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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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874
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874 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

et Amile, der dem 13. Jahrhundert angehört, hat jedenfalls den Brief Ra-dulfs nicht gekannt und in unserm Briefe liegt die älteste Fassung dieserGeschichte von den zwei Freunden vor. Der dritte Brief von 460 Versenist an einen Odo gerichtet und handelt über die Unbeständigkeit des Reich-tums; er stellt durch Beispiele aus dem Leben der antiken Heroen und Wei-sen fest, daß man die geistigen Güter höher als die materiellen achten muß.Auch der vierte Brief, der vom Meeresstrande 1 an einen Freund geschicktwurde, als sich Badulf auf einer Beise in der Normandie befand, gibt Vor-schriften aus dem Gebiet der Lebensweisheit und der Moral.

Das fünfte Gedicht in 118 Versen richtet sich an einen jüngeren Adligendessen Lehrer er früher gewesen war. Badulf hatte auf ihn als auf einenmächtigen Gönner gehofft, aber vergeblich, da ihn der Adlige vergessenhatte. Und nun mahnt er ihn sehr deutlich daran, ist allerdings im Zweifelob sich jener noch der Schläge erinnern würde, die er ihm einst in derSchule verabreichte. Das Gedicht schließt mit einem Lob auf die Wohltatender strengen Erziehung. Das sechste wendet sich wohl an eine fingiertePerson, einen Kastraten {ad Sincopum). Der Dichter fragt ihn mit bitteremScherze ganz im Sinne Martials, wie er zu seiner Entmannung gekommen sei;und die Beantwortung scheint ebenfalls auf einen derben Scherz hinauszu-laufen. Das siebente Stück, an Gualo, Bischof von Paris, gerichtet, stammtaus dem Jahr 1108, als Gualo mit andern Prälaten den Leib Philipps I.nach Fleury brachte, da der König dort beerdigt sein wollte. WährendAnfang und Ende des Briefes familiär gehalten sind, wird im Hauptteildes Gedichts, das mehr als 500 Verse faßt, von dem Kampf um Durazzo be-richtet, den Boemund von Tarent im Anschluß an den 1. Kreuzzug ausfocht(11071108). 2

Das achte Gedicht ist in der Handschrift fast unlesbar, das neunte schil-dert in 354 Versen eine Beise nach Caen und Bayeux, die Badulf im Ge-folge eines Petrus machte, der von E. deCertain für den Abt Petrus vonCluni gehalten wird. 3 Und zwar richtet sich der Brief an Radulfs FreundBobert und gibt alle die Eindrücke wieder, die jener auf der Reise gehabthatte. Er beginnt mit dem Einzüge in Caen, wo er sich von dem Anblick derherrlichen Gebäude und von dem Leben und Treiben, von dem Gewühl 4und den Waren auf dem Markte sowie von den Volkstrachten besondersberührt findet. Da kommt der König in die Stadt mit großem Gefolge undgibt dem Volke durch mitgebrachte wilde Tiere ein großartiges Schauspiel,und der Dichter nimmt Gelegenheit, mancherlei Merkwürdiges vom Löwen,Leoparden, Luchs, Kamel und Strauß zu erzählen. Hierauf spricht er vonder Lage Caens, von seinem Handel und den Erzeugnissen des Landes.Die Weiterreise nach Bayeux am Meere hin gibt ihm Veranlassung, von demhäufigen Auftreten der Walfische zu reden; eines der Ungetüme wurdein seinem Beisein ohne Erfolg harpuniert und mit großer Naturtreue wirdder Fang dieser Tiere berichtet. In Bayeux beschreibt Badulf die Schönheit

1 Certain p. 504 Oceanl missam de liüore 37, 285352 (1916).

perlege cartam, Mittit Roduljus quam, sua 3 Vgl. Certain a.a.O. p. 517f.

cura, tuus. 4 Vs. 1318 (bei Certain p. 512) sind im

2 Den 7. Brief Ad Gualonem gab heraus engen Anschluß an Vergil Aen. 1, 431ii-und besprach A. Jenal, Hist. Jahrbuch