) p. 34ff. = Migne 201, 195200. Die ersten Angaben ausBern. 568 machte H. Hagen, Fleckeisens Jahrb. 97, 713 (1868) für N. 112; desselbenAusgabe in H.Hagen, Carmina medii aevi p. 188200 N. 110124. Vgl. Leyserp 443f. Die Briefe (123) stehen im Oxon. St. John's Coli. CXXVI s. XIII. (48)Cantabr. Corp. Christi Coli. O. 8 (273) s. XIV. Paris. St. Germ. 1225 s. XIII, St. Victor97 s. XII und 1000 s. XIII. Ausgaben von J. A. Giles, Arnulfi Lexov. epistolae (Oxon.1844) p.80305 = Migne 201, 17152. Der Tractatus de schismate ist herausge-geben bei Dachery, Spicil. 2, 338 = Murat. SS. rer. Ital. 3, 1, 423. Migne 201, 173194; MG. SS. 12, 707; Watterich, Rom. pontif. vitae 2, 258; Libelli de lite 3, 81 ff.

Außerdem erhielten sich von Arnulf vier Predigten, deren erste auf einer Synode vonTours gehalten und mit einer Vorrede an den Archidiakon Aegidius von Rouen versehenwurde. Auch die beiden nächsten sind Synodalreden, während die letzte zu Maria Ver-kündigung gesprochen wurde. Ausgabe bei Giles, Arn. Lexov. epist. p.lff. = Migne201,151172.

9. SERLO VON WILTON

Serlo von Wilton ist einer der vielen Engländer, die ihren Wohnsitz inFrankreich aufschlugen. Er war um 1110 geboren, wurde Lehrer in Parisund schrieb als solcher eine Menge leichtfertiger Gedichte. Daher wurde erspäter von Reue befallen 4 und er trat ins Kluniazenserkloster La Gharite-sur-Loire ein. Aber auch dort war ihm das Leben zu üppig und er vertauschtediesen Aufenthalt mit dem Zisterzienserkloster Eleemosina (Aumöne), wo erum 1171 zum Abte aufstieg. Sein Todesjahr steht nicht fest, es wird naheans Ende des 12. Jahrhunderts fallen.

Im Paris. 6765 hat sich eine Sammlung seiner Gedichte erhalten, die erals Lehrer verfaßt hat, wie sich aus ihrem weltlichem Ton deutlich ergibt.Wir sind darüber bisher nur oberflächlich unterrichtet, da Haureau nureinzelnes abgedruckt hat. 5 Das erste Gedicht ist ein poetischer Prolog in

1 Vs. 15 Importunus enim est, quisquis sibi ist es von diesem für einen Landric gemachtpostulat aurem Laudibus impleri muneri- worden.

busque manum. 4 Vgl. unten.

2 Vs. 14 ist bei Hagen bono zu lesen. 6 Not. et extr. de quelq. mscr. 1, 304 ff.

3 Ist das Gedicht wirklich von Arnulf, so