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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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818
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818 Vierter Abschnitt. Die Dichtung

dem Bericht über Salomons Götzendienst spricht er in breiter Ausführungvon der Macht und den Folgen der Liebe. Das siebente Buch ist der JungfrauMaria gewidmet, das achte erzählt kurz die Hauptzüge der Evangelien-geschichte mit Hervorkehrung der kirchlichen Auffassung von Christus.Das neunte De diversis karismatibus enthält eine große Anzahl religio»ser Gedichte, die von einigen Stücken über den Müßiggang eingeleitetwerden und sich mit Heiligen und Märtyrern beschäftigen, unter denen Al-banus und Cuthbert hervorragen; am Anfang setzt Laurentius auseinander,daß er die Dichtung als Lebenszweck erkoren habe und daß seine Muse 1wenn auch niemand anders so doch ihn erfreue.

Das Werk beginnt (Pitra, Spicileg. Solesmense 2,196) Principium rerum sine temporetempora formans. Tätigkeit am Hofe etc. (Wright a. a. O. p. 162, II, 1 = Raine a. a. 0.p. 65) Hactenus ipse meis musis Studiosus adhaesi Et lusi vario carmina saepe stilo*. . . Iamvero quid agam? Raptum sibi curia curis implicat . . . Saepius invigilo quot mille talenlaminutis Constent quam pedibus quot mihi versus eat . . . Et sie pro claustro mihi curia proqueDunelmo Anglia, pro requie saepe tumultus erit. Vorliebe für die Dichtung (Wright p. 163= Raine p. 67 Lib. 9, II, 4) Ad lucra non sudo, semina nulla sero, Sed musas et Carmenamo neque curia curam Hanc in Pieridum tollere nostra polest. . . Arcus et arma meusdum vacat est calamus. (III, 1) Qui licet exhibeat neque fulmina Quintiliani, Nee flwiosPlauti seu Ciceronis opes, Et licet hunc superet brevitate Sallustius apta, Ennius ingenio,pondere Varro suo; Sic tarnen interdum brevis esse laborat ut idem Non nimis obscurus sitbrevitate sua. 3

Auszüge aus dem Werke (in der Clavis Melitonis) bei Pitra, Spicileg. Solesmense:Aus Buch 1 Vs. 1 (Pitra 2,196). Hypomnesticon lib. 1 De creatione hominis et effieientiaanimae, 9 Distichen über die Erschaffung des Menschen (2,194). Aus Buch 4 14 Disti-chen über den Traum des Königs von Babel und seine Deutung durch Daniel (2,294);7 Distichen über die mystische Bedeutung der Stiftshütte (3,184). Aus Buch 7 2 Di-stichen über die eherne Schlange (3, 93), 9 über das Verhältnis von Maria zu Eva (3,119),3 über den mystischen Vergleich der Cithara mit Christus, 4 zur jungfräulichen GeburtChristi (3,154), 7 (Quanta possidet qui deum habet) über die Unübertrefflichkeit Gottes(3, 249). Aus Buch 8 die 17 Eingangsdistichen über den Friedenszustand des römischenReiches zur Zeit von Christi Geburt 4 (2, 322), 11 Distichen (De spoliatione inferni) überChristi Höllenfahrt (3, 98), 23 (De ligno vitae) über die mystische Bedeutung des Kreuzes(3, 274). Und aus Buch 9 5 Distichen (De sanguine Christi) mystischen Inhalts über dasBlut Christi (2, 243), 10 (De corpore Christi) mit mystischer Behandlung des Leibes Christiim Vergleich zum alttestamentlichen Manna (2, 445), und 14 und 5 Distichen (Qualiteroblationes antiquas offerimus) über den Wert verschiedener Darbringungen in Verbin-dung mit dem Märtyrertum und über Opfer im jüdischen Altertum (2, 466. 3, 226). Inden abgedruckten Proben ist der leoninische Reim zwar selten, aber keineswegs ausge-schlossen, und die poetische Sprache ist ungemein flüssig und gewandt.

Ueberlieferung. Das Werk wird schon notiert zu Durham s. XII, 5 daselbst im gro-ßen Katalog 1391 Yponosticon eiusdem super vetus et novum testamentum, II. fo. variasnaturae und mit ähnlicher Aufschrift in Gloucester s. XIV. Hss. sind Mus. Brit. Harlei.3202, Reg. 4.A.VI, Cotton. Vesp. D. XI, Oxon. Laud. Mise. 398 (alle s. XII) und 500;Lambeth 238. 443; Durham V. III. 1. Vgl. Wright, Biogr. Britannica. Anglo Normanperiod p. 161164. J. Raine a. a. O. p. 6271.

b) Kleinere Schriften. DemHypognosticongehtimCotton.Vesp.D.XI 6

die Gonsolatio de morte amici (seines Lehrers Paganus ?) voraus, die sich

1 Er nennt es in der Vorrede bei Raine prioris und zwar je ein Psalter nach Anselma. a. O. p. 64 Yponnosticon, abbreviatum sei- und Ivo, die glossierten Paulusbriefe, zweilicet librum. Bände Predigten Bernhards von Clairvaux,

2 Er hatte also schon früher Gedichte in ein Versarius und Ciceros Laelius.verschiedenen Versmaßen verfaßt. 6 Ist vielleicht die schon genannte Hs. von

3 Nach Hör. A.P.25f. Durham, da diese die gleiche Reihenfolge

4 In diesem Abschnitt sind eine Reihe hat (Surtees society. public. 7,26). NämlichVerse aus den Eklogen und dem ersten auch dort geht voraus Consolacio LaurencnBuch von Vergils Aeneis benutzt. Dunelmensis monachi in versibus de morte

5 In diesem Katalog erscheinen als Unter- amici.teil (Becker, Catal. p.244) Libri Laurentii