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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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841
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C. Kirchliche und religiöse Dichtung 841

England und im Mittelpunkt seiner Poesie stehen die ältesten Erzbischöfevon Canterbury und der Heilige der Keuschheit Malchus. Erst nach demJahre 1109 empfing er ein poetisches Dankschreiben von Erzbischof Tho-mas II. von York. Ein höheres kirchliches Amt hat er wohl nicht erlangt,er heißt nur ^monachus 1 - und nicht ,presbyter L , und von seinem Ende istnichts bekannt.

Zeugnisse. Die Gedichte bei Wright, Anglo-Latin satirical poets 2,259ff. und beiF. Liebermann, Neues Archiv 13, 519ff. (die letzteren mit Zahlen, die ersteren mit Na-men — Gilbert, Hugo, Aimeric, Fagia, Osbern—-bezeichnet), senui vgl. 17, 7, fessis mem-bris 14, 4- Geburtsstadt Fagia 47 Fagia . . . meam genitivam terram, dort Unterricht 49perdocuisti. . . me puerum. Zu Noyers vgl. Gedicht 14, wo es Vs. 33 heißt monachus vester.Die Aufschrift der Vita Malchi hat monachus s. Augustini, ebenso nennt ihn HildebertEp. 3,15 (ed. Beaugendre col. 180); hier heißt es Habetis ergo me alium Piladem nisi tumihi alter Orestes fieri dedigneris und me . . . noveris . . . venerari. . . quod . . . nostrorumparticulas versuum tuo te operi inseruisse notasti. Hoffnung die Heimat wiederzusehenAimeric 51 Remeare tuum voluisti; Mando tibi: veniam, vgl. 14, 28. 54. Er fühlt sich alsEngländer 1,16. 25,15, doch ist er stolz auf die Heimat, vgl. Fagia, Aimeric und 15, 29.In Noyers hat er noch nicht gedichtet 14, 3. Schreiben des Thomas von York C. 19.

Ein wirklicher Dichter ist Raginald nicht gewesen, eitel genug war erallerdings auf die Produkte seiner Muse. Die Reimkünstelei ist bei ihm dieHauptsache, er hatte sie wohl in Frankreich erlernt, wo sich ihr Hildebertbesonders hingab. In St. Austin's wurde er der Hausdichter des Klostersund hier hat er eine Menge auswärtige poetische Korrespondenten gewonnen,denen er in unbegrenzter Eitelkeit seine Vita Malchi mit der Bitte verehrte,sie zu verbessern und weiter bekanntzumachen. Manchmal prunkt er mitStellen aus antiken Dichtern, aber es fehlt ihm zu sehr an der persönlichenNote; die auf geschichtlichen Tatsachen beruhenden Stücke sind alle kaltund die poetische Korrespondenz fließt über von Selbstbewußtsein. Nurin den Gedichten auf Fagia und auf Aimeric, der ihn zur Rückkehr aufge-fordert hatte, 1 wird er lebendiger. Es mag sich hier französischer Über-schwang genug geltend machen, doch Raginald ist keine unwichtige Gestaltin dem Kreise literarischer Männer, die England der französischen Bildunggewannen.

a) Die beiden Heimatgedichte Ad Aimericum und Ad Fagiam 2 sind alsDoppelgedicht gedacht, da sie dieselbe Ausdehnung von 54 Versen haben,den gleichen künstlichen Reim zeigen 3 und gleich gebaut sind, indem imersten jeder zweite Vers mit Mandat, im zweiten mit Fagia beginnt. Imersten Stück rühmt und preist Raginald den früheren Landesherrn nachjeder Richtung hin und wünscht ihm alles Gute, sogar daß er Graf von Anjouund Herzog von Poitou werden möge, und empfiehlt zugleich das KlosterNoyers seinem Schutze. Im zweiten Stück lobt er Faye in jeder Beziehung,dankt ihm für Geburt und Bildung und verheißt ihm Ewigkeit. 4 (Prosodienicht immer richtig.) 5

b) Eine Ode von zwanzig sapphischen Strophen richtet Raginald an einenOsbern, 6 dem er das emsigste Studium des Horaz empfiehlt, um zur Lehrer-

1 Vgl. Vs. 51. 4 50 fdlso discernere verum nach Hör. Ep.l,

* Bei Wright a. a. 0. p. 262f. 263ff. 10, 29.

Hexameterpaare mit Reim la 2a und 6 14 Hexameterschluß per Aimericum.

lb 2b (erste und zweite Hälften aufeinander 6 Wright p. 265ff.gereimt). Vs. 53f. aber gewöhnliche Leonini.