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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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865
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C. Kirchliche und religiöse Dichtung 865

Altzelle. Das Gedicht auf den hl. Vincentius nur s. XIII in Pontigny, daselbst allein eineSammlung von Gedichten Hildeberts unter dem Titel Versus Hildeberti de pluribus ;* undneben den Briefen und dem Sermo dominica in ramis palmarum ein Ritmus de trinitate inCanterbury Christ Church ca. 1300. Die Sermones werden nur s. XII in Bec genanntund dort hatte man auch (Becker 86,110) eine Vita Hildeberti, die heute verlorenzu sein scheint. Jedenfalls tritt in dieser alten Ueberlieferung Frankreich sehr starkhervor, in Deutschland waren nur einzelne Gedichte weiter verbreitet, während man inEngland stets mehr von Hildeberts Werken besaß. Das letztere ergibt sich auch aus den inEngland im Anfang des 13. Jahrhunderts verfaßten Distinctiones monasticae, in denen einegrößere Anzahl von Anführungen aus Hildebert stehen, nämlich (Pitra, SpicilegiumSolesmense 2) 389. 411. 413. 473, 3, 9. Vgl. zu Hildebert Haskins, The renaissance oftheXIItti Century S.163ff. und besonders Raby, A history of the Christian-latin poetryp. 265273. Vier Gedichte, De sanctissima trinitate (203 jambische Achtsilber, entwederpaarweise oder zu dritt oder tiradenweise gereimt), In nativitate domini (10 Distichen),De virginitate b. Mariae (11 Distichen) und Planctus animae sind gedruckt bei Dreves,Analecta hymnica 50, 409422.

15. WIDO VON IVREA

Zur Zeit des Bischofs Ogerius von Ivrea hat in eine der prächtigen Hand-schriften, die Bischof Warmund unter Otto III. für die Kapitelsbibliothekhatte anfertigen lassen, ein Dichter mehrere Produkte seiner Muse ein-getragen. Der Dichter hieß wahrscheinlich Wido, denn am Vorderrand vonBlatt 22 der Handschrift wird dieser Name überliefert. Wido war viel-leicht Domherr in Ivrea, denn in einem der unter seinem Namen stehendenRhythmen wird der seit Bischof Warmunds Zeit in Ivrea als Schutzpatronverehrte hl. Tegulus besungen. Diese Gedichte bestehen aus je vier oderfünf vierzeiligen Strophen und zwar sind sechs aus trochäischen und achtaus jambischen Achtsilbern gebildet und je zwei Zeilen sind in den Strophendoppelsilbig gereimt. 2 Von den Heiligen, die in den Gedichten besungenwerden, sind vier irischer Abkunft; andere Gedichte sind der Maria oderbesonderen Zeiten gewidmet. N. 9 S. 106 ist allein sechsstrophig, doch er-weist sich die letzte Strophe als nicht hierher gehörig. Im allgemeinen gebendie Gedichte einen ganz kurzen Bericht aus dem Leben der Heiligen undenthalten die Bitte um Segnung oder um Intervention im Himmel. DerTon der Rhythmen ist leicht und gefällig, obwohl sich auch dunkle und ge-schraubte Bilder finden; 3 wahrscheinlich dienten sie zum kirchlichen Ge-brauch in Ivrea, wie es auch 3, 4, 1 (S. 102) heißt Yporegiam decorans Etvirtutibus maiorans.

Zeugnisse. Zur Person des Ogerius 4 vgl. Dümmler, Anselm von Besäte S. 88.Zur Zeit Widos vgl. die Idylle 155 Per successores hos Cesar adeplus honores, Si liceatdici, coniulit ipse mihi. Contulit Heinrieus cui Saxon servit iniquus. b

Aus dieser Umgebung hebt sich ein größeres Gedicht heraus, das wohlebenfalls auf Wido zurückgeht, aber von wesentlich weltlichem Charakter

1 Eine solche Hs. ist heute Vindob. 2521 virum Nostre mentis in butyrum (vgl. dies. XII, die eine ganze Menge von Hilde- Idylle Vs. 257 Ne teneas mirutn calami siberts Gedichten enthält; ähnlich vielleicht tingo butyrum).

Rievaux s. XII XIII (Catal. mscr. libr. 4 Zu einem verlorenen Gedicht Ogers auf

Jesus Coli. Cambridge von M.R.James) die thebäische Legion vgl. Dümmler,

P- 55 Opuscula Hildeberti. Anselm von Besäte 91 n. 2.

2 In N. 6 (Dümmler, Anselm von Besäte s W. M e y e r hält das Gedicht wegen desS. 103) Str. 2 reimen alle 4 Zeilen (dort ist Reims für jünger als 1080. Münch. SB.wohl 2, 3 chorum statt thorum zu lesen). 1882. 138.

3 So 5, 1, 3 (p. 103) Colligamus sanctumH. i. A. ix 2, 3 55