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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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831
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C. Kirchliche und religiöse Dichtung 831

Sammlung bei Fierville, Not. et extr. 31,1, 9099. Vgl. Raby, A hist. of the Chri-stian-latin poetry p. 303 f.

Bemerkt sei hier noch, daß ein Kleriker oder Mönch Hermann von Valenciennes,der um 1189 lebte, ein Gedicht über die Bibel verfaßt hat, aus dem 320 Verse durch Cam.Rochard im Bulletin de la soc. Grayloise d'emulation Bd. 18 (19221924) veröffentlichtsind.

6. RICHER VON METZ

In den ersten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts herrschte über diebeiden Metzer Klöster St. Martin und St. Symphorian Richer als Abt, derin einem 1135 zwischen Graf Heinrich von Salm und Abt Anton von Senones 1geschlossenen Friedensvertrag als Zeuge auftritt, und dessen Todestag imNekrologium von St. Clemens als der 3. August verzeichnet ist. Die schöneLage von Metz, die schon manchen zur poetischen Darstellung begeisterthatte, sowie die Bedeutung und Festigkeit der Stadt, endlich auch ihr Reich-tum an Heiligen drängte auch ihn zur Poesie, und so verfaßte Richer einLoblied auf Metz. Dann holte er noch weiter aus, da ihm der hl. Martinkeine Ruhe ließ. Die alte poetische Bearbeitung der Vita Martini des Sul-picius Severus durch Paulin von Perigueux kannte er, aber sie genügte ihmnicht mehr und er beschloß, auch eine Vita Martini, und zwar in rhythmischenVersen, zu schreiben, in deren Prolog er sich dem Leser ausdrücklich vor-stellt.

Zeugnisse. Zum Leben Richers vgl. die Gallia christiana 13, 827, VI, wo es zumKloster St. Martin heißt Richerius simul abbas s. Martini et s. Symphoriani testis occurritanno 1135 in actu pacificationis factae inter Henricum comitem Salmensem et Antoniumabbaten Senoniensem. Praeerat adhuc anno 1135 notatus in necrologio s. Clementis III non.Augusti. Prolog zur Vita s. Martini 14 Et quis sim quaeris, scire legens poteris: Abbas Ri-cherus severo iudice verus Transfero Martini gesta mei domini ... 19 cuius de grege sum,quia filius ecclesiae sum, Quae calet assiduis eius in obsequiis.

a) In laude urbis Metensis. Das Gedicht besteht aus 59 leoninischenHexametern und ist für seine Zeit keine unverächtliche Leistung, da mitnicht geringem Streben nach Lebenswahrheit die Bedeutung der Stadtfür die Zeitgenossen dargestellt wird. Der Dichter geht davon aus, Metzals Handelsplatz für alle möglichen Erzeugnisse des Landes zu rühmen, undzählt auf, was man alles kaufen kann vom Mehl 2 an bis zur Leinwand.In der Stadt ist aber viel Gold aufgehäuft und sie besitzt hohe Türme undbraucht sich nicht vor feindlichem Einfall zu fürchten, auch wenn er vonHannibal oder Hasdrubal ausgehe. 3 Doch höhere Gunst als die starkenTore gewährt die Gnade der Heiligen, die die Stadt stets beschützt habenund von denen viele hier begraben sind. Und der hl. Clemens trägt dasKreuzeszeichen und vertreibt mit dem himmlischen Lichte das Gift des Teu-fels, während andere Heilige die Stadt erhalten haben. Und wer über denFluß geht, der kommt zu der Kirche, die König Sigebert zu Glanz erhob,und zur Kirche des hl. Quintinus auf dem Hügel. Emphatisch schließt dasGedicht mit dem Vers Gaudebunt cives, quos ditat mansio dives.

1 Verse auf ihn bei C. L. Hugo, Sacrae chen in De refectione festivitatis s. Martini

antiquitatis monum. hist. 2, 420ff. Waitz, Vs. 73 p.22 Mena rugosi piperis); im gan-

MG. SS. 25, 345. zen 19 Produkte.

Natürlich, Wein, Honig, Milch, bleiches 3 11 si proelia mandat Atrides, Romulus,

Wachs. In Vs. 4 wird auch die doch selten Aleides si cum Diomede Titides (!)... Nil

genannte mena {maena) erwähnt (desglei- Juror Hannibalis, nihil Hasdrubal exitialis.