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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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877
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D. Persönliche Dichtung 877

worden waren, und zwar beschrieb er in 48 Kapiteln die Wunder, die sichvon den letzten Jahren Heinrichs I. bis in den Anfang des 12. Jahrhundertszutrugen. Außerdem hat er sämtliche Bücher der Miracula, also die vonAdrevald, Aimoin, Andreas und das von ihm verfaßte 8. Buch in Distichenumgesetzt und dabei die starke Verkürzung durchgeführt, daß er jederErzählung nur zwei Distichen widmete.

Ueberlieferung im Paris. 2768 A und 5321. Vat. reg. 456. Rotomag. U115. Ausgabeder Prosa Acta SS. Mart. 3, 336353, Migne 160,11891238 und E. deCertain, Mi-racles de Saint Benoit (Paris 1858) p.277356 (Liber octavus). Prologe zu den Gedichten14 Abteilungen) bei E. de Certain a.a.O. p. XXIII. Von den Gedichten (ca. 1000 Verse)nur ein Teil gedruckt Acta SS. Mart. 3, 334f. Migne 160, 12391244.

4. PETRUS PICTOR

Petrus mit dem Beinamen Pictor, Kanonikus zu St. Omer, lebte und dich-tete um die Wende des 11. zum 12. Jahrhundert und spricht sich in einemseiner Gedichte mit nicht geringem Stolz auf seine flandrische Heimat aus.Unmittelbare Nachrichten über sein Leben stehen uns aber nicht zu Gebote,seine Gedichte sind die einzigen Zeugnisse über ihn. Solche hat er aber ingroßer Anzahl verfertigt, einige von ihnen finden sich schon 1120 im Liberfloridus Lamberts von St. Omer und später gerieten manche unter dieDichtungen Hildeberts von Le Mans. Damit aber schwand der Name deseigentlichen Verfassers, den ich nur an einer einzigen Stelle in alten Kata-logen entdecken konnte. 1 Ich gebe die Gedichte in der Reihenfolge, wie sieim Paris. 16699, der reichsten Petrushandschrift, stehen. Die Zuteilung derPoesien an Petrus hat Haureau bewirkt. 2

a) Contra simoniam. Ein Gedicht von 70 Hexametern (Vs.l SignatmusaPari vario modulamine metri) mit zwei Anfangsversen, in denen das Themaangekündigt wird. Hier erfährt Rom heftige Angriffe: käuflich sei das Papst-tum selbst und käuflich sei das ganze Rom. Es sind die alten Klagen gegendie ewige Stadt, und zwar mit großem Wortreichtum hervorgebracht. Beiden Hexametern wechseln Caudati mit Trinini salientes.

Ueberlieferung im Paris. 712 f.62. 8865 f.156.14193 f.8.16699. Monac. 22227 s.XII,17212 und 6911. Ausgabe von Wattenbach, Anz. d. German. Mus. 20, 102 (vgl. 23, 76)und Neues Archiv 6, 539; Libelli de lite 3, 708 ff. und 740. Vgl. Haureau, Not. et Extr.de quelq. mscr. etc. 1, 81.

b) Dominus vobiscum sei ein Gedicht von 152 Caudati genannt, dem dieÜberschrift zu fehlen scheint. Es ist ein ernstes Zeitgedicht, in dem die nied-rige soziale Stellung des Gelehrten gegenüber dem verweltlichten Geist-lichen der Dichter nennt ihn spöttisch den Dominus vobiscum 3 inscharfes Licht gestellt wird.Warum", beginnt der Dichter,will derMensch besonders gut sein und scheinen und auf keinen Fall für faul undungelehrt gelten ? Einträglich ist das nicht, denn das Glück verstreut seineGaben ohne Wahl. Ohne Unterlaß dichte ich in der Nacht und am Tagewill ich die Götter verehren. Ob ich aber mit dem Munde Vergils sprecheund ob ich die Rhetorik Ciceros innehabe, bringt nicht mehr Nutzen, als

1 In St. Amand s. XII (Delisle, Le cab.228.

des mscr. 2, 453 N. 147) cum versibus Petri 3 Nämlich Vs. 67. 73. 79. 85. 91. 97. 103.Pictoris de sacramento dominici corporis. 109. 115. 121. 149.

2 Not. et extr. de quelques mscr. etc. 5, 211