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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
Entstehung
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813
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B. Didaktik 813

b) Tractatus contra curiales et officiales clericos. Diese Prosa-schrift wird durch ein poetisches Vorwort von 124 Distichen eröffnet. Ni-gellus spricht hier nach Art des Horaz sein Buch an und läßt sich über seinsittliches Ideal aus. Neben das Bild des gerechten und klugen Mannes stellter zum Vergleiche das höfische Leben und gibt Verhaltungsmaßregeln fürdie, die sich unter den Vornehmen bewegen müssen. Im Anfang wendet ersich gegen die Leute, die jetzt nach Montpellier gehen, dort studieren, 1mit Büchsen nach der Heimat kommen und, wenn sie Männer kennen ge-lernt haben, die mit dem Hofe in Berührung stehen, dann Paris verlassen 2und nach Bologna gehen und hier die Rechte studieren, um Recht und Un--recht zu verkehren. Er spricht dann gegen die häufige Simonie und gegendie Erschleichung von Kirchen und stellt dar, mit wie großer Schnelligkeitsich die Bewerber erledigter Kirchen bemächtigen, und gibt dafür konkreteBeispiele aus dem Leben. 3 Manchen Kurialen genügten fünfzehn oderzwanzig Pfründen nicht, in allen Diözesen des Königreichs müßten sieKirchen haben. Und nicht nur die Königshöfe, sondern auch die Bischofs-paläste haben schlechte Räte, denn die Kurialen werden nicht von derTätigkeit gelockt, sondern von Macht und Schätzen. Mit lebhaften Farbenschildert dann Nigellus die Vielgeschäftigkeit, die Durchtriebenheit undden Eigennutz der Kurialen, die zu irgendeiner Stelle gelangen wollen, undhringt p. 198 einen Brief des Johannes Wigorniensis und eine Erzählungaus Johannes Sarisberiensis. Dann geht er der Reihe nach die Gelöbnissedurch, die der Bischof bei der Einweisung in sein Amt zu machen hat,und legt dar, wie sie gewöhnlich umgangen werden, indem er besonders be-zeichnende Beispiele aus dem zeitgenössischen Leben bringt. 4 So ist dasBuch eine einzige große Anklage gegen die Verweltlichung des englisch-französischen Klerus.

Zeugnisse. Zur Lebensanschauung Prol. 50 p. 147 Si sapias omni tempore dives eris,52 Insipiens omni tempore pauper erit. Von der Kurie (Hof) heißt es Vs. 127 p. 149 Ridetaiulatur et fmgit amare quod odit. Verse aus alten Dichtern p. 167 Hör. Ep. 1, 2, 42 f.Verg.Ecl. 10,77; p. 175 Luc. 1,92 f.; p. 178 Hör. A. P. 180 f.; p. 180 Claudian. in Ruf.1, 22 f.; p. 191 Hör. A. P. 417; p. 193 Pers. prol. 1; p. 194 Hör. Ep. 1,1, 66. Außerdemwerden p. 182 und 184 Stücke aus Justinian angeführt. Die Schrift in alten Katalogenvon Canterbury und Dover. Ausgabe von Wright a. a. O. p. 146230.

c) Versus ad Guilelmum Eliensem. Dies Gedicht von 154 Distichensoll den Empfänger Wilhelm Longchamp zur Vorsicht mahnen. Besser sei esfür ihn, überhaupt nicht an den Hof zu gehen; wenn er es aber täte, so möge erin Verkleidung dahin gehen als de gente Pictavorum natus. Zuerst möge er sichan den Kanzler wenden, da dieser die ungerechten Gesetze des Reichs zubessern bestrebt sei. Und das Haus des Kanzlers sei leicht zu finden, dajeder den Weg dorthin kenne. Er möge ihm aber als Gast nicht zu beschwer-lich fallen, nicht zu viel sprechen und sich nicht mit Kleinigkeiten befassen. 5

Ausgabe von Th. Wright, The Anglo-Latin Satirical Poets 1,231239.

1 Nämlich Medizin. Walter von Chatillon dem gefangenen Po-

Man sieht, wie auch hier der Engländer rus an Alexander in den Mund legt.

Nigellus mehr in Frankreich zu Hause ist 6 Vs. 231 p.237 Inter multiloquos et gran-

als in England. dia verba loquentes Esto tardiloquus estoque

^ So p.174 in Wales und p.175 in York. pauca loquens. Vs. 281 p. 238 Nummipetae

Die Schrift schließt mit Worten, die cum libricolis nequeunt simul esse.