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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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904 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

aus den literarischen Charakteren der Zeit nur noch Abt Laurentius von

Westminster 1 und Abt Suger von St. Denis erscheinen.

Zum Leben Arnulfs vgl. besonders Libelli de lite 3,81 f. (oben S. 59) und Hist. litt. 14304ff. Auftreten gegen Girard, der die Partei des Petrus-Leonis (Anaklets II.) ergriffenhatte, vgl. Tract. (Migne 201,173B) Unde. .. inGirardum Engolismensem... invectuserin-nern nativitatis eius, conversationis qualitatem, praelationis causam, quid agat vel egerü abinitio tempestatis huius... perstrinxi. Ad confutationemquoqueeiusstilo circa Petrum-Leonisliberius evagato subiunxi de persona domini papae, de ordine electionis eius etc. Die Schreib-weise ist mehr gehässig als sachlich. 2 Dem Petrus Helie hatte Arnulf einen jungen Ver-wandten, wahrscheinlich seinen Neffen Hugo anvertraut, aber der Jüngling hatte nichtwohlgetan, vgl. Epist. 14 (Migne 201, 29A) Si ab adolescente nostro laudabilis indoles etindustria sperata defecit, certus sum a magistro nee doctrinam nee diligentiam defecisse?In einem Brief an Thomas Becket (Ep. 37 col. 66A) wird Juvenal Sat. 3,152f. angeführt.

Gedichte. Von Arnulf haben sich nur einige Gedichte, und zwar an-scheinend in doppelter abweichender Überlieferung erhalten, nämlich sodaß die älteren Ausgaben sechzehn Gedichte besitzen, 4 während die Aus-gabe von H. Hagen (nach einem Bernensis) deren fünfzehn enthält; da-von sind die dreizehn ersten gleich, während der Rest aus ganz voneinanderabweichenden Stücken besteht. Es sind übrigens alles kleine Gedichte,die deutlich bezeugen, daß der im 11. Jahrhundert steife und hölzerneAusdruck in der lateinischen Dichtung der Normannen längst einer zier-lichen und gewandten poetischen Sprache Platz gemacht hatte. ReligiöseStücke treten bei Arnulf in den Hintergrund: N. 1 handelt über die Ge-burt Christi fast rein doxologisch nach Lucas und nach dem athanasia-nischen Credo und N. 13 gibt einige Gedanken zum Kruzifix. Gedichte natür-lichen Inhalts sind N. 3 und 4. Das erste (De innovatione vernali) handeltüber die gewaltigen Veränderungen der gesamten Natur im Frühling, 5allerdings weniger vom natürlichen als von einem höheren philosophischenStandpunkt, und das andere (De alterna temporis successione) spricht inähnlicher Weise über den Wechsel der Jahreszeiten. Persönlicher Natursind N. 2, ein außerordentliches Loblied auf den schönen Körper und denhohen Geist des Bischofs Heinrich von Winchester, N. 9 ein Epitaph aufHeinrich I. von England, 6 sowie N. 11 und 12 ein Grabgedicht und einigeandre Verse auf die Kaiserin Mathilde. 14 A richtet sich an Arnulfs jungenNeffen, dem Arnulf mitteilt, daß vor Zeiten er als der Dichter der Nor-mandie und Galliens gegolten habe, daß er aber seinen Ruhm an den Neffenabgetreten habe, der aus einem Knaben bald ein Dichter geworden sei; erselbst sei verstummt vor der Muse des Neffen. N. 15 A ein kurzes Epitaphauf den Bischof Algar von Coutances, dessen Verdienste mit dem Tode desBischofs nicht sterben könnten, und N. 16A ist eine Grabschrift auf Erz-bischof Hugo III. von Rouen, ganz in der leichten Art Fortunats gehalten.15 B ist eine bittere Klage über einen einstigen Freund, der das Band derFreundschaft zwischen ihnen zerrissen hatte. Außerdem sind mehrere Ge-dichte zu nennen, die in das scherzhafte, ironische und epigrammatischeGebiet fallen. In N. 5 wendet sich Arnulf scharf gegen einen Poeten Cae-

1 Epist. 53 (Migne 201, 81D). 5 Vs. 25 Alternant et opus et opes elementa

2 Vgl. Eng. Mühlbacher, Die streitige vicissim erinnert an Dracont. Satisf. 247.Papstwahl S. 5256. Vgl. oben S. 60. 6 Seine Seele gehört in den Himmel, sein

3 Vgl. das weitere unter Petrus Helie. Herz und sein Geist nach Neustrien und

4 Ich bezeichne sie als A, die andre Druck- sein Körper nach England.Überlieferung als B.