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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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819
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C. Kirchliche und religiöse Dichtung 819

nach Titel und Form Prosa und Poesie gemischt als Nachahmungvon Boethius ergibt, besonders da die poetischen Stücke verschiedene Metraaufweisen. Das Werk ist dialogisch gehalten und wird von Wright als einefreie Dichtung gekennzeichnet; die von ihm gegebene Probe 1 beweist indes,daß sich Laurentius in seinen Odenmaßen auch an Horaz hielt, da die Formhier Hör. Carm. 1, 6 nachgebildet ist. Die beiden abgedruckten Strophenhaben es mit der jugendlichen Torheit des Ikarus zu tun. Nach dem Haupt-werk stehen in jener Handschrift einige kurze Prosastücke, die nach Wrightp. 165 anscheinend rhetorische Übungen darstellen, nämlich die Oratio proLaurentio, Oratio pro naufragis, Oratio pro iuvenibus compeditis, Invectioin Malgerum und Oratio pro Milone.

c) Vita s. Brigidae. Das Leben der hl. Brigitta, einer irischen Heiligendes 6. Jahrhunderts, ist gewidmet dem Ethelred ,dispensatori domus regiae\also einem Beamten des königlichen Haushalts. Das Werk ist natürlich nurÜberarbeitung der vor Laurentius schon mehrfach behandelten Legende,doch fehlt in der Handschrift ein kleines Stück des Eingangs. Man erfährthier von der Sitte des Menschenverkaufs bei den Angelsachsen, Iren undSchotten, die erst mit der normannischen Herrschaft aufgehört habe.Gegenüber der alten Vita Brigidae von Ultan 2 finden sich bei Laurentiusüberhaupt manche Erweiterungen und Umstellungen, auch wirkliche Zu-sätze, wie 3, 14 über ein Mädchen in Südengland, das sich nur von der sonn-täglichen Hostie nährte. 3 Das Leben enthält außerordentlich viel Wunderund ist in der üblichen einfachen Sprache abgefaßt.

Hss. Oxon. Laud Mise. 668 und Balliol's Coli. 226, Brux. 7672/4. Ausgaben von Col-gan, Acta SS. Hibern. 1, 567; Acta SS. Feb. 1,172; de Smedt, Acta SS. Hibern. 176(Edinburg u. London 1888).

d) Dialogi. Das in vier Büchern und 1101 Distichen verfaßte Werk istin seinen Grundgedanken eine große Anklage gegen Wilhelm Gumins, dersich nach dem Tode von Geoffrey Bufus in den Besitz des Bistums Durhamgesetzt hatte und hier auf höchst tyrannische Weise schaltete. Das Gedichtist ein Gespräch zwischen Laurentius, dem nach Durham reisenden Petrusund 4 dem Philipp, einem Freunde des Dichters. Am Beginn des ersten Buchesfordert Petrus in der schönen Frühlingszeit den Laurentius zum Dichten auf.Dieser möchte aber lieber trauern über den Niedergang Englands und siekommen in Streit, so daß Laurentius den Philipp zur Unterstützung an-ruft, der dem Petrus rät, nach Durham zu gehen. Auf Petrus' Frage, werCumins sei, antwortet Philipp ausführlich und Laurentius schildert dannDurham (Vs. 271454) mit seinen Mauern, Befestigungen und Verteidi-gungswerken. Seine Schilderung geht im 2. Buche auf die entsetzlichen Zu-stände über, die durch Cumins in Durham eintraten. Doch Petrus ist nichtmit allem einverstanden und Laurentius schweift ab und spricht über Vögelin Durham, über die dortige Silbergewinnung und über die Pferde, wendetsich aber dann höchst ausführlich zu den Qualen und Bedrückungen, diedas Volk in Durham erdulden mußte; Philipp unterstützt ihn und sprichtnamentlich über die Schändung der Kirchen. Am Beginn des dritten Buches

1 P-164f. s Acta SS. Feb. 1,174.

2 Acta SS. Feb. 1,118129. 4 Von 1, 81 an.

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