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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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880
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880 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

das hängt vielleicht auch mit dem schlechten Abdruck zusammen (Vs. 153 lies virtusqm413 affluxit, 432 nondum oder non iam, 446 ad Christum referetur, 448 ultio diva oder diu)Verschleifung ist nicht selten, vgl. Vs.145.147.157. 429. 505. 513. 552. 564; Hiatus 578-monosyllabischer Ausgang 69f., Vers von drei Worten 581; Isaias viersilbig 499.i Mittenin gewöhnlichen Reimen begegnen Vs. 211 f. die gehäuften Reime i i U r undem em ur. Ueberlieferung (das Werk ist dem Hortus deliciarum Herrads eineefüetlim Paris. 11579 s. XII; 16699 f. 179b und 172; 11385; Trec. 215, 224. Eboric 54

Monac. 7950. Berol. Meerm. 180 s. XII/XIII f.72b; Berol. lat. 330 s. XII f.87__ 93'(mit

Prolog und Vorwort). Vindob. 312 s. XIV f. 89.

d) De illa quae impudenter filium suum adamavit. Das Gedichtvon 246 Hexametern (meist zweisilbige Leonini, auch einige Trinini salien-tes) erzählt, daß eine Mutter in unkeuscher Liebe zu ihrem Sohne entflammtund vom Sohne zurückgewiesen worden sei. Als die Mutter einsieht, daßsie beim Sohne kein Glück hat, wird die Rache in ihr lebendig und sie ver-klagt ihn beim Richter, ihr Sohn habe ihre Liebe erzwingen wollen, sie habesich aber zu rechter Zeit noch aus seinen verbrecherischen Armen befreienkönnen. Der Jüngling bricht in Tränen aus und will lieber den Tod erleidenals seine Mutter beschuldigen. Als Strafe wird ihm auferlegt, daß er in denStrom geworfen werden soll. Das geschieht auch, aber Gott läßt die ganzeStadt untergehen und nimmt nur den Jüngling in den Himmel auf. Hiermitschließt die eigentliche Erzählung, 2 deren Anfang der Geschichte von Phä-dra und Hippolyt nachgebildet sein könnte; da sich aber der weitere Ver-lauf eng an die Geschichte der bösen Stiefmutter aus den Metamorphosendes Apulejus anschließt, so ist in Apul. Met. 10, 212 die Quelle zu suchen.Das weitere Gedicht enthält nun kräftige Ausfälle gegen die Frauen.Wenn der Mann der Frau entgegen ist, dann weint sie und greift zu allenMitteln der Abwehr. Sie sucht ihn durch Gift zu töten, und ist das gelungen,so heiratet sie mit Lust einen zweiten, dem es ebenso gehen kann. Mit allenmöglichen Lockmitteln reizen die Frauen die jungen Männer, und es ist un-möglich, sie zu zähmen und zu Hause zu bewahren." Daher rät der DichterVs. 204ff. unbedingt davon ab, mit verführerischen Frauen umzugehen.An Deutlichkeit läßt das Gedicht nichts zu wünschen übrig.

Kraftstellen Vs. 135 Femina terribilis draco, trux lupa, bestia vilis, oder 242 Non tarnenexsolvam verbis ... Quam sit versuta, quam perfida, quam sit acuta ... mala femina; SchlußFemina raro bona, si quae bona, digna corona. Haureau p.227 zählt das Gedicht mit Un-recht den mittelalterlichen Komödien zu, denn da die Rede des Sohnes wie der Mutterganz undramatisch ist, so gehört das Gedicht zur poetischen Erzählung, die allerdings,ungeschickt genug, mit dem großen Ausfall gegen das Weib endet. Ueberlieferung imParis. 16699 f.176 und 8865 f.158. Ausgabe bei Haureau Not. et extr. 5, 220226.

e) De laude Flandriae, 43 Hexameter, von denen je zwei bis vier Versein den ersten und letzten Hälften aufeinander gereimt sind. NachBresslaugehört das Gedicht ins Jahr 1110, da auf die Verlobung Mathildens mitHeinrich V. angespielt werde. Dem widerspricht aber Vs. 19 f., da hier Gott-frid von Bouillon und sein Bruder Balduin noch am Leben sind 3 und Gott-frid schon 1100 stirbt. Und dem entspricht etwa Vs. 23, wo von MarkgrafRobert IL die Rede ist, der von 10931111 regierte. 4 Das Gedicht, das mit,Flandria dulce solum super omnes terra beatur 1, beginnt, preist das flandrische

1 Wie bei Hildebert De myst. missae 177. cum Godefrido Persis usque truces obicis cum

. 2 Vs. 123 scelerum vindex dominus, vgl. milite fido.

Prud. in Sym. 2, 435. 132 nee modo mater 4 23 Flandria terra potens sub consule tuta

vgl. Sedul. P. C. 2, 125. Roberto.

3 Vs. 19 Flandria, nonne duces Baldvinum