B.Didaktik 811
ben zerbrechen. Da läßt er den Mönch hart an und gibt ihm zu verstehen,daß der Papst ihn rächen werde, in dessen Auftrag er die kostbarsten Sachengekauft habe, und es gelingt ihm, durch eine List den Mönch in die Rhonezu stürzen. Doch mit halbem Schwanz will er nicht heimkehren, und dabeschließt er zu studieren, zehn Jahre in Paris und dann in Bologna. Aufdem Wege nach Paris gesellt sich ein Sizilianer namens Arnold zu ihm, derihm sein Herz aufschließt und die reizende Geschichte von der Rache desHähnchens 1 erzählt, die sich in Apulien zur Zeit Herzog Wilhelms zugetra-gen habe. In Paris begibt sich nun Burnellus zu den Engländern, da siegehörig essen und trinken. 2 Aber er lernt in sieben Jahren nichts als ,Ya'sagen und beschließt nach Hause zu gehen. Dabei träumt er sich in die herr-liche Lage hinein, daß er noch einmal Bischof werden könne, die Abts-stellung sei für ihn zu gering. Freilich gelingt es ihm nur durch glücklichenZufall, daß er den Namen Paris nicht ganz vergißt. So will er nun geistlichwerden und überlegt bei sich die Vorteile und Nachteile des Eintritts inirgendeinen der vielen Orden; ihre verschiedenartigen Satzungen werdenin seinem Munde scharf mitgenommen, freilich bleibt er nur an den Äußer-lichkeiten wie Essen, Trinken und Kleidung kleben, wirft aber auch scharfeStreiflichter auf das Leben der gänzlich verweltlichten Bischöfe und Pres-byter. Da Burnellus mit allen Orden höchst unzufrieden ist, so will er einenneuen gründen und zwar mit Satzungen, die für das Leben seiner Anhängeräußerst behaglich sein sollen. So beschließt er nach Rom zu gehen, um vomPapste die Bestätigung zu erlangen. Da trifft er auf Gaben, dem er seineSchicksale erzählt, wobei er heftige Ausfälle gegen das Papsttum und gegendie Fürsten macht 3 und die schlechten Bischöfe mit reißenden Wölfen ver-gleicht. 4 Dann erzählt er, wie er einst die Stimmen der Vögel habe verstehenkönnen, aber leider dabei in Schlaf versunken sei. Und endlich rät er demGalien, in seinen neuen Orden einzutreten, und erzählt eine Geschichte vonden Schicksalsgöttinnen, die er oft von seiner Mutter gehört habe. Kaumist er damit zu Ende, als er Nasenbluten bekommt und gleich daraufseinen früheren Herrn Bernhard, den der Dichter vorher gar nicht ge-nannt hat, erblickt. Dieser legt sofort Beschlag auf ihn und lädt ihmeine tüchtige Last auf. Als er aber mit dem früheren Herrn nach Cre-mona zurückgekehrt ist, widerfuhr diesem ein sonderbares Begebnis.Er findet nämlich im Walde in einer Wildgrube den reichen Dryanus ausCremona und mit ihm als Genossen in der Grube einen Affen, einen Löwenund eine Schlange. Bei den Rettungsversuchen, die Bernhard gemäß dengroßen Versprechungen des Dryanus macht, klettern aber zuerst die dreiTiere am Strick in die Höhe und erst nach Überwindung großer Schwierig-keiten gelingt es auch dem Dryanus emporzukommen. Während nun die
1 Es war als Küken vom Jungen des Be- persona secunda. Haec tria sunt vitia quaesitzers am Bein verletzt worden und, um comitantur eos.
sich dafür zu rächen, unterließ er nach sechs 3 Vgl. die Invektive auf die Geschenke
Jahren als Hahn das Krähen an dem Mor- Vs. 2555—2622, dort p.102 Vs. 2609 Mu-
gen, an dem der junge Mann die Priester- nera si cessent, deus in cellas Cluniaci Forte
weihe empfangen sollte. revertetur et remanebit ibi.
2 p.63 Vs. 1500 Fercula multiplicant et i Vs. 2715 Praesul amat marcam plus quamsme lege bibunt. Wessail et Dringail nee non distinguere Marcum.