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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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875
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D. Persönliche Dichtung 875

der Bauwerke, besonders des Domes, und schildert dann mit Witz und Spott,wie er durstig einen ihm bekannten Gelehrten in der Stadt aufsuchte undstatt des erhofften Weines nur sauren Zider erhalten habe, denn Bacchushabe die rauhen Normannen noch nicht besiegt; 1 er scheidet von dem Ortemit den Worten, daß er nie wieder dahin zurückkehren werde, außer wenner vorher genug getrunken habe. 2

Das zehnte Gedicht, an einen Petrus, vielleicht seinen früheren Beise-genossen, gerichtet, handelt über den Einfluß der Planeten und über dasSchicksal, nachdem der Verfasser im Eingange den Freund als Dichter ge-lobt und ihm zu seiner neuen Stellung, die er ohne sein Zutun erlangt habeund recht bald mit einer noch höheren vertauschen möge, Glück gewünschthat. Das elfte und letzte Gedicht erweist, daß Badulf einen jüngeren Bruderhatte, der von ihm weit getrennt wohnte und ihm als nächster Verwandtersehr am Herzen lag. Er erzählt hier von einer Heise in die Landschaft vonTours und von einem Traume, in dem ihm der Bruder erschienen ist undvon ihm brüderliche Ermahnungen erhält. Aber nach der Antwort desBruders ,Agathos non me sinit 1 flieht die Vision und der Träumende er-wacht, und gibt sich nun die größte Mühe, hinter den Sinn dieser Worte zukommen, bis er erkennt, daß mit Agathos Gott gemeint ist. 3

Man wird aus dieser Analyse, die nach den Mitteilungen von E. de Ger-tain 4 gegeben ist, erkennen, daß man es bei Badulf mit einem wirklichenDichter zu tun hat, den seine großen Kenntnisse in der antiken Literaturnicht dazu verleitet haben, gelehrte Gedichte zu verfassen, sondern der dasLeben selbst als Grundlage für seine Dichtungen nahm.

c) Translatio S. Mauri. In Fleury wurde der Leib des hl. Maurus vonGlanfeuil aufbewahrt, und Badulf fühlte sich 1117 veranlaßt, das Leidenund die Translation des Heiligen in Versen zu besingen; davon ist diePassio noch ungedruckt geblieben. Radulf erzählt, wie der Leib des Heiligenvon Schiffern aus Afrika in Rom geraubt und wie der Präfekt Celerinus,der den Lebenden hatte quälen wollen, nun an dem Toten Bache nahm,indem er den Baub auf dem Meer verfolgen ließ, und befahl, Feuer in dasSchiff zu werfen, das den heiligen Leib geleitete. Doch Gott geleitete denMaurus und die Sterne des Himmels erhoben keinen Einspruch, 5 und nurdurch ein Wunder gelangte der Leib an die istrische Küste, wo er in derStadt Farentum die beste Aufnahme findet und dafür alle Krankheiten derEinwohner vertreibt. Jahrhunderte blieb der Heilige dort, bis er nachBritannien entführt wurde, wo er ebenfalls alle Leiden heilte. 6 Da kamenaber die Normannen nach Gallien 7 und Bischof Ebrem flüchtete vor derWut dieser Heiden den hl. Maurus nach Fleury, wo er den Mönchen auf jedeWeise behilflich ist und ihnen in allen Nöten 8 beisteht. Am Schluß bittet

1 Vs. 184 p. 516 Nee sibi Normannos stra- 1605 p. 351) werden eine ganze Reihe Stern-eil adhuc rigidos. bilder genannt.

2 Vs. 200 p. 517 Non repetiturus hoc nisi 6 Vs. 112 (Flor, vetus bibl. p. 353) Hypo-potus her. crati nulluni, Galeno spondeo nulluni, As-

3 So wie in der Messias des Eupolemius, clepio nulluni fore . . . Nullus Peoniis, ubiBd. 2, 599. Maurus erit, locus herbis (Verg. Aen. 7, 769).

4 A. a. 0. p. 499520. 7 Vs. 123126 werden die von den Nor-

5 Vs. 4551 (Floriac. vetus bibliotheca mannen heimgesuchten gallischen StädteBenedictina op. Joh. a Bosco, Lugd. genannt. 8 Vs. 178183 p. 355.