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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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862
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862 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

nur von dei, aber nicht von deus die Rede, und wenn auch das Wort deitaseinmal zu lesen ist (Vs. 87), so ist doch eigentlich alles auf das heidnischeRom zugeschnitten, höchstens daß der Dichter 775 sagt Discedat (seil, mens)luteaque domo carnisque tenebris, was unmittelbar christlich ist. Der Inhaltist folgender.

Ein in Ansehen und Reichtum zu Rom lebendes Ehepaar bleibt kinder-los, und als die Frau endlich einen Astrologen fragt, erfährt sie, daß sie einenschönen und tapferen Sohn erhalten solle, 1 der aber den Vater töten werde.Sie wird darüber traurig und berichtet ihrem Manne. Dieser 2 rät ihr dasKind nach der Geburt zu töten, aber das Kind wird, als es geboren istso schön, daß die Mutter es am Leben und in der Ferne großziehen läßt.Als der Knabe heranwächst, ist er ungemein lernbegierig; 3 aber er wirdKrieger und ist bald wegen seiner Tapferkeit hochberühmt. 4 Da greifen dieKarthager Rom an und besiegen es vollständig, bis Patricida so wurdeder junge Mann genannt sich an die Spitze des römischen Heeres stelltund Afrika niederwirft. Da verlangt der König von Rom, der vom Feindegefangen, aber durch Patricida befreit worden war, die Ehren des Siegersfür sich. Die Römer antworten ihm ausweichend und doppelsinnig wie einOrakel, und der König erkennt die Sachlage und überträgt dem Patricidadie Regierung und die Abzeichen der königlichen Gewalt; das Volk führtdiesen im Triumph aufs Kapitol. Die Mutter hört vom Glück des Sohnes undbefragt den Astrologen aufs neue; als ihr der alte Ausspruch bestätigt wird,fällt sie in tiefe Betrübnis. Ihr Gemahl zwingt sie endlich, ihm den Grundzu ihren Tränen mitzuteilen. Sie hält eine lange Rede über den der Frauinneliegenden Hang zum Bösen 5 und gesteht, daß der Sohn am Leben seiund daß sein Ruhm über den ganzen Erdkreis schalle. Der Gemahl tröstetsie und erblickt im Schicksal seines Sohnes eine günstige Vorausbestimmung; 6er wünscht nichts sehnlicher, als ihn kennen zu lernen. So steigen beideauf den tarpejischen Felsen zur Burg hinauf, wo der Sohn sich mit dem ver-sammelten Senate befindet. Er erkennt die Mutter, und diese führt ihndem Vater zu und eröffnet ihm, daß er alle Macht auf Erden habe, abereines nicht kenne, nämlich seinen Vater; diesen stellt sie dem Sohne vor.Und der Vater verkündet ihm nun, daß er eigentlich als Kind sterben sollteund daß es ihm bestimmt sei, seinen Vater zu töten, ohne daß ihn dabeidie Schuld treffe. 7 Unter Umarmungen verlassen ihn die Eltern, er aberfällt in Trübsal und geht zum Kapitol zurück, wo er den Senat und dieBehörden versammelt und in langer Rede bittet, ihm ungesäumt ein Ge-schenk zu geben. 8 Man beeilt sich, seine Bitte zu erfüllen, und will ihm allesdarbringen. 9 Er aber bittet um den Tod, den er nur mit dem Willen des Volks

ganz im Sinne des großen Vasallen, des 6 431 Ut merear regisque pater dominusqueGrafen. vocari, Morte mea tanti nomen honoris emo;

1 Vs. 51 Et Paridem geret in jade, geret Sed moriens ego non moriar.

intus Achillem. 7 573 Dextram non animum praebebis, nate,

2 Die Anrede an die Frau 76 pars animae furori; Qui tua tela regat, Spiritus alter erU;dimidiumque meae aus Hör. C. 1, 3, 8. 576 Cursibus astrorum cogeris esse nocens.

3 132 Pectore divinum clausit Aristotelem. 8 6&^Quidquididest, regiporrige, Roma,tuo.

4 146 Esset ut Ausonii signifer imperii. 9 707 Non tuus excipitur castus, Lucretia,8 343 Si qua suum penitus deseivit femina lectus, Nee pyra sacrifici praeeipitanda Nu-

sexum, Plus niveo corvo prodigiosa fuit. mae.