D. Persönliche Dichtung 879
nicht von Petrus Riga, sondern nach Paris. 8865 f. 155 [Petrus filius Joannis) von Petruspictor, beginnend Gaudeat omnis homo quia nos de sede paterna. Ferner De excidio Romaniiniperii et magnii'icentia Catonis, beginnend mit Rhythmen ^Transit honor temporalis,labat rerum firmitas' und mit ,Roma potens quondam, caput orbis, honor regionurri ', meistanonym überliefert, doch im Paris. 8865f. 156 und im Gand. 16 ,Petrus filius Joannis 1 .
Rom ist jetzt eine Räuberhöhle, die Macht des Kaisers ist gestürzt, sein Palast ist eineÄrmenhütte. Nötig wäre es, wenn Cato wieder erschiene," (d. h. der Censor, Uticensisund der Dichter der Disticha eine und dieselbe Person); vgl. Not. et extr. 31,1,113 f. Dedenario, 24 Distichen über die Macht des Geldes, beginnend mit den Worten des Reichen
Venarii salvete mei, per vos ego regno', auch im Gand. 16, Paris. 8865 f. 156, Duac. 796. 1De mala muliere, im Gand. 16 als Libellus Petri bezeichnet; auch im Paris. 3731 f. 73,8865 f. 157. Mehrere Gedichte gedruckt von Wattenbach, Neues Archiv 18, 510 ff.aus Rem. civ. 1043. 743.
c) De sacra eucharistia, auch De sacramento dominici corporis ge-nannt. Ein Prolog von 160 Caudati beantwortet die Frage, warum Brot undWein beim Abendmahl gereicht und warum Wasser zugegossen werde. 2 Ineinem Vorwort von zwölf Fünfzehnsilbern fordert der Dichter besonders diePriester auf, sein Werk über das Abendmahl zu lesen. Das Gedicht selbstbesteht aus 628 3 Caudati. Den Hauptinhalt bilden die vielfachen typo-logischen und mystischen Beziehungen, die die Theologie in bezug auf dasAbendmahl ausgedacht hatte; Berengars häretische Anschauung bleibtnatürlich dabei aus dem Spiele, dagegen finden sich Angriffe gegen dieJuden. 4 Im Eingang wird dargelegt, daß Christus aus der Jungfrau geboren,als Engelsbrot der Welt bekannt wurde und sich für die Menschen ge-opfert hat. Sein Typus ist das alte Osterlamm der Juden. Der Priester, deram Altar steht, hat mit Christus Ähnlichkeit, aber der Heiliger der Hostieist Gott: er ist imstande, ein kleines Stück Brot in den Leib Christi zu ver-wandeln. Wein aber ist nötig zum Brot für das Abendmahl, da der Leibnicht ohne Blut, und Blut nicht ohne den Leib zur Kommunion gegebenwerden kann. Die tiefere Bedeutung des Sakraments hat der Herr verbor-gen. Wasser aber wird dem Wein zugemischt, da aus dem toten Christus Blutund Wasser floß, obwohl in der Einsetzung des Abendmahls darüber nichtsgesagt wird. Und durch den Genuß des Sakraments wird dem Menschen dasParadies geöffnet. Den heiligen Vätern aber war vor dem Gesetz die Him-melstür verschlossen, jetzt ist sie auch den Sündern geöffnet. Und ChristiTypus ist Moses, da er als Osterlamm geopfert ist und uns durch die Wüstedieser Welt ins gelobte Himmelreich zieht. Wer sich aber dem Teufel ver-schrieb, darf den Leib Christi nicht genießen, und kein Gläubiger darf vondem Sakrament nichts wissen; besonders aber der Priester muß es kennen,um das Volk heranzubilden. Und eine gewaltige Sache ist es, an den Tischdes Herrn zu treten, wo der Herr sich selbst zur Lebensspeise darreicht.Der Priester aber wie jeder Gläubige muß sich dem Herrn zu nähern undihm geistig nach dem Himmel zu folgen suchen.
Wenig seltene Worte: Prolog 89 humanatus , 6 153 promediator, Gedicht 452 inscietas. 6Die Prosodie steht nicht immer auf der Höhe, vgl. Prolog 19, Gedicht 157. 376. 534, und
1 32 Et tenet imperium cum Iove denarius, 3 Die Zahl 638 bei Beaugendre col. 1168vgl. Anth. lat. 256, 2. 48 Quisquis habet num- ist falsch.
mos luppiter esse polest vgl. Petron. 137 4 Nämlich 336 ff. und 365 ff.
Vs -1-10. s vielleicht aus Cassiod. Hist. trip. 6, 22.
2 Vs. 85 (Migne 171, 1197B) Admiscemus 6 Für sacerdos steht nicht selten sacrifexaquam, quae labilur et fluit; illa Significatur (Prolog 32, Gedicht 123. 136. 486), was sichhomo; vgl. 60ff. auch bei Hildebert öfters findet.