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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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858
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858 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

e) In primum caput Ecclesiastis. Eine kurze Auslegung dieses Stückesnach den Versen in 11 kleine Abschnitte geteilt, in 150 leoninischen Hexa-metern. Diese Exegese nimmt mehrfach einen philosophischen Anlauf undbesitzt mehrere seltene und seltsame Worte 1 wie 17 andropodalis (122)92 identare, 115 claxendix. Die Verse hinterlassen den Eindruck, daß sievon einem hochgebildeten Manne geschrieben sind. An einer Stelle (Vs. 53)wird auf die Darsteller der allgemeinen Erdkunde verwiesen (Quas physicicuncti dicunt salsugine ponti. . . siccatas).

Aus Paris. 5129 gedruckt bei Beaugendre 12211224, bei Migne 12711276.

X) Inscriptiones Christianae. Es sind 58 meist ganz kurze Gedichtevielfach Monosticha oder Disticha, sämtlich mit Reim versehen, die sichüber allerhand biblische, meist christliche Stoffe auslassen; viele unter ihnengleichen Inschriften zu Bildern, 2 zwei ausführliche sind Marienlieder. 3

Aus Turon. 117 s. XII und Paris. 3550 ed. Bourasse bei Migne 12811288.

7)) De Machabaeis. Hier finden wir wieder eine wirkliche Bibeldichtungund fast mehr eine poetische Stilübung als eigne Schöpfung. Nur derAnfang zeigt eine gewisse Selbständigkeit, da Vs. 2234 die Verteilungder Provinzen durch Alexander an seine Feldherren auch wirklich durch-geführt, während sie in der Bibel nur angedeutet wird. Sonst ist die Dich-tung von 478 leoninischen Hexametern ohne jedes weitere Interesse. 4

Aus einer Hs. aus Auxerre gedruckt bei Beaugendre 12351242, Migne 12931302.

Liturgische Dichtung. De mysterio missae. Hildebert hatte eine kleineSchrift verfaßt, worin er ganz kurz über die Bedeutung und etwas aus-führlicher über den Vollzug der Messe handelte. 5 Hieran schloß sich nundas Gedicht, das von allen Werken Hildeberts die meisten Abschriften er-halten hat. Es enthält 321 Distichen, an die im Druck mehrere kleine Stückeangeschlossen sind, die in den Handschriften wohl damit verbunden wurden,aber nicht dahin gehören. Der Dichter gibt Vs. 11 f. eine kurze Disposition:er werde mitteilen, was bei der Messe getan und gesprochen wird und wemman das vergleichen könne. 6 So werden nun die einzelnen Teile der Messemit ihrer mystischen Bedeutung und in ihrem allegorischen Sinne nachalt- oder neutestamentlichen Elementen vorgeführt. Besonders wird nachVs. 189 der Vergleich des alten Opfers mit dem neuen, dem Meßopfer, ge-geben, der Dichter erklärt allerdings Vs. 219, daß die weitere Darstellungder Schwierigkeit unterliege, die betreffenden Worte ins Metrum zu bringen.Vielleicht hat er aus solchen metrischen Gründen es unterlassen, den Reimanzuwenden, der sich weder im Hexameter noch im Pentameter zeigt. 7Die Ausdrucksweise ist aber sehr deutlich und klar, das Gedicht daher leichtverständlich, und daher erklärt sich wohl besonders seine große Verbreitung.

Das Gedicht schließt mit Vs. 642, die in den Drucken folgenden 16 Hexameter gehörenschon ihrer Form wegen nicht dazu und sind wie die übrigen Anhängsel 8 von Abschreibern

1 107 permen ist in beiden Drucken Fehler 1249 s. XII/XIII.

für germen, desgleichen 135 varirosae für 6 Ergo quid in missa vel agatur vel memore-

varicosae. 2 Vgl. 32, Migne 171, 1283D. lur,Quaequibusassimilessubbrevitatecanam.

3 Das zweite (Migne 1286) sind zwei Tri- 7 Verschiebung zeigt sich z. B. 439. 525.nini salientes. 8 Die Gedichte Panis in altari und Mel-

4 Bedenklich ist der Bau von Vs. 78. chisedech domino besitzen den Endreim der

5 Aus Colbert. 6101 bei Beaugendre Hexameter paarweise und sind daher aus-11071134, Migne 11531176. Paris. zuschließen (Migne eol. 1193fi.). Das vor-